Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationaler biomedizinischer Kongress mit Nobelpreisträger

16.06.2011
Sein Name ist kompliziert. Doch die 30 Buchstaben benennen einen Botenstoff, der wichtige Signale in unseren Zellen weiterleitet.

Wenn wir sehen, ist er beteiligt. Er reguliert den Insulinspiegel mit und hilft dabei, den Blutdruck zu senken. Vom 24. bis 26. Juni 2011 steht er im Mittelpunkt eines hochkarätig besetzten Kongresses an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU).

Sein Name: „cyclisches Guanosinmonophosphat“, kurz cGMP. 200 Teilnehmer aus aller Welt kommen zum Kongress „cGMP2011“, darunter Medizin-Nobelpreisträger Ferid Murad von der University of Washington.

Der Kongress wird seit 2003 alle zwei Jahre in wechselnden deutschen Städten organisiert. Die Referenten wollen Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten entlang des Signalwegs des Botenstoffes cGMP gewähren. Sie stellen neue genetische und experimentelle Modelle vor, die erlauben, die im Körper ablaufenden Prozesse noch besser zu verstehen.

Neben der Rolle von cGMP im Herz-Kreislauf-System gibt es viele neue Erkenntnisse zu dessen Funktion in anderen Bereichen, etwa im zentralen Nervensystem. Mit besonderer Spannung werden die Präsentationen über cGMP-Pharmaka mit einem völlig neuartigen Mechanismus erwartet. Diese Medikamente befinden sich derzeit in der klinischen Entwicklung zur Behandlung der akuten Herzinsuffizienz und verschiedener Formen des Lungenhochdrucks.

Einer, der der Forschung über cGMP erheblichen Auftrieb gegeben hat, ist Nobelpreisträger Professor Ferid Murad von der University of Washington. Der Mediziner und Pharmakologe hat 1998 gemeinsam mit Robert F. Furchgott und Louis J. Ignarro den Nobelpreis für Medizin erhalten. Die Wissenschaftler hatten einen zentralen Signalweg im Herz-Kreislauf-System aufgeklärt.

Entsprechend der nahezu universellen Bedeutung dieses Signalweges im Körper sind auch die Auswirkungen vielseitig, wenn er beeinträchtigt ist, was für zahlreiche Erkrankungen belegt wurde. Deshalb konzentrieren sich vielerorts Forschungsaktivitäten auf gezielte therapeutische Ansätze, solche krankheitsbedingten Fehlregulationen positiv zu beeinflussen. „Die Entwicklung von Arzneistoffen auf cGMP-Basis ist im Übrigen eine deutsche Erfolgsgeschichte", betont der hallesche Pharmazie-Professor Reinhard Neubert, Mitorganisator des Kongresses.

Die Teilnahme zahlreicher Vertreter von Pharmafirmen spiegelt die Aktualität des Forschungsschwerpunkts wider. „Diese Konferenzserie ist ein ideales Forum, um die dynamisch zunehmenden Erkenntnisse über cGMP aus den verschiedensten Bereichen zusammenzuführen", sagt Ferid Murad.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Neubert
Institut für Pharmazie der MLU
Telefon: 0345 55 25000
E-Mail: reinhard.neubert@pharmazie.uni-halle.de
Prof. Dr. Franz Hofmann
TU München
E-Mail: Franz.Hofmann@mytum.de
Prof. Dr. Johannes-Peter Stasch
Bayer HealthCare
E-Mail: johannes-peter.stasch@bayer.com

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.cyclicgmp.net

Weitere Berichte zu: Botenstoff Herz-Kreislauf-System Murad Nobelpreisträger Signalweg

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht
22.03.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen