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Du bist, was du isst - Vortragsreihe "Food & Nutrition" beim "Forum Life Science 2013"

31.01.2013
Ein Apfel am Tag hält bekanntlich den Arzt fern.
Ernährungsempfehlungen auf Basis der jeweiligen genetischen Disposition des Einzelnen und des individuellen Lebensstils können spezifischer helfen, Erkrankungsrisiken zu verringern und Gesundheit zu fördern. Das ist Ziel der personalisierten Ernährung, die ein Schwerpunktthema auf dem 8. Internationalen Kongress „Forum Life Science“ am 13.-14. März 2013 an der Technischen Universität München in Garching sein wird.

In der Reihe "Food & Nutrition" stellen Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft aktuelle Ernährungskonzepte, neue Technologien und Produktentwicklungen sowie Erkenntnisse aus den Ernährungswissenschaften vor. Diskutiert werden aktuelle Trends, neue Strategien und künftige Chancen im Bereich Ernährung und Gesundheit.

Die Lebensstile der modernen Gesellschaft verändern sich stetig; die Herausforderungen für Gesellschaft, Industrie und Wissenschaft sind vielschichtig. Eine zunehmend ältere Bevölkerung, hohe Mobilität und stärkere Individualisierung spiegeln sich in den verschiedenen Ernährungsgewohnheiten wider. Zielgruppenspezifische Ansätze für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Konsumenten sind dabei gefragt. Darüber hinaus erlangt das Thema Prävention bei ernährungsbedingten Erkrankungen zunehmende Bedeutung. Hier tragen die Biowissenschaften u. a. mit neuesten Technologien der Metabolomik oder der Systembiologie zum besseren Verständnis der Zusammenhänge bei und bieten Lösungen.

Gesundheit und Ernährung – Neueste Wissenschaftstrends
Erkenntnisse aus der Forschung bilden die Grundlage für Innovationen, gerade auch im Lebensmittelsektor. Dabei stehen Wissenschaft und Industrie zunehmend im globalen Wettbewerb. Welche Position nimmt Deutschland in diesem Bereich ein? Prof. Hannelore Daniel, Technische Universität München, zeigt Perspektiven für die Ernährungsforschung in Wissenschaft und Lebensmittelindustrie in Deutschland und Europa auf.

Epidemiologische Studien zeigen, dass ernährungsbedingte Erkrankungen wie Adipositas oder Diabetes weltweit zunehmen. Ernährung spielt aber auch eine Rolle bei Volkskrankheiten wie Krebs. Dr. Jakob Linseisen, Helmholtz Zentrum München, erforscht die Zusammenhänge von Ernährung und Gesundheit, um Rückschlüsse auf die Ursachen von Volkskrankheiten zu ziehen und Risikofaktoren zu identifizieren.

Die Weiterentwicklung genombasierter Technologien wie Next Generation Sequencing ermöglicht ein immer umfassenderes Verständnis der Vielfalt und Funktion von Mikroorganismen. Neueste Erkenntnisse über den Einfluss bestimmter Bakterienarten im menschlichen Darm auf das Immunsystem und den Beitrag von Probiotika zur Gesundheit des Menschen präsentiert Prof. Dr. Willem de Vos von der Universität Wageningen.

Neuartige Konzepte in der Lebensmittelindustrie
Ernährung als Eckpfeiler für die Gesundheit und die daraus resultierende strategische Ausrichtung für Nestlé stellt deren Executive Vice President, Prof. Dr. Werner Bauer, in seinem Plenarvortrag vor. Am neu errichteten Nestlé Institute of Health Sciences werden mit modernen biomedizinischen Methoden Zusammenhänge zwischen Metabolismus, genetischer Prädisposition und Lebensstilfaktoren erforscht. Dr. Emmanuel Baetge, Leiter des Instituts, präsentiert den Ansatz, mit Hilfe einer genombasierten systematischen Vorgehensweise die molekularen Prozesse ernährungsbedingter Erkrankungen zu verstehen. Dieses Wissen umfasst Prävention, personalisierte Ernährungskonzepte sowie spezielle Nahrungsmittel für komplexe Erkrankungen und soll in neue Produkte umgesetzt werden.

Bioaktive Inhaltsstoffe in der Nahrung interagieren mit dem menschlichen Organismus und können gesundheitsfördernd sein. So spielen etwa Oligosaccharide eine wichtige Rolle für das Immunsystem von Neugeborenen. Dr. Ellen van Leusen, Friesland Campina, wird über die Entwicklung neuer Milchprodukte auf Basis funktioneller Zuckermoleküle informieren.

Lebensmittelinhaltsstoffe müssen für den Körper verfügbar sein, um eine Wirkung zu erzielen. Dr. Guus Duchateau, Unilever präsentiert neue Modelle und Techniken, die -basierend auf massenspektrometrischen Analysen, neuen Zellkulturmodellen und Humanstudien – Aussagen über die Bioverfügbarkeit, Verstoffwechselung und das Gesundheitspotenzial von Inhaltsstoffen erlauben.

Technologien zur schonenden Herstellung
Fett- oder Zuckerreduktion sowie zugegebene funktionelle Inhaltsstoffe können ungewollte Eigenschaften wie z. B. bitteren Geschmack oder mangelhafte Textur bei Lebensmitteln nach sich ziehen. Technologien, die dazu beitragen, dass diese gesundheitsfördernden Nahrungsmittel auch gut schmecken und aussehen, stellt Dr. Hermann Eibel von Kraft Foods vor.
Am Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV arbeitet man an Methoden zur schonenden Konservierung von Lebensmitteln. Herkömmliche Verfahren wirken sich oft nachteilig auf das Aussehen von Lebensmitteln und deren Inhaltsstoffe aus. Thomas Pfeiffer erläutert die Vorteile des neuen verbesserten Hochfrequenzerhitzungsverfahrens für die Konservierung verpackter Lebensmittel.

Zukünftige Konzepte und neue Geschäftsmodelle
Die demographische Entwicklung und der zunehmend individualisierte Lebensstil erfordern neue Ernährungskonzepte und Geschäftsmodelle. Einen Blick in die Zukunft wagt dazu Dr. Jo Goossens, ShiftN. Aus dem Bereich sportlerspezifische Nahrung präsentiert Prof. Martin Halle, Technische Universität München ergänzend ein konkretes Beispiel: Durch gezielte Ernährung lässt sich die eingeschränkte Körperabwehr nach Marathonläufen ausgleichen. Dr. Koray Karakaya, Philips, stellt ein Monitoringsystem zur Kontrolle der täglichen Aktivität, Fitness und des Kalorienverbrauchs vor.

Der Kongress
Neben der Vortragsreihe „Food & Nutrition“ behandelt die Reihe „Pharma Development“ Themen wie aktuelle Forschungsstrategien bei Volkskrankheiten, genombasierte Technologien für Diagnostik und Therapie, Personalisierte Medizin sowie stammzellbasierte Therapien und regenerative Medizin. „Industrial Biotechnology“ umfasst den Einsatz nachwachsender Rohstoffe, Bioraffineriekonzepte, neue Wertschöpfung durch Bioverfahrenstechnik sowie Perspektiven für biobasierte Hightech-Materialien und Produkte.

Über 60 Referenten aus 10 Ländern konnten gewonnen werden. Erwartet werden rund 1.000 Teilnehmer aus Europa, Nord- und Südamerika, Afrika, Asien und Australien.

Über 80 Aussteller präsentieren ihre Produkte und Dienstleistungen; ergänzend zeigt eine wissenschaftliche Posterausstellung neueste wissenschaftliche Ergebnisse.

Der alle zwei Jahre stattfindende, internationale Kongress vermittelt Information über neueste Entwicklungen aus Wirtschaft und Wissenschaft und ermöglicht den aktiven Austausch von Erfahrungen. Daraus lassen sich gezielt neue interdisziplinäre Kooperationen anbahnen – für die nächste Generation innovativer Produkte in den Life Sciences.

Zielgruppen sind Experten und Anwender der Biotech-, Chemie-, Pharma-, und Lebensmittelindustrie sowie der Agrarwirtschaft, der Analytik, des Anlagenbaus und der Verfahrenstechnik.

Der Kongress wird von der Bayern Innovativ GmbH, Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer des Freistaates, konzipiert und organisiert und durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie gefördert.

Dr. Petra Blumenroth | idw
Weitere Informationen:
http://www.bayern-innovativ.de/fls2013

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