Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Konferenz „XAFS16“ in Karlsruhe

19.08.2015

Mithilfe von Röntgenabsorptionsspektroskopie kann die Wissenschaft tief ins Innere von Werkstoffen und chemischen Verbindungen schauen und deren atomare Struktur aufklären. Für verschiedenste Fachdisziplinen – von Biologie, Umwelt- und Energieforschung über Materialwissenschaft bis hin zur Archäologie – ist die Technologie heute unverzichtbar. Vom 23. bis 28. August kommen mehr als 550 internationale Forscherinnen und Forscher am KIT zusammen, um sich über die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet zu informieren und auszutauschen. Zur offiziellen Eröffnung am 24. August sind Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich eingeladen.

Das Jahr 2015 wurde von der UNESCO als „Internationales Jahr des Lichts und der lichtbasierten Forschung“ deklariert. Passend zu diesem Anlass begrüßt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) vom 23. bis 28. August 2015 auf dem Campus Süd mehr als 550 internationale Forscherinnen und Forscher aus 37 Nationen, die vor allem eins gemeinsam haben:

Sie verwenden hochintensives „Synchrotron-Licht“ im Röntgenbereich zur Untersuchung von Materialien und Prozessen mittels einer speziellen Technik, die als „Röntgenabsorptionsspektroskopie“ (englisch: X-ray Absorption Fine Structure spectroscopy – XAFS) bezeichnet wird.

Alle drei Jahre treffen sich die Entwickler und Anwender von XAFS zu einer großen Fachtagung an einer Universität oder Hochschule, die wie das KIT eigene intensive Forschungsprogramme unter Anwendung der XAFS-Technik verfolgt.

Die direkten Vorgängerinnen der diesjährigen Konferenz XAFS16 in Karlsruhe fanden in Peking/China, Camerino/Italien und Stanford/USA statt. Nach 1994 in Berlin findet die Tagung überhaupt erst zum zweiten Mal in Deutschland statt. Dementsprechend freut sich das Organisationsteam um Jan-Dierk Grunwaldt – Vorsitzender der Veranstaltung und als Professor für Chemische Technik und Katalyse am KIT selbst Anwender von XAFS – über den in Karlsruhe erzielten neuen Anmelderekord.

Eröffnet wird die Tagung offiziell am Montag, dem 24. August 2015 um 08:30 Uhr im Audimax am Campus Süd des KIT. Prof. Dr. Volker Saile, Bereichsleiter Physik und Mathematik am KIT, wird durch die Welcome-Session leiten.

Eröffnet wird die Veranstaltung durch den Präsidenten der International X-ray Absorption Society (IXAS), Prof. Dr. Bruce Bunker (Chicago, USA), den Vizepräsidenten des KIT für Forschung, Prof. Dr. Ing. Detlef Löhe, und den Karlsruher Oberbürgermeister, Dr. Frank Mentrup. Weiterhin werden Dr. Bridget Murphy, Vizepräsidentin des Deutschen Komitees Forschung mit Synchrotronstrahlung (KFS), und der Vorsitzende der XAFS16, Prof. Dr. Jan-Dierk Grunwaldt, die Teilnehmenden begrüßen.

Danach startet unmittelbar das wissenschaftliche Programm. Frau Prof. Serena DeBeer vom MPI für Chemische Energiekonversion wird im ersten Plenarvortrag über neueste spektroskopische Methoden berichten, die sie nutzt, um neue Erkenntnisse über die Speicherung und Umwandlung von Energie in biologischen Systemen zu gewinnen.

Interessierte Medienvertreterinnen und –vertreter sind herzlich eingeladen, an der Eröffnung teilzunehmen, und können sich über das beiliegende Teilnahmeformular anmelden. Im Anschluss an die Welcome-Session wird es die Gelegenheit geben, mit den Organisatoren ins Gespräch zu kommen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter http://www.xafs16.org

Über XAFS16:

Kennzeichnend für die gesamte Tagung ist, dass sich die Entwicklung der spektroskopischen Methoden und deren Anwendung gleichberechtigt gegenüberstehen. Die XAFS-Spektroskopie ermöglicht die Aufklärung der atomaren Struktur von Werkstoffen oder chemischen Verbindungen - und zwar unter Bedingungen, die denen in technisch relevanten Prozessen oder natürlichen Systemen entsprechen. Die Beeinflussung oder „Störung“ der untersuchten Substanz ist dabei minimal. Beispielsweise kann das Verhalten von Edelmetall-Partikeln in „arbeitenden“ Katalysatoren untersucht werden. Die Kenntnis der atomaren Struktur ist die Grundlage, um später die Funktion und die Eigenschaften von Katalysatoren zu verbessern und ihre Herstellungsverfahren zu optimieren. Auch das Ausbreitungsverhalten von Schadstoffen wie Schwermetallen in Böden kann mittels XAFS aus ihren Bindungseigenschaften abgeleitet werden – ein erster Schritt, solche Schadstoffe einzudämmen oder wieder aus der Umwelt zu entfernen. Entsprechend breit ist das Expertenwissen, das zur XAFS16 in Karlsruhe zusammen kommt – es reicht von der Biologie, Umwelt- und Energieforschung bis zur Radionuklidforschung und den verschiedensten Disziplinen der Materialwissenschaften oder der Untersuchung kulturhistorischer Artefakte.

Neben dieser angewandten Forschung, die zusätzlich durch ein Symposium zur industriellen Anwendung der XAFS-Technik untermauert wird, spielt auch die Darstellung der ständigen Weiterentwicklung der theoretischen und experimentellen XAFS-Grundlagen eine große Rolle bei der Tagung. Für die Aufnahme der XAFS-Spektren sind intensivste Quellen zur Erzeugung sogenannter Synchrotronstrahlung erforderlich, wie sie mit dem Elektronenbeschleuniger ANKA auch auf dem Campus Nord des KIT zur Verfügung stehen. Weltweit werden über 60 derartige Anlagen betrieben oder sind im Bau, wie derzeit in Schweden, Polen, China oder Brasilien. Die eigentliche Erfolgsgeschichte von XAFS geht auf das Jahr 1971 mit bahnbrechenden Arbeiten der drei US-Wissenschaftler Edward Stern, Dale Sayers und Farrel Lytle zurück. In Ihrem Namen werden durch die IXAS anlässlich der XAFS16 in Karlsruhe wieder drei junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet, deren herausragende Arbeiten auf theoretischem und experimentellem Gebiet in den letzten Jahren zur Weiterentwicklung der XAFS-Technik beigetragen haben. Bekanntgegeben werden die drei diesjährigen Preisträger während einer Sitzung am letzten Tag der Veranstaltung. Das offizielle Programm der Konferenz endet mit der Einladung zur bereits jetzt feststehenden Nachfolgerin – die XAFS17 wird im Juli 2018 von der Polish Synchrotron Radiation Society in Krakau ausgerichtet. Zum Schluss sind alle Teilnehmer noch zu einer Besichtigungs-Tour der ANKA-Anlage auf dem Campus Nord des KIT eingeladen.

Weiterer Kontakt:
Nils Ehrenberg, Presse, Pressereferent, Tel.: +49 721 608-48122, Fax: +49 721 608-45681, E-Mail: nils.ehrenberg@kit.edu

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) vereint als selbständige Körperschaft des öffentlichen Rechts die Aufgaben einer Universität des Landes Baden-Württemberg und eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft. Seine drei Kernaufgaben Forschung, Lehre und Innovation verbindet das KIT zu einer Mission. Mit rund 9 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 24 500 Studierenden ist das KIT eine der großen natur- und ingenieurwissenschaftlichen Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas.

Diese Presseinformation ist im Internet abrufbar unter: http://www.kit.edu

Weitere Informationen:

http://www.xafs16.org

Monika Landgraf | Karlsruher Institut für Technologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus
21.09.2017 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

nachricht 23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus
21.09.2017 | Hochschule Stralsund

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften