Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Konferenz über die energiereichsten Explosionen im Universum

09.05.2012
Diese Woche, 07-11 Mai 2012, findet in München die Fermi/Swift-GRB-Konferenz statt, zu der etwa 180 Wissenschaftler zusammenkommen, um die neuesten Ergebnisse bei Beobachtungen von sogenannten Gammastrahlenausbrüchen (GRB vom englischen „Gamma Ray Burst“) zu diskutieren.

Dabei geht es sowohl um die unmittelbare Strahlung als auch um Phänomene, die beim sog. Nachglühen auftreten, und ebenso um neue Erkenntnisse in der Theorie. Die Konferenz deckt damit alle Aspekte dieser extrem energiereichen Explosionen ab. Am Donnerstagmorgen gibt es die einmalige Gelegenheit für Medienvertreter, eine Reihe angesehener Forscher zu treffen und sie über ihre Ergebnisse, die auf dieser Konferenz vorgestellt werden, zu interviewen.

Gammastrahlenausbrüche sind die energiereichsten Explosionen im Universum, es handelt sich dabei wahrscheinlich um die sichtbaren Zeichen der Geburt von Schwarzen Löchern. Verschiedene Projekte liefern eine Fülle neuer Daten zu diesem immer noch rätselhaften Phänomen, und so bringt diese Konferenz Astrophysiker, Physiker, Neutrino- und Gravitationswellen-Forscher zusammen, um sowohl die neuesten Daten und Theorien zu diskutieren, als auch um über die Disziplinen hinweg Ideen auszutauschen. Dabei wird der gesamte Wellenlängenbereich betrachtet, verschiedene Arten von Signalen untersucht und diskutiert, wie GRBs als leistungsfähige Sonden eingesetzt werden können, um eine Vielzahl grundlegender Fragen zu untersuchen.

Die Fermi-Mission bietet eine beispiellose spektrale Abdeckung über sieben Größenordnungen in der Energie. Der Fermi Gamma-Ray Burst Monitor (GBM) wurde in enger Zusammenarbeit vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, dem Marshall Space Flight Center in Huntsville, Alabama, USA, und Industriepartnern wie Jena-Optronik GmbH und Astrium gebaut. Am 11. Juni 2008 wurde er in die Erdumlaufbahn gebracht und hat zu außergewöhnlichen Ergebnissen geführt. In Anerkennung der hervorragenden Arbeit der Garchinger Hochenergie-Physiker wird die größte GRB-Konferenz diesen Jahres nächste Woche in München stattfinden, bei der eine Reihe von interessanten und zum Teil überraschenden Ergebnissen präsentiert werden.

Mit Fermi hat man in den hellsten GRBs eine neue spektrale Komponente entdeckt, die unser Bild von der prompten Emission in Frage stellen. Sylvain Guiriec vom NASA Goddard Space Flight Center und Felix Ryde vom Royal Institute of Technology in Stockholm präsentieren neueste Ergebnisse, was uns diese neue Daten über die Strahlungsprozesse bei Röntgen- und Gammastrahlen von diesen explodierenden Sternen erzählen können – und liefern so erste mögliche Erklärungen für diese rätselhaften Beobachtungen.

Der Swift-Mission sucht und lokalisiert GRBs in mehreren Frequenzbändern, was die Grundlage für alle Nachfolgebeobachtungen bei grundsätzlich allen Wellenlängen vom Boden aus darstellt. Die Ergebnisse dieser Nachfolgebeobachtungen bilden den anderen Schwerpunkt dieser Konferenz.

Bei einem besonders aufregenden Ereignis, GRB 120422, das erst vor zwei Wochen stattfand, entdeckten die Astronomen spektroskopisch eine Supernova nach dem Gamma-Ray Burst. Dies wird zwar von den Theoretikern schon seit 10 Jahren diskutiert, allerdings wurden in den letzten 15 Jahren aber nur eine Handvoll derartiger Ereignisse beobachtet. Eine besondere Diskussionsrunde zu diesem brandheißen Thema ist für Dienstagabend geplant.

Eine weitere mit Spannung erwartete Messung stammt von einem neuen, aber sehr kleinen Experiment namens GAP auf dem IKAROS Satelliten. Dies macht es möglich, die Polarisation der unmittelbaren Gamma-Strahlung mit einer bisher nie da gewesenen Genauigkeit zu vermessen, und eröffnet damit ein neues Fenster in der Analyse der Emissionsmechanismen der Gamma-Ray Bursts. Diese Ergebnisse werden von Daisuke Yonetoku von der Kanazawa University präsentiert.

Neben den klassischen optischen Beobachtungen bei Radio-Wellenlängen, werden auch hochenergetische TeV-Emissionen, Neutrinos und Gravitationswellen nach GRB-Signaturen durchsucht. Markus Ahlers von der UW-Madison wird die jüngste Analyse von Daten aus dem IceCube Neutrino-Detektor am Südpol präsentieren und darlegen, welche Informationen diese in Bezug auf die Eigenschaften von Gamma-Ray Bursts liefern können.

Am Donnerstagmorgen, 10:30, werden die Organisatoren eine ausgewählte Anzahl von Forschern für ein Treffen mit Medienvertretern zusammenbringen. Wenn Sie Interesse haben, an diesem Treffen teilzunehmen, oder wenn Sie an der Konferenz als Ganzes teilnehmen möchten, kontaktieren Sie bitte Dr.

Hannelore Hämmerle (Details unten).

Mehr Informationen zur GRB 2012 Konferenz:
Webseite: http://www.mpe.mpg.de/events/GRB2012
Termin: 7. bis 11. Mai 2012
Veranstaltungsort: Münchner Künstlerhaus, Lenbachplatz 8, München
Kontakt:
Dr. Hannelore Hämmerle
Pressesprecherin
MPI für extraterrestrische Physik
Giessenbachstraße
85748 Garching
+49 (89) 30 000 3980
hannelore.haemmerle@mpe.mpg.de
Dr. Arne Rau & Dr. Jochen Greiner
GRB 2012 Veranstalter
MPI für extraterrestrische Physik
Giessenbachstraße
85748 Garching
+49 (89) 30 000 3851
+49 (89) 30 000 3847
jcg@mpe.mpg.de
arau@mpe.mpg.de

Dr. Hannelore Hämmerle | MPI für extraterrestrische Physi
Weitere Informationen:
http://www.mpe.mpg.de
http://www.mpe.mpg.de/events/GRB2012

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW
08.12.2016 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie