Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Tagung zur Gruppentheorie

12.03.2012
Bielefelder Universität ehrt Professor Bernd Fischer zum 75. Geburtstag
180 Mathematikerinnen und Mathematiker aus 15 Ländern empfängt die Universität Bielefeld heute (12. März) zur Tagung „Groups 2012“.

Sie folgen der Einladung des Bielefelder Sonderforschungsbereichs 701 „Spektrale Strukturen und Topologische Methoden in der Mathematik“ und der Fakultät für Mathematik anlässlich des 75. Geburtstages von Professor em. Dr. Dr. h.c. Bernd Fischer, einem der ersten und profiliertesten Professoren der Fakultät. Noch bis Freitag (16. März) beschäftigen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Verwendung von Gruppen in verschiedenen Teilen der Mathematik und präsentieren die neuesten Entwicklungen der Strukturtheorie von Gruppen. Die Tagungssprache ist Englisch.

Mit der Tagung ehrt die Fakultät den emeritierten Mathematik-Professor Bernd Fischer, dessen Spezialgebiet die Gruppentheorie ist. Er gilt als ein herausragender Vertreter der Algebra des 20. Jahrhunderts. Bernd Fischer war einer der ersten Mathematik-Professoren der Universität Bielefeld, er war mehrfach Dekan und leitete eine Zeit lang den Sonderforschungsbereich "Diskrete Strukturen in der Mathematik“.

Unter dem mathematischen Begriff der Gruppe verbirgt sich eine der grundlegendsten mathematischen Strukturen; auf diese Weise wird das Zusammenspiel von Symmetrien, wie etwa Spiegelungen und Drehungen, beschrieben. Die Gruppentheorie betrachtet dabei zuerst kleinste Bausteine, die sogenannten einfachen Gruppen, aus denen weitere Gruppen wie bei einem Baukastensystem zusammengesetzt werden. Schon früh bemerkten Forscher, dass es einzelne Ausnahmegruppen, die sogenannten sporadischen Gruppen gibt. Die Suche nach den sporadischen Gruppen (wie man heute weiß, gibt es 26) war eines der größten mathematischen Forschungsprojekte im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts, weltweit waren daran etwa 100 Mathematikerinnen und Mathematiker beteiligt. Bernd Fischer fand schon 1971 drei dieser sporadischen Gruppen, sie tragen heute seinen Namen - allerdings in mathematisch nüchterner Weise F22, F23, F24. Besonderes Aufsehen erregte seine Prognose der Existenz einer riesigen sporadischen Gruppe, man nennt sie das Monster (oder auch "Friendly Giant", also "freundlicher Riese"). Die Anzahl der Elemente dieser Gruppe ist eine Zahl mit 54 Stellen. Um diese Gruppe rankten sich schnell weitreichende Spekulationen über mögliche Verbindungen zu ganz anders gearteten mathematischen Fragestellungen. Diese Vermutungen wurden lange unter dem Namen "Moonshine" (also "kompletter Unsinn") gehandelt. Aber es stellte sich heraus, dass es die vermuteten tiefgreifenden Verbindungen zur Analysis, aber auch zu mathematischen Fragen in der Physik wirklich gibt - dies hat die Entwicklung der Mathematik nachhaltig beeinflusst. Einige der Vorträge der Tagung werden gerade diesen Themen gewidmet sein.

Die Mathematik ist eine tragende Säule des Profilschwerpunktes „Theoretische Wissenschaften“ der Universität Bielefeld. Sie genießt seit Jahrzehnten internationales wissenschaftliches Renommee. Im Sonderforschungsbereich 701 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) arbeiten in Bielefeld – und das ist deutschlandweit einmalig – „reine“ und „angewandte“ Mathematiker seit 2005 intensiv zusammen. Gruppentheoretische Fragestellungen spielen in vielen Teilprojekten des Sonderforschungsbereichs eine wichtige Rolle, und auch darüber wird im Rahmen der Tagung berichtet.

Kontakt:
Professor Dr. Henning Krause, Universität Bielefeld
Fakultät für Mathematik
Telefon: 0521 106-5020
E-Mail: hkrause@math.uni-bielefeld.de

Sandra Sieraad | idw
Weitere Informationen:
http://www.math.uni-bielefeld.de/groups2012/

Weitere Berichte zu: Fragestellung Gruppentheorie Mathematik Mathematikerinnen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal
18.08.2017 | Bergische Universität Wuppertal

nachricht Einblicke ins menschliche Denken
17.08.2017 | Universität Potsdam

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie