Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kleinwasserkraft – Potentiale für die Energie von morgen

22.05.2009
TU München, E.ON Wasserkraft und EU-Abgeordnete Dr. Angelika Niebler informieren über innovative und CO2-neutrale Möglichkeiten der Stromgewinnung

Wasser erzeugt „saubere Energie“. Wasserkraft ist CO2-neutral und um die potentielle Energie des Wassers in Strom umzuwandeln, müssen weder Rohstoffe verschwendet noch Schadstoffe freigesetzt werden. Die Standorte für Wasserkraft mit großen Abflüssen und/oder Fallhöhen sind in Deutschland weitgehend erschlossen.

„Doch das Potential von Wasserkraft ist noch lange nicht ausgeschöpft,“ sagt Professor Peter Rutschmann, Ordinarius für Wasserbau und Wasserwirtschaft an der Technischen Universität München, „Insbesondere für die Kleinwasserkraft gibt es noch Potentiale, die nicht nur energetisch, sondern auch ökologisch interessant sind.“ Daher forscht die TUM gemeinsam mit Deutschlands größtem Wasserkraftbetreiber E.ON Wasserkraft GmbH an effizienteren Wasserkrafttechnologien, um in Zukunft auch heute noch als ungünstig geltende Standorte zur Energieerzeugung nutzen zu können.

Anlässlich ihres Informationsbesuches in der Versuchsanstalt Obernach am Walchensee unterstrich die Europaabgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie, Dr. Angelika Niebler, die Bedeutung von Innovation gerade in diesem Bereich der Energieerzeugung: „Die Europäische Union hat sich beim Klimaschutz und der CO2-Reduktion ehrgeizige Ziele gesetzt, die nur durch einen Energiemix erreicht werden können. Deshalb kommen den regenerativen und natürlichen Energiequellen erhebliche Bedeutung zu und es sind zukunftsweisende Forschungsansätze absolut notwendig. Darüber hinaus bieten sie die Chance, dass Deutschland seine Vorreiterrolle in diesem technologischen Bereich weiter ausbaut.“

In Bayern gibt es an vielen Flüssen Wehre, natürliche Stufen oder Querbauwerke, die häufig als Folge der Flussregulierung im 19. Jahrhundert entstanden sind. Ist die Fallhöhe des Wassers an diesen Stellen etwas mehr als ein Meter, könnte hier Strom erzeugt werden. Um auch diese kleineren Energiepotentiale wirtschaftlich zu nutzen und gleichzeitig ökologische Verbesserungen vornehmen zu können, braucht es innovative Konzepte. Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeit der Wasserbauingenieure der TU München steht deshalb die Entwicklung praxistauglicher Gesamtkonzepte, wobei insbesondere Kompaktlösungen für verlandete, feste Wehrstandorte mit hoher flussdynamischer Beanspruchung (Geschiebeführung, wechselnde Wasserstände) angestrebt werden. An einer solchen Lösung ist auch der Energieerzeuger E.ON Wasserkraft interessiert: „Im Eckpunktepapier zum Ausbau der Wasserkraft in Bayern haben wir uns gemeinsam mit der Bayerischen Staatsregierung das Ziel gesetzt, die Stromerzeugung aus Wasserkraft in Bayern um 10% zu erhöhen. Als Wasserkraft-Unternehmen haben wir daher ein großes Interesse an neuen Technologien, die umweltverträglich und wirtschaftlich auch kleinere Potentiale zur Energiegewinnung nutzen können“, kommentiert Dr. Dominik Godde, Technischer Geschäftsführer der E.ON Wasserkraft. Daher arbeiten E.ON Wasserkraft und TU München hier zusammen, um möglichst schnell Möglichkeiten zur technischen Realisierung der visionären Projekte zu finden.

In der Versuchsanstalt der TU München in Obernach am Walchensee wird anhand von Fallstudien und Modellversuchen untersucht, wie Wasserkraft am effektivsten genutzt werden kann. Die Versuchsanstalt kann auf eine mehr als 80-jährige Tradition zurückblicken. Im Jahr 1926 gründete der Erbauer des Walchenseekraftwerks Oskar von Miller dieses Forschungsinstitut in unmittelbarer Nähe des Walchensees. Seither hat die Forschung zur Energieerzeugung Tradition in Obernach. In der Versuchsanstalt erfolgt Auftragsforschung mit hoher Aussagekraft genauso wie Grundlagenforschung für die praktische Anwendung. Momentan werden von Prof. Rutschmann und seinen Mitarbeitern große physikalische Modellversuche an Wasserkraftanlagen in Bayern und im Ausland durchgeführt.

In den kommenden Monaten werden die TUM-Wissenschaftler in Obernach auch an der Umsetzung neuartiger Konzepte für Kleinwasseranlagen forschen. Für diese Untersuchungen wollen die Wissenschaftler geeignete Kraftwerkskonzepte vor allem für Flusswehre mit festen Querbauwerken untersuchen. Die Wissenschaftler wollen sich hier auf eine ganz neue Technologie konzentrieren: „Wir haben die Idee, ein Konzept zu finden, wie wir Strom erzeugen können und gleichzeitig die Ökologie des Fließgewässers nur marginal verändern werden. Gleichzeitig soll die Stromgewinnung durch Hightech Automatik funktionieren,“ verrät Prof. Rutschmann.

Die Wissenschaftler werden nach den ersten Voruntersuchungen mit numerischen und physikalischen Modellen selbst mit dem Bau eines Prototyps auf dem Versuchsgelände beginnen. Sollten die Ergebnisse positiv sein, könnten schon in den nächsten zwei Jahren die ersten Prototypen in Bayern Strom erzeugen.

| TUM Presse
Weitere Informationen:
http://www.tum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung
26.07.2017 | Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften

nachricht Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln
26.07.2017 | Technische Hochschule Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops