Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationaler wissenschaftlicher Kongress in Innsbruck

04.05.2010
Der ältere Krebspatient im Mittelpunkt

Das Medizinzentrum Anichstraße der Univ.-Klinik Innsbruck ist am 7. und 8. Mai Schauplatz eines wissenschaftlichen Kongresses zum Thema „Der ältere Krebspatient in der Onkologie“. Die Tagung steht unter dem Ehrenschutz von Gesundheitslandesrat Prof. Bernhard Tilg und von Rektor Prof. Herbert Lochs. Sie wird von der Univ.-Klinik für Innere Medizin V (Hämatologie und Onkologie) unter der Leitung von Univ.-Prof. Günther Gastl veranstaltet und fügt sich thematisch ideal in die Schwerpunkte Oncoscience sowie Alternsforschung und Geriatrie der Medizinischen Universität Innsbruck ein.

Die Zahl an betagten TumorpatientInnen ist kontinuierlich im Steigen. Derzeit beträgt in Tirol der Anteil an neu diagnostizierten KrebspatientInnen, die älter als 70 Jahre sind, bereits über 50 Prozent. „Für geriatrische KrebspatientInnen bestehen in Diagnose und Therapie immer noch große Defizite und auch in onkologischen Studien sind ältere PatientInnen bislang deutlich unterrepräsentiert“, erläutert ao.Univ.-Prof. Reinhard Stauder MSc, der Gründer und Leiter des Zentrums für „Geriatrische Hämatologie und Onkologie“ an der Univ.-Klinik für Innere Medizin V die Hintergründe.

Die geriatrische Onkologie als besondere Herausforderung: Ziel ist die maßgeschneiderte Therapieplanung

Konzepte zur Krebsbehandlung können nicht einfach „eins zu eins“ von Jüngeren auf Ältere übertragen werden. Der Prozess der Entscheidungsfindung ist für die verantwortlichen ÄrztInnen oft komplex, da neben dem Allgemeinzustand auch Komorbiditäten (Begleiterkrankungen), funktionale Aktivitäten, kognitive Funktionen und die soziale Versorgung strukturiert zu erfassen und in der Gesamtschau zu berücksichtigen sind. Das weitgehende Fehlen von Empfehlungen und Richtlinien zur Therapie betagter KrebspatientInnen erschwert die ärztliche Entscheidungsfindung zusätzlich.

Status quo, Diskussion und Ausblick

Mit der Durchführung des Symposiums zum Schwerpunktthema „Geriatrische Onkologie“ als Initiative des Tumorzentrums Innsbruck und der Seniorenkrebshilfe Tirol, wird nun speziell der Status quo und die zukünftige Entwicklung der Onkologie beim älteren Patienten beleuchtet. Prof. Stauder: „Es ist uns gelungen, namhafte SpezialistInnen aus den USA, Deutschland und Österreich für diesen Kongress zu gewinnen“. So referiert etwa Prof. Lodovico Balducci MD, einer der Pioniere der geriatrischen Onkologie und Begründer des Senior Adult Oncology Programms in Tampa, Florida, über Entwicklungen und zukünftige Perspektiven der geriatrischen Onkologie. Prof. DDr. Gerald Kolb, Chefarzt der Geriatrie und Ärztlicher Direktor des St. Bonifatius Hospitals Lingen spricht zur Etablierung und Implementierung der geriatrischen Onkologie in Deutschland.

Das Programm wird durch Beiträge aus der gerontologischen Grundlagenforschung, aus der klinisch angewandten Geriatrie und durch Referate namhafter Experten zur Diagnose und Therapie distinkter Tumorentitäten im Alter abgerundet. Der Onkologiekongress findet unter der Schirmherrschaft der SIOG (International Society of Geriatric Oncology), der ÖGHO (Österr. Ges. für Hämatologie & Onkologie), der AG Geriatrische Onkologie der TAKO (Tiroler Arbeitskreis für geriatrische Onkologie) sowie in Kooperation mit der ÖGGG (Österr. Ges. für Geriatrie und Gerontologie) statt. Der Verein Senioren-Krebshilfe, der vor einem Jahr gegründet wurde um die Anliegen älterer KrebspatientInnen gezielt zu unterstützen, hat die Schirmherrschaft übernommen.

Details zur Medizinischen Universität Innsbruck

Die Medizinische Universität Innsbruck mit ihren rund 1.700 MitarbeiterInnen und ca. 3.800 Studierenden ist gemeinsam mit der Universität Innsbruck die größte Bildungs- und Forschungseinrichtung in Westösterreich und versteht sich als Landesuniversität für Tirol, Vorarlberg, Südtirol und Liechtenstein. An der Medizinischen Universität Innsbruck werden drei Studienrichtungen angeboten: Humanmedizin und Zahnmedizin als Grundlage einer akademischen medizinischen Ausbildung und das Doctor of Philosophy (PhD) Doktoratsstudium als postgraduale Vertiefung des wissenschaftlichen Arbeitens.

Die Medizinische Universität Innsbruck ist in zahlreiche internationale Bildungs- und Forschungsprogramme sowie Netzwerke eingebunden. In der Forschung liegen die Schwerpunkte im Bereich der Molekularen Biowissenschaften (u.a. bei dem Spezialforschungsbereich „Zellproliferation und Zelltod in Tumoren“, Proteomik-Plattform), der Neurowissenschaften, der Krebsforschung, der molekularen Bildgebung und der Sportmedizin. Darüber hinaus ist die wissenschaftliche Forschung an der Medizinischen Universität Innsbruck in der hochkompetitiven Forschungsförderung sowohl national auch international sehr erfolgreich.

Factbox

Titel der Publikation:
Loss-of-function of MYO5B is the main cause of microvillus inclusion disease: 15 novel mutations and a CaCo-2 RNAi cell model
Autoren:
Lukas A. Huber, Frank M. Ruemmele, Thomas Müller, Andreas R. Janecke, Michael W. Hess
Publiziert in:
Human Mutation Volume 9999, Number 999a, 25. Februar 2010, 10.1002/humu.21224, Wiley-Liss

Kontakt

ao.Univ.-Prof. Reinhard Stauder MSc
Univ.-Klinik für Innere Medizin V (Hämatologie und Onkologie)
Medizinische Universität Innsbruck
Anichstraße 35
6020 Innsbruck, Österreich
Tel.: 0512 504 23255
reinhard.stauder@i-med.ac.at

Univ.-Prof. Reinhard Stauder | Medizinische Universität Innsbru
Weitere Informationen:
http://www.i-med.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal
18.08.2017 | Bergische Universität Wuppertal

nachricht Einblicke ins menschliche Denken
17.08.2017 | Universität Potsdam

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

21.08.2017 | Physik Astronomie

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie