Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kinderwunsch nach Krebs erfüllen: Was kann moderne Medizin leisten?

15.02.2016

Deutsches Experten-Netzwerk von Reproduktionsmedizinern tagt vom 19. bis 20. Februar 2016 am Universitätsklinikum Heidelberg / Journalisten sind herzlich eingeladen / eine Patientin berichtet

Krebs und Kinderwunsch – muss ich den Traum von der eigenen Familie aufgeben? Was tun, wenn die Chemotherapie zwar den Krebs bekämpft, aber auch Eierstöcke und Fruchtbarkeit unwiederbringlich zerstört? Welche Hilfe bietet die moderne Medizin?


Die an Fertiprotekt beteiligten Zentren beraten jährlich über 1000 Frauen mit zukünftigem Kinderwunsch vor einer geplanten Chemo- bzw. Strahlentherapie.

Universitätsklinikum Heidelberg

Seit zehn Jahren hilft das „Deutsche Netzwerk für fertilitätsprotektive Maßnahmen bei Chemo- und Strahlentherapien, FertiProtekt“ jungen Menschen nach überstandener Krebserkrankung ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Derzeit sind 76 Zentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz dem Netzwerk angeschlossen:

Hier werden Frauen mit Krebsdiagnose fundiert beraten. Sie erfahren, welche Behandlungsmethode helfen kann, die Chance eigene Kinder zu bekommen zu erhalten. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums kommen die beteiligten Zentren vom 19. bis zum 20. Februar 2016 am Universitätsklinikum Heidelberg, dem Gründungsort des Netzwerks, zu einem Symposium zusammen.

Journalisten sind herzlich zu der Veranstaltung in den großen Hörsaal der Universitäts-Kopfklinik (Im Neuenheimer Feld 400, 69120 Heidelberg) eingeladen: am Freitag, 19. Februar, ab 15 Uhr sowie am Samstag, 20. Februar, ab 9 Uhr. Die Experten diskutieren, wie sich die Fruchtbarkeit bei verschiedenen Arten von Krebserkrankungen erhalten lässt. Außerdem berichtet eine betroffene Patientin aus Erlangen, die dank Fertiprotekt nach überstandener Krebserkrankung ihren Kinderwunsch erfüllen konnte, von ihren Erfahrungen.

Die Experten diskutieren gemeinsam mit der Patientin auch ethische Fragen der Aufklärung: Wie meistert man die Gradwanderung zwischen Hoffnung und Heilserwartung bei Patientinnen mit ungünstiger Prognose? Im Vorfeld sowie während der Veranstaltung stehen Ihnen Professor Dr. Ariane Germeyer, Funktionsoberärztin an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg, und Professor Dr. Thomas Strowitzki, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen am Universitätsklinikum Heidelberg, für Interviews zur Verfügung. Um Anmeldung wird gebeten.

Krebserkrankungen, deren Therapie Eierstöcke und teilweise die Gebärmutter angreift, sind u.a. Brust- und Eierstockkrebs, Lymphome und Leukämien, Krebserkrankungen des Verdauungstraktes, Knochenkrebs sowie zahlreiche andere, selteneren Krebserkrankungen. Darüber hinaus kommen bei seltenen gutartigen Erkrankungen, wie Vaskulitiden und schwere Lupuserkrankungen, auch Chemotherapeutika zum Einsatz, die die Fruchtbarkeit schädigen können.

Dank moderner Therapien können heute immer mehr Menschen von ihrer Erkrankung geheilt werden. „Viele junge Patienten haben zum Zeitpunkt der Diagnose ihre Familienplanung noch nicht abgeschlossen“, so Professor Strowitzki, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen am Universitätsklinikum Heidelberg. „Für sie spielt die Frage, ob sie nach der Behandlung noch eine Familie gründen und eigene Kinder haben können, eine wichtige Rolle."

Der Verein „Fertiprotekt“ berät jährlich über 1000 Frauen mit bevorstehender Chemo-/Strahlentherapie und prospektivem Kinderwunsch

Die an Fertiprotekt beteiligten Zentren beraten jährlich über 1000 Frauen vor einer geplanten Chemo- bzw. Strahlentherapie, von denen sich etwa 75 Prozent für eine Behandlung zum Schutz von Eizellen und Eierstöcke entscheiden. Während bei jungen Männern vor einer Chemo- oder Strahlentherapie Spermien problemlos tiefgefroren und bei Bedarf für eine spätere Befruchtung wieder aufgetaut werden können, ist die Situation bei Frauen wesentlich komplexer. „Es gibt inzwischen effektive Methoden, von denen wir für jede Frau individuell die passende auswählen“, erklärt Professor Dr. Ariane Germeyer, Funktionsoberärztin an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg.

So kann die Frau für den Zeitraum der Chemo- oder Strahlentherapie bestimmte Hormonpräparate einnehmen, die den Eierstock ruhigstellen und dadurch schützen. Eine andere Möglichkeit ist, vor der Behandlung Eizellen zu gewinnen, diese tiefzufrieren und für eine spätere Befruchtung bereitzuhalten. Ein relativ neues Verfahren ist die Entnahme und Rücktransplantation von Eierstockgewebe.

Anders als bei der Entnahme von Eizellen ist im Vorfeld keine Hormonbehandlung nötig, die den Start der Chemotherapie verzögert. Zudem produziert das transplantierte Gewebe unter guten Voraussetzungen – wenigstens für eine bestimmte Zeit – wieder die weiblichen Sexualhormone und lässt Eizellen in einem normalen Zyklus heranreifen.

„Die Rückverpflanzung von Eierstocksgewebe zeigt mehr und mehr Erfolg. Bis dato hat jede dritte transplantierte Frauen eine Schwangerschaft erzielt“, erklärt Professor Dr. Bettina Toth, Leitende Oberärztin der Frauenklinik und Leiterin der Kinderwunschambulanz. Die erste Heidelberger Patientin, die auf diesem Weg schwanger wurde, hat im Dezember 2014 ihr Kind zur Welt gebracht.

„Unser Ziel ist es, Frauen vor oder nach einer Krebsbehandlung flächendeckend die Möglichkeit zu geben, sich qualifiziert beraten und gegebenenfalls auch behandeln zu lassen. Nach der Diagnose brauchen die Patienten schnell einen Ansprechpartner, da die Therapie nicht lange aufgeschoben werden kann“, sagt Professor Dr. Ariane Germeyer, Vorstandsmitglied im neu gegründeten Verein „Fertiprotekt“.

Die dem Netzwerk angeschlossenen Zentren beraten über die zur Verfügung stehenden Methoden, entwickeln sie weiter und folgen dabei strengen Qualitätsstandards. Außerdem werten sie die Erfahrungsberichte wissenschaftlich aus, um die Beratung zukünftig noch weiter zu verbessern.

Kontakt für Journalisten:
Professor Dr. Ariane Germeyer
Ariane.germeyer@med.uni-heidelberg.de; Tel 06221-567910.

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. www.klinikum.uni-heidelberg.de

Weitere Informationen:

https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/pressestelle/VK/2016/1_Jan_Mar/... Programm der Veranstaltung
https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/index.php?id=140576 Bilderstrecke
http://www.fertiprotekt.de/ Homepage von Fertiprotekt – Netzwerk für fertilitätsprotektive Maßnahmen

Julia Bird | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Operatortheorie im Fokus
20.07.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0
18.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie