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Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017

14. Jenaer Akustik-Tag an der Ernst-Abbe-Hochschule mit Referenten aus der Wissenschaft, Medizin und der Wirtschaft

Am 26. April fand der inzwischen schon traditionelle Jenaer Akustik-Tag in der Aula der Ernst-Abbe-Hochschule statt. Ab 13.00 Uhr waren, neben Fachleuten und Hochschulangehörigen, auch alle Interessierten am Thema „Akustik“ eingeladen.


Staubsaugertest im Akustiklabor

M. Koch / EAH Jena

In fünf Vorträgen vor circa 80 Teilnehmern wurden Fragen gesundheitlicher Folgen von Lärm, der Geräuschreduktion, der Lärmwirkung und weitere Einflussbereiche der Akustik behandelt. In diesem Jahr wurde der Themen-Bogen von „Tinnitus als Folge von Lärm“ über Fluglärm, „Akustische Einflüsse auf Kommunikationsketten“ bis hin zu praktischen Anwendungen wie „Geräuschoptimierung an Staubsaugern“ und der Einsatz Akustischer Methoden in der Qualitätssicherung in der Automobilfertigung gespannt.

Die Referentin Dr. Daniela Ivanšić vom Uniklinikum Jena zeigte beispielsweise in Ihrem Vortrag auf, wie durch Konzertbesuche oder Arbeitslärm irreversible Schäden am Gehör eintreten können, deren Folge häufig ein Tinnitus sei. Die Zahl der Patienten im Tinnitus-Zentrum nähme immer mehr zu. Auch die Vorbeugung durch den Schutz der Ohren sowie Therapiemöglichkeiten thematisierte sie. Ist eine Lärmeinwirkung unvermeidbar, solle auf angemessene Ruhephasen geachtet werden.

Florian Schmitt (BSH Hausgeräte GmbH) ging in einem weiteren Vortrag auf die umfangreichen Messungen und Forschungen ein, die für eine effektive Geräuschoptimierung bei Staubsaugern notwendig waren. „Lange waren turbulente Strömungen in den Düsen das Hauptproblem“ sagte er.

Bereits 1999 thematisierte Silvio Hamm die "Geräuschoptimierung von Bodenpflegegeräten" in seiner Diplomarbeit im Fachbereich Maschinenbau der Ernst-Abbe-Hochschule Jena. Betreut wurde er dabei unter anderem von Prof. Dr.-Ing. Bruno Spessert, dem Initiator des gestrigen Akustiktages an der Jenaer Hochschule. Hamms Fazit lautete damals: „Aufgrund der durchgeführten Untersuchungen können verschiedene Maßnahmen aufgezeigt werden die in zukünftigen Serienprodukten zu einem Geräuschniveau um 65 dB(A) führen.“

Eine schöne Erfolgsgeschichte, denn Hamm ist inzwischen Entwicklungsleiter bei der BSH Hausgeräte GmbH in Bad Neustadt, die die Marken Bosch und Siemens vertreibt. Sein Mitarbeiter Florian Schmitt nahm nun als Tagungsgast auf die damalige Abschlussarbeit Bezug: die Zielstellung von 1999 könne deutlich unterboten werden. „Ab 60 dB(A) wird es richtig leise“ sagt Herr Schmitt, das leiseste Gerät auf dem Markt – welches auch vorgeführt wurde - hat kann inzwischen 57 dB(A) vorweisen.

Der Jenaer Akustik-Tag fand auch in diesem Jahr am internationalen „Tag gegen Lärm“ statt. Erstmals in diesem Jahr gab es dazu in der Stadt Jena noch weitere Angebote, unter anderem in der Jenaer Straßenbahn, initiiert vom Tinnitus-Zentrum und Hörgeräteakustikern.

Sigrid Neef | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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