Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

International anerkannt: die Quantentechnologie des AIT

18.10.2010
Vor genau zwei Jahre präsentierte das AIT Austrian Institute of Technology am 20. Oktober 2008 weltweit zum ersten Mal ein quantenkryptographisches Netzwerk, resultierend aus einer Kooperation mit den führenden europäischen Gruppen, darunter auch der Universität Wien.

In den Tagen zwischen 18. und 20.Oktober 2010 erfolgt eine neuerliche Live-Präsentation. Und zwar in Tokio unter dem Titel „UQCC2010 – updating quantum cyryptography and communications” (www.uqcc2010.org).

Das Wiener Quanten-Schlüsselverteilsystem – von der Grundlagenforschung zur Industrialisierung

Wien ist dabei durch Anton Zeilinger von der Universität Wien und IQOQI sowie durch ForscherInnen des AIT Safety & Security Departments vertreten. Sie präsentieren die Weiterentwicklung des Prototyps des Wiener Quanten-Schlüsselverteilsystems, der Vienna Quantum Key Distribution QKD.

Anton Zeilinger betreibt im Bereich der Quanten verstärkt Grundlagenforschung, um neue Phänomene zu entdecken. Sie sollen neue Wege der Informationsübertragung und Informationsverarbeitung erschließen. Die ForscherInnen am AIT entwickeln Technologien um diese Phänomene zu beherrschen und vermarkten zu können bzw. auf diese Weise für die Industrie nutzbar zu machen.

„Mit dem Auftritt in Tokio positioniert sich das AIT erfolgreich im internationalen Forschungskontext. Das stellt einen großen Schritt für dessen wichtig Rolle dar, die Quantentechnologie zu industrialisieren und Wien als Welthauptstadt der Quantenforschung zu profilieren“, so Helmut Leopold, Head of Safety & Security Department. Das High-Tech-Gerät soll ehest möglich in Kleinserienproduktion gehen.

Durchbruch für die Quantenschlüsselverteilung

Verbesserungen in der Schlüsselrate und bei der Distanz sind entscheidend, um den Durchbruch der Quantenschlüsselverteilung technisch zu schaffen. Das soll in Tokio gezeigt werden. Das System von AIT wird mit drei japanischen sowie zwei weiteren Systemen vorgestellt.

Vor zwei Jahren lagen die Erzeugungsraten für sichere Schlüssel bei 1000 Bit pro Sekunde. Nun sollen tausendmal höhere Schlüsselraten von bis zu 1 Mb/s erreicht werden. Eine japanische Gruppe setzt eine völlig neue Detektortechnologie ein. Damit will sie mit Hilfe von supraleitenden Detektoren neue Distanzrekorde erzielen.

Tokio-Prototyp mit österreichischer Hilfe

Das AIT arbeitet in enger Kooperation mit der japanischen Nihon-University. Der AIT-Forscher Andreas Poppe half bei seinem einmonatigen Forschungsaufenthalt in Tokio mit, den „Tokio-Prototyp“ für die Präsentation im Oktober vorzubereiten. Er arbeitet dort außerdem an Experimenten mit verschränkten Photonen.

Die Quantentechnologie-Gruppe des AIT widmet ihre Aufmerksamkeit einer Erfolg versprechenden Hardware. Darüber hinaus arbeitet sie intensiv an der Entwicklung der Quantenkryptographischen Software. Sie stellt für Anwendungen die durch Quantenmethoden erzeugten, kryptographischen Schlüssel zur Verfügung. Und sie ermöglicht die Schlüsselverteilung innerhalb eines sicheren Kommunikationsnetzwerkes.

Internationaler Erfolg des AIT durch Quantenkryptographische Software
Das AIT stellt seine Software seit einigen Monaten der weltweiten Quantenkryptographie-Community zur Verfügung. Sie wurde unter der General Public License GNU jedem Interessenten zugänglich gemacht. Dank der hohen Qualität der AIT-Software wird sie weltweit nachgefragt. Interessierte ForscherInnen melden sich u. a. aus Calgary und Waterloo in Kanada, aus Paris, Madrid, und Bangkok.

Große Vision des AIT: weltweite OKD-Vernetzung

Die AIT-Gruppe beteiligt sich an der Entwicklung der Technologie mit einer große Vision: AIT-ForscherInnen arbeiten an der Vorbereitung eines Quantenkryptographie-Projekts der kanadische Regierung. Die österreichische Akademie der Wissenschaften plant unter der Leitung von Zeilinger eine Kooperation mit der chinesischen Akademie zur Zusammenarbeit im Weltraum. Das Ziel ist, ein weltumspannendes QKD-Netzwerk zu errichten. Dabei werden lokale Quanten-Netzwerke über mit quantenkryptografischer Technologie ausgerüstete Satelliten verbunden.

Michael Hlava | idw
Weitere Informationen:
http://www.uqcc2010.org
http://www.truq.at
http://www.ait.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Das Immunsystem in Extremsituationen
19.10.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm
19.10.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise