Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationales Symposium zur beschleunigten DNA-Analyse

30.09.2014

Die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts war noch vor zehn Jahren ein milliardenschweres Langzeitprojekt. Mit Hilfe so genannter Next-Generation-Sequencing-Technologien (NGS) braucht man dafür heute nur noch einen Bruchteil der Ressourcen.

An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) diskutieren vom 7. bis 9. Oktober 2014 mehr als 30 Wissenschaftler bei einem internationalen Symposium verschiedener Fachrichtungen neue Einsatzmöglichkeiten und Anwendungsbeispiele dieser Technologien.

Moderne Verfahren zur DNA-Sequenzierung haben viele Bereiche der Bio- und Lebenswissenschaften gerade zu revolutioniert. So lässt sich nun zum Beispiel das Erbgut eines Menschen binnen weniger Wochen für nicht mehr als 1.000 US-Dollar analysieren.

Diese neuen Verfahren haben in den vergangenen Jahren Einzug in viele verschiedene Wissenschaftsdisziplinen gehalten. Wie mit Hilfe der neuen Sequenziertechnologien neue Forschungsfragen beantwortet und welche Schwierigkeiten dabei auftreten können, erörtern die Wissenschaftler aus den USA, den Niederlanden, der Schweiz und Deutschland in Halle.

Organisiert wurde das Symposium von den Instituten für Informatik und Humangenetik an der MLU. Prof. Dr. Ivo Große vom Lehrstuhl für Bioinformatik erklärt den Hintergrund für die Veranstaltung: "Normalerweise gehen Humangenetiker nur auf Tagungen für Humangenetiker, Biodiversitätsforscher nur auf Tagungen für Biodiversitätsforscher und wir Bioinformatiker nur auf Tagungen für Bioinformatiker." Mit dem Symposium wollen die Organisatoren nun einen Erfahrungsaustausch über Fächergrenzen hinweg realisieren.

NGS-Labore sind nämlich nicht nur für den Einsatz in der Humanmedizin - etwa bei der schnellen Diagnose von Erbkrankheiten – relevant. Auch in der Biodiversitätsforschung oder der Agrarwissenschaft können mit Hilfe der neuen Verfahren Fortschritte erzielt werden. So lassen sich zum Beispiel komplette Bodenproben sequenzieren und anhand der DNA-Analysen mögliche neue Bakterienarten entdecken.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem deutschen Zentrum für integrierte Biodiversitätsforschung (iDiv), dem Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie Halle (IPB), dem Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung Gatersleben (IPK) und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) statt.

Hintergrund: Next-Generation-Sequencing-Labor an der Uni Halle
An der Martin-Luther-Universität wurde 2014 ein spezielles Sequenzierlabor eingerichtet. Hier arbeiten vor allem Humangenetiker, Bioinformatiker und Agrarwissenschaftler zusammen an Fragestellungen der jeweiligen Fachbereiche. Die Kosten in Höhe von rund 300.000 Euro wurden über einen Großgeräteantrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingeworben.

Weitere Informtionen zum Symposium: http://deep-seq.uni-halle.de/symposium2014/

Manuela Bank-Zillmann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017
28.04.2017 | Deutsche Gesellschaft für Immunologie

nachricht Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru
28.04.2017 | InfectoGnostics - Forschungscampus Jena e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie