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Internationale Spitzenforscher der Nanophotonik treffen sich an der TU Ilmenau

24.09.2010
Blu-ray, Kirchenfenster und Schwangerschaftstests

Vom 26. bis 29. September findet an der Technischen Universität Ilmenau das 3. Deutsch-Japanische Seminar zur Nanophotonik statt.

Dazu erwartet die Universität rund sechzig internationale Spitzenforscher der Nanophotonik aus Japan, Frankreich, Italien, Irland und Deutschland. Nach den ersten beiden Tagungen 2003 in Berlin und 2007 in Yonago, Japan, findet das dritte Treffen dieses Jahr in Ilmenau statt.

Nanophotonik ist das Teilgebiet der Physik, das sich mit der Ausbreitung von Licht und elektromagnetischen Wellen in der Welt der ganz kleinen Teilchen beschäftigt. Konkrete Anwendung finden die Ergebnisse unter anderem bei der Blu-ray-Technologie, in ultraschnellen Computern, aber auch bei neuartigen Schwangerschaftstests. Sogar die Strahlkraft mittelalterlicher Kirchenfenster lässt sich mit Hilfe der Nanophotonik erklären. Deutsche Wissenschaftler gehören auf diesem Gebiet zur Weltelite, ihre japanischen Kollegen sind Spezialisten für Anwendungen, etwa die DVD-Technik.

„Deutsche und japanische Teilnehmer können auf diesem Gebiet sehr viel voneinander lernen“, erklärt Prof. Erich Runge, Fachgebietsleiter Theoretische Physik I an der TU Ilmenau und Organisator der Konferenz. Runge ist selbst im Rahmen des deutschen Schwerpunktprogrammes „Ultraschnelle Nanooptik“ aktiv.

Zu den renommierten Gästen der Konferenz zählt Prof. Motoichi Ohtsu von der Universität Tokio, einer der Vorreiter der Nanophotonik und Autor von fast vierzig Büchern, über dreihundert Fachartikeln und Halter von 87 Patenten. Ohtsu verspricht sich einiges davon, deutsche Wissenschaftler aus der Theorie und japanische Forscher aus der Anwendung der Nanophotonik zusammenzubringen: „Wir hoffen auf die gemeinsame Erkundung vielversprechender zukünftiger Forschungsrichtungen und das Entstehen einer nachhaltigen Kooperation zwischen beiden Ländern.“

Der Rektor der TU Ilmenau, Prof. Peter Scharff, sieht die Qualität der Konferenzteilnehmer als Beleg für eine erfolgreiche internationale Ausrichtung der Universität: „Ich freue mich sehr zu sehen, wie gut unsere Universität im internationalen Wettbewerb dasteht. Die Anwesenheit derart hochkarätiger Gäste beweist, wie gut unsere Netzwerke mit der Forschungselite sind.“

Das Programm der Tagung, die sowohl von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als auch von deren japanischem Pendant, der Japanese Society for the Promotion of Science, gefördert wird, ist breit gefächert. In mehr als vierzig Vorträgen befassen sich die Teilnehmer mit so unterschiedlichen Themen wie der Kontrolle und Manipulation von Licht, der Datenverarbeitung oder mit Nanoantennen. (Tagungsprogramm: www.tu-ilmenau.de/theophys1/gj-nanophotonics)

„Nanophotonik ist ein sehr aktives und rasch wachsendes Forschungsgebiet“, erläutert Prof. Christoph Lienau von der Universität Oldenburg, Mitorganisator der Tagung. „Physiker, Chemiker und Biologen untersuchen gleichermaßen Licht und Materie im Nano-Bereich. Optische Techniken können für alle Naturwissenschaften wichtige, einzigartige Informationen über die Struktur, Dynamik und Funktion von Nanostrukturen geben.“

Pressegespräch:
Montag, 27. September, 15.30 Uhr. TU Ilmenau, Faradaybau, Raum F108, Weimarer Str. 32, Ilmenau
Teilnehmer:
Prof. Erich Runge, TU Ilmenau
Prof. Motoichi Ohtsu, Universität Tokio
Prof. Christoph Lienau, Universität Oldenburg
Prof. Walter Pfeiffer, Universität Bielefeld (Mitinitiator des nationalen DFG Schwerpunktprogramms „Ultraschnelle Nanooptik“)

| idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-ilmenau.de/

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