Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationaler Ocean Sampling Day in Kiel

20.06.2014

Am kommenden Samstag, 21. Juni, ist „Ocean Sampling Day“. An über 170 Standorten weltweit nehmen Meeresforscher Wasserproben, um die Verbreitung und genetische Diversität von Mikroorganismen im Wasser zu untersuchen.

Auch Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und des gemeinsamen Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“ beteiligen sich an dieser bisher größten Messkampagne ihrer Art. Im Internet können die Aktivitäten live verfolgt werden.

Was haben Hawaii, Bermuda und die Eckernförder Bucht gemeinsam? Alle drei sind – zusammen mit rund 170 anderen Orten rund um den Globus – am kommenden Samstag Teil eines weltweiten wissenschaftlichen Projekts. Am internationalen „Ocean Sampling Day“ (OSD) nehmen Forscher rund um den Globus Meerwasser-Proben, die anschließend in standardisierten Verfahren auf Mikroorganismen hin untersucht werden.

Damit erhält die Wissenschaft einen globalen Überblick über die genetische Vielfalt und Verteilung von Mikroben im Meer. „Diese Kleinstlebewesen gehören zu den ältesten Lebensformen überhaupt. Außerdem spielen sie eine wichtige Rolle im Klimasystem der Erde.

Ohne sie gäbe es beispielsweise keine für den Menschen passende Atmosphäre“, erklärt die Meeresbiologin Dr. Carolin Löscher vom Institut für Allgemeine Mikrobiologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). „Deshalb ist es wichtig, mehr über diese Organismen zu erfahren“, ergänzt der Meereschemiker Prof. Dr. Hermann Bange vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Beide leiten ein Forscher- und Technikerteam, dass am Samstag Wasserproben für den OSD am Ausgang der Eckernförder Bucht nehmen wird.

Der Forschungskutter LITTORINA bringt die Kieler Wissenschaftler dafür Samstagmorgen zur Zeitserienstation Boknis Eck. „Dort nehmen wir ohnehin jeden Monat Proben, untersuchen, wie viel Nährstoffe im Wasser sind, wie viel Sauerstoff vorhanden ist, wie stark das Algenwachstum ist und auch, welche Mikroben vorkommen“, erklärt Professor Bange, der die Messstation koordiniert. Auch ohne den Ocean Sampling Day ist Boknis Eck ein fester Begriff in der internationalen Meeresforschung.

„Die Beprobung läuft dort fast ununterbrochen seit 1957. Damit ist Boknis Eck eine der am längsten aktiven Zeitserienstation ihrer Art“, erklärt Professor Bange. Kontinuierliche Messungen dieser Art über lange Zeiträume sind wichtig, um beispielsweise natürliche Schwankungen der Umweltbedingungen von menschengemachten Veränderungen unterscheiden zu können.

Abgesehen von den wenigen, langen Zeitserien-Messungen, die weltweit existieren, sehen die Kieler Wissenschaftler im Ocean Sampling Day die Chance einer weltweiten Momentaufnahme der Mikrobenvielfalt in allen Welt- und Randmeeren. „Deshalb haben wir sehr schnell entschieden, am OSD teilzunehmen, als wir von der Aktion gehört haben“, betont Dr. Löscher, die genauso wie Professor Bange Mitglied im Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ ist. Die Kieler sind in guter Gesellschaft. Auch andere bekannte Zeitserienstationen wie die Hawaii Ocean Time Series (HOTS) oder die Bermuda Atlantic Time Series (BATS) unterstützen den OSD.

Ins Leben gerufen hat den Ocean Sampling Day das von der EU geförderte Projekt Micro B3 (Marine Mikrobielle Biodiversität, Bioinformatik, Biotechnologie). Es wird von Prof. Dr. Frank Oliver Glöckner, Professor für Bioinformatik an der Jacobs University in Bremen koordiniert und erforscht die für den Menschen unsichtbaren Kleinstlebewesen und ihre Bedeutung für das Ökosystem Meer. Neben den Kolleginnen und Kollegen aus der Wissenschaft ermuntern die Organisatoren des OSD auch interessierte Bürger, eigene Daten zu erheben. Anleitungen dazu und weitere Informationen gibt es auf der Webseite www.oceansamplingday.org.

Wer die Aktivitäten des OSD 2014 live verfolgen will oder sich mit anderen Teilnehmern austauschen möchte, hat dazu ebenfalls Gelegenheit. Unter dem hashtag #osd2014 twittern beispielsweise viele Teilnehmer von ihren Aktivitäten. Auch die Fahrt der LITTORINA nach Boknis Eck kann dort miterlebt werden. Und weil der 21. Juni gleichzeitig der erste Tag der Kieler Woche ist, gibt es dabei sicherlich auch einige Impressionen vom größten Segelsportereignis der Welt.

Weitere Informationen:

http://www.geomar.de Das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
http://www.mikrobio.uni-kiel.de Das Institut für Allgemeine Mikrobiologie der CAU
http://www.oceansamplingday.org Webseite zum Ocean Sampling Day mit ausführlichen Informationen zu Teilnahmemöglichkeiten und weiteren Informationsquellen
http://www.twitter.com/geomar_de Das GEOMAR auf Twitter

Andreas Villwock | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit