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Interdisziplinäre Tagung: „Wissenschaft schreiben“

02.10.2013
Angelesenes Wissen oder eigenes Gedankengut, direkt oder indirekt Zitieren, Fußnoten oder Endnoten: Einheitliche Richtlinien zum Erstellen wissenschaftlicher Texte gibt es in Deutschland nicht.

Das haben nicht zuletzt die jüngsten Diskussionen um Plagiats- und Plagiatsverdachtsfälle gezeigt. Auch steht der Erwerb von Schreibkompetenz – gerade in den Natur- und Technikwissenschaften – nicht im Fokus der akademischen Ausbildung.

Disziplinübergreifend Qualitätskriterien für wissenschaftliche Texte zu definieren und diese schreibdidaktisch und textkritisch aufzuarbeiten, ist daher Ziel der Tagung „Wissenschaft schreiben“ am KIT. Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen.

Seit der Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge schreiben Studierende bereits im Grundstudium längere Arbeiten. Fehlende Schreiberfahrung, Zeitdruck sowie die technische Möglichkeit des Kopierens und Einfügens von Textpassagen, können sich dabei negativ auswirken. Schreibforscher wollen unter anderem mit verbindlichen Zitationssystemen und schreibdidaktischer Unterstützung früh ansetzen und die Qualität wissenschaftlicher Arbeiten sichern.

Interdisziplinäre Tagung: „Wissenschaft schreiben“ am KIT
9. bis 11. Oktober
Rudolf-Plank-Hörsaal, Gebäude 40.32
Engler-Bunte-Ring 21,
76131 Karlsruhe
Programm-Höhepunkte
Einführungsvortrag
Mittwoch, 9. Oktober, von 14.00 bis 14.45
Gesine Schwan, Präsidentin der Humboldt-Viadrina School of Governance
Als Präsidentin der Europauniversität Viadrina Frankfurt (Oder) erkannte Schwan sehr früh die Notwendigkeit des Ausbaus von Schlüsselkompetenzen im Studium und Lehre. Wegweisend in diesem Bereich ist unter anderem die Etablierung des Schreibzentrums an der Viadrina.
Wissenschaftliches Schreiben forschungsorientiert unterrichten
Mittwoch, 9. Oktober, von 15.30 bis 16.15 Uhr
Otto Kruse, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Neben verschiedenen Schreibstrategien und der Gestaltung des Schreibprozesses sind die Besonderheiten verschiedener Wissenschaftssprachen zu berücksichtigen, ohne die Verständlichkeit des Textes zu vernachlässigen.
Historische und ontogenetische Überlegungen zum wissenschaftlichen Schreiben von Studierenden
Mittwoch, den 9. Oktober, von 17.30 bis 18.15 Uhr
Thorsten Pohl, Universität zu Köln
Verschiedene Wissenschaftssprachen beruhen auf unterschiedlichen Schreibtraditionen: Beispielsweise verlangen viele Hochschulen in den USA anstelle einer umfangreichen Abschlussarbeit mehrere wissenschaftliche Paper, die jeweils einen externen Beurteilungsprozess durchlaufen. Für Deutschland gilt, dass die Schreibkulturen auch an die historische Entwicklung der jeweiligen Fächer gekoppelt sind, mit ganz eigenen Auswirkungen auf den akademischen Text.
Wissenschaftskommunikation 2.0 – Dialoge mit der Öffentlichkeit
Freitag, den 11. Oktober, 11:45 bis 12.30 Uhr
Beatrice Lugger, Nationales Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik)
Mit Blogs, Twitter und sozialen Netzwerken sind viele neue Kanäle entstanden, über die Wissenschaftler mit der Öffentlichkeit kommunizieren können. Diese Formate begünstigen aktive Teilnahme und dialogischen Austausch und lösen damit die monologische Wissensübermittlung ab.
Vollständiges Programm und weitere Informationen unter:
http://www.hoc.kit.edu/4196.php
Zum Anmeldeformular
http://www.pkm.kit.edu/anmeldung_tagung.php
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Thematische Schwerpunkte der Forschung sind Energie, natürliche und gebaute Umwelt sowie Gesellschaft und Technik, von fundamentalen Fragen bis zur Anwendung. Mit rund 9000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter knapp 6000 in Wissenschaft und Lehre, sowie 24 000 Studierenden ist das KIT eine der größten Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Monika Landgraf | idw
Weitere Informationen:
http://www.hoc.kit.edu/4196.php

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