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Ein bedeutender Kongress der Medizin- und Gesundheitsbranche tagt im Nürnberger Congress Center: 800 Experten kommen heute und morgen zu „MedTech Pharma 2010- Medizin Innovativ“ zusammen. Ingesamt 65 hochkarätige Referenten und 135 Fachaussteller bilden den Kern der Veranstaltung.
Das Spektrum reicht von medizinischer Bildgebung, intelligenten Gerätelösungen und Krankenhaus-IT bis zu technologieunterstützten Pflegesystemen sowie Personalisierter Diagnostik und Therapie. Das Bundesforschungsministerium ist mit einem eigenen Symposium zu bioaktiven Implantaten und molekularer Bildgebung beteiligt.
Nürnberg – Ein bedeutender Kongress der Medizin- und Gesundheitsbranche tagt im Nürnberger Congress Center: 800 Experten kommen heute und morgen in Nürnberg zu „MedTech Pharma 2010- Medizin Innovativ“ zusammen. Ingesamt 65 hochkarätige Referenten und 135 Fachaussteller bilden den Kern der Veranstaltung. Themenvielfalt prägt das Profil des Kongresses: Das Spektrum der Hauptblöcke Elektronik & IT in der Gesundheitsbranche und Personalisierte Medizin reicht von medizinischer Bildgebung, intelligenten Gerätelösungen und Krankenhaus-IT bis zu technologieunterstützten Pflegesystemen sowie Personalisierter Diagnostik und Therapie. Das Bundesforschungsministerium ist mit einem eigenen Symposium zu bioaktiven Implantaten und molekularer Bildgebung beteiligt.
Großes Interesse zeigten die Teilnehmer an der Themenreihe Personalisierte Medizin. Die gezielte Behandlung von Patienten nach vorausgehender Erhebung ihres genetischen Profils steht dabei im Vordergrund. Ziel ist es, für den Patienten aufgrund seiner individuellen Eigenschaften eine maßgeschneiderte Therapie zu entwickeln. Die Umsetzung vorbeugender Maßnahmen auf Basis der Gene des Einzelnen kann laut Professor Wess vom Helmholtz Zentrum München allerdings noch Jahre dauern. Die Forschungsergebnisse sollen aber möglichst schnell den Patienten zugute kommen. Die Wissenschaft hat auch schon wichtige Ziele erreicht. „Bereits heute sind durch genetische Verfahren die Ursachen vieler monogenetischer Erkrankungen bekannt. Die sogenannte Targeted Therapy mit einer neuen Qualität von Arzneimitteln, die ganz spezifisch in das Krebsgeschehen ein¬greifen, sind große therapeutische Durchbrüche. Mittlerweile zeigt eine Reihe von Beispielen, dass die Anwendung von Arzneimitteln durch DNA-Untersuchungen effi¬zienter und sicherer gemacht werden können.“
Erste Firmen bieten in USA bereits ihre Dienstleistungen direkt dem Verbraucher an und identifizieren indivi¬duelle Risikofaktoren von Krankheiten, so Wess. Da diese Entwicklungen auch die großen Volkskrankheiten wie Krebs, Alzheimer, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenerkrankungen einschließen, wird es tiefgreifende Auswirkungen auf Gesundheits¬systeme, Versorgung und Industrie geben.
In der Vortragsreihe HomeCare & Ambient Assisted Living wurde deutlich, dass der Bedarf an Dienstleistungen zur Förderung eines eigenständigen Lebens im Alter in den nächsten Jahren wachsen wird. Laut dem Träger-Konsortium des SmartSenior-Projekts waren 2008 32,2 Millionen Bürger (39 Prozent der deutschen Bevölkerung) 50 Jahre oder älter. Im Zuge des demographischen Wandels wird die Anzahl der Haushalte mit Personen, die älter als 50 Jahre sind, in den nächsten zehn Jahren um die Hälfte wachsen. Die Generation 50+ ist mit einem Nettoeinkommen von ca. 740 Milliarden Euro (2008) finanziell gut situiert und willens, in wichtige Lebensbereiche zu investieren.
Das Forschungsprojekt SmartSenior hat zum Ziel, älteren Menschen aus ökonomischer, gesundheitlicher und sozialer Sicht mit Hilfe von technologischen Innovation ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu erhalten. Bisher sind noch keine integrativen, einheitlichen Lösungen auf dem Markt, die die individuell verschiedenen Bedürfnisse berücksichtigen.
Den Weg zur echten Online-Zusammenarbeit in der Medizin wird Prof. Dr. Kurt Marquardt der Rhön-Klinikum-AG am zweiten Kongresstag aufzeigen. Medizinische „Leistungsallianzen“ ebnen den Weg für bessere Kooperation und Kommunikation zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, indem darin gezielt medizinische Daten zusammenfließen. „Mit der einrichtungsübergreifenden elektronischen Patientenakte WebEPA vernetzen wir die an der Patientenversorgung beteiligten Ärzte und ermöglichen es den behandelnden Ärzten, wichtige Behandlungsdaten schnell und sicher untereinander einzusehen, Formulare gemeinsam zu bearbeiten und Zweitmeinungen elektronisch einzuholen. Auf diese Weise vermeiden wir für den Patienten belastende und teure Doppeluntersuchungen, erhöhen die Behandlungssicherheit und vermeiden unnötige Kosten. Darüber hinaus kann auf vorhandenes und gesammeltes Wissen zurückgegriffen werden“, so Marquart.
Veranstalter des Kongresses sind das Nürnberger Forum MedTech Pharma e.V. und die Bayern Innovativ GmbH im Rahmen des Clusters Medizintechnik. Mit 650 Mitgliedern aus allen Bereichen der Medizin und aus 15 Ländern ist das Forum MedTech Pharma deutschland- und europaweit eines der größten Netzwerke in der Gesundheitsbranche. Der Vorsitzende des Vorstandes, Prof. Michael Nerlich, resümiert den Kongress: „Das Konzept von MedTech Pharma 2010 hat sich bestätigt: Die Themenvielfalt und fachliche Qualität der Vorträge sind auch in diesem Jahr wieder für zahlreiche Experten höchst attraktiv. Die Ausstellung ist ebenfalls sehr gut besucht und zeigt das Interesse an innovativen Technologien, Produkten und Trends. Dieser großartige Erfolg motiviert uns für unseren nächsten MedTech Pharma-Kongress am 4./5. Juli 2012.“
Marlene Klemm | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.medtech-pharma.de
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