Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Tagung: Medizinische Normwerte an das Alter anpassen

06.09.2011
Die hallesche Universitätsmedizin veranstaltet zum fünften Mal eine international besetzte Alterstagung. Schwerpunkt ist diesmal die Diskussion über die Praxistauglichkeit verschiedener Konzepte der Grundlagenforschung, die ein gesünderes Altern ermöglichen sollen - beispielsweise durch Ernährung und Bewegung.

Den Praxistext machen Altersforscher während der 5. internationalen Alterstagung in Halle. Sie diskutieren die Umsetzung der Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in den medizinischen Alltag. Bereits zum fünften Mal findet diese international gefragte und besetzte Tagung statt.

Vom 16. bis 18. September 2011 treffen sich in der Saalestadt renommierte Wissenschaftler und Ärzte, die auf dem Gebiet des Alterns forschen. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Lebenserwartung in den Industriestaaten deutlich zugenommen – und damit auch die Zahl altersbedingter Erkrankungen, wie die des Herz-Kreislaufsystems bzw. Tumorerkrankungen. In der Grundlagenforschung wurden in verschiedene Konzepte entwickelt, mit denen altersbedingte Erkrankungen verzögert oder verhindert werden können.

Grundlagenforscher, Ärzte und weitere Spezialisten wie Sportwissenschaftler diskutieren unter anderem, ob sich durch kalorienreduzierte Kost Alterserkrankungen verhindern lassen. Professor Simm: „Im Versuch mit Mäusen konnte gezeigt werden, dass kalorienreduzierte Kost das Leben der Mäuse verlängert.“ Doch die Tiere lebten in Käfigen ohne Umwelteinflüsse. Im medizinischen Alltag hingegen erkennen die Ärzte, dass mangelernährte Patienten ein hohes Krankheitspotential in sich tragen. „Für den medizinischen Alltag ist es wichtig, das richtige Maß für eine gesunde Ernährung zu finden.“ Dies gelte nicht nur für die Ernährung, sondern beispielsweise auch den Blutdruck. Professor Simm sagt: „Wir müssen die medizinischen Normwerte an das Alter anpassen.“

Dieses Maß gelte es auch bei der sportlichen Aktivität zu finden. Eine leichte Aktivität wie Walken oder Tanzen könne im Alter effektiver sein als intensiver Sport, sagt der hallesche Altersforscher. Die Wissenschaftler werden auch darüber diskutieren, ob das lange Zeit favorisierte Konzept des Einsatzes antioxidativer Mittel sinnvoll ist. „Aktuelle Forschungsergebnisse sagen: Das Einnehmen beispielsweise von künstlichen Vitaminen bringt nicht die erhofften Ergebnisse.“

Derzeit, so Professor Simm, werde in der Wissenschaft das „Hormesis Konzept“ als zukunftsträchtig befürwortet: „Leichter Stress ist gut für den Organismus.“ Dabei müsse individuell das richtige Maß gefunden werden. Als Maßlinie kann Professor Simm allerdings mitgeben: „Sport bis zur absoluten Erschöpfung ist kontraproduktiv.“

Die hallesche Universitätsklinik für Herz- und Thoraxchirurgie (Organisator Professor Dr. Andreas Simm) richtet gemeinsam mit der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III (Kardiologie) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz-, und Gefäßchirurgie (DGTHG), der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) sowie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DKG) die Alternstagung mit dem Thema: „Der ältere Patient – Vorbeugung und Eingriffe“ aus. Es werden etwa 120 Wissenschaftler aus mehr als zehn Ländern teilnehmen, darunter aus Deutschland, USA, Belgien, Finnland, Norwegen, Dänemark, Österreich und Australien. Um Jugendliche möglichst früh an die Wissenschaft heranzuführen, werden bis zu 15 Gymnasiasten die Möglichkeit gegeben, umsonst an der kompletten Tagung teilzunehmen. Weiterhin sind Studentinnen und Studenten der polnischen Partneruniversität in Poznan zur Tagung eingeladen Die Veranstaltung findet im Löwengebäude der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg statt.

Den Schober-Preis zur Erinnerung an den halleschen Herzchirurgen Professor Dr. Karl-Ludwig Schober erhält die finnische Alternsforscherin Kaisu Pitkäla aus Helsinki. Professor Karl-Ludwig Schober war in den Jahren von 1966 bis 1972 der Direktor der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie in Halle. Er war der Spiritus Rector einer großen Arbeitsgruppe, welche Ende der 50iger/Anfang der 60iger Jahre die erste Herz-Lungen-Maschine in der ehemaligen DDR entwickelte und diese 1962 in der ersten Herz-OP in Halle zum Einsatz brachte. Der Schober-Preis wird zum Auftakt der Tagung am Freitag, 16. September 2011, ab 18 Uhr vergeben.

Jens Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Legionellen? Nein danke!
25.09.2017 | Haus der Technik e.V.

nachricht Posterblitz und neue Planeten
25.09.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops