Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Informatiker laden zu Liveübertragung von erster Landung auf Kometen ein

10.11.2014

Wissenschafts- und Raumfahrtbegeisterte jeden Alters können am kommenden Mittwoch, 12. November, am Hasso-Plattner-Institut (HPI) auf einer Großleinwand die Live-Übertragung von der ersten Landung einer Raumsonde auf einem Kometen mitverfolgen. Präsentiert wird dieser Meilenstein der Raumfahrtgeschichte ab 9.15 Uhr im Seminarraum H.E-51 des HPI-Hauptgebäudes auf dem Potsdamer Campus Griebnitzsee. Organisatoren sind HPI-Student Hubert Hesse und Jura-Student Torben Reichert.

Es geht um die Rosetta-Mission der europäischen Weltraumagentur ESA, die die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems erforscht. Untersucht wird einer der ältesten Himmelskörper, der Komet Tschurjumow-Gerasimenko. Am Mittwochmorgen trennt sich von der Raumsonde Rosetta die Landeeinheit Philae und wird nach Aufsetzen auf dem Schweifstern mit Untersuchungen des Kometenkerns beginnen.

Auf der HPI-Leinwand werden die Bilder des Live-Streams http://rosetta.esa.int  aus dem Mission Control Zentrum der ESA zu sehen sein. Bis zur Philae-Landung auf dem Kometen, die laut ESA-Planung gegen 16.30 Uhr stattfinden soll, bieten die Studenten viele Vorträge und Diskussionen zur Rosetta-Mission an. Es sollen auch Videos zur Rosetta-Mission, zur ESA, zum Deutschen Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie zur US-Raumfahrtbehörde NASA gezeigt werden.

„Wir werden die ersten Aufnahmen des Landevorganges und anschließend auch Panoramabilder von der Oberfläche Tschurjumow-Gerasimenkos sehen“, verspricht Hubert Hesse, der am HPI IT-Systems Engineering studiert. Gemeinsam mit dem Mission Control Team können anschließend die ersten Ergebnisse der Untersuchungen während und nach der Landung verfolgt werden. Die Veranstaltung am HPI endet voraussichtlich gegen 18 Uhr.

Hintergrund zur Rosetta-Mission der ESA

Mit ihrer Rosetta-Mission erforscht die europäische Weltraumorganisation ESA die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems. Untersucht wird einer der ältesten Himmelskörper, der Komet Tschurjumow-Gerasimenko. Im Orbit als „Kometenjäger“ unterwegs sind die Raumsonde Rosetta und die Landeeinheit Philae, an deren Bau das Deutsche Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wesentlich beteiligt war. Das DLR betreut zudem die schwierige und bisher noch nie gewagte Landung auf dem Kometen.

Rosetta war am 2. März 2004 gestartet und auf ihrer zehnjährigen Reise dreimal an der Erde und einmal am Mars vorbei geflogen, um ausreichenden Schwung für den langen Weg zum Kometen zu bekommen. Beim Vorbeiflug an den Asteroiden Steins (September 2008) und Lutetia (Juli 2010) fotografierte Rosetta diese und nahm umfangreiche physikalische Messungen vor. Jetzt, am 12. November 2014, wird sich das Landegerät Philae vom Mutterschiff lösen, auf dem Schweifstern aufsetzen und sich sofort mit Harpunen im Eis verankern.

Die Instrumente an Bord beider Sonden werden die Zusammensetzung des Kometenkerns sowie das Aktivwerden des Kometen auf dem Weg zu seinem sonnennächsten Punkt untersuchen. Die Frage der Mission ist, ob sich die Kometenoberfläche tatsächlich in einer Art "Urzustand" befindet und ob Kometen präbiotische Moleküle und Wasser zur Erde gebracht und somit eine Rolle bei der Entstehung des Lebens gespielt haben könnten.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (https://hpi.de) an der Universität Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang „IT-Systems Engineering“ an – ein besonders praxisnahes und ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium, das von derzeit 480 Studenten genutzt wird. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet 240 Plätze für ein Zusatzstudium an. Insgesamt zehn HPI-Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten sind am Institut tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen neun Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche. Das HPI kommt bei den CHE-Hochschulrankings stets auf Spitzenplätze. Mit open.HPI.de bietet das Institut seit September 2012 ein interaktives Internet-Bildungsnetzwerk an, das jedem offen steht.


Weitere Informationen:

http://rosetta.esa.int  - Informationen zur Rosetta-Weltraummission der ESA
https://hpi.de  - Website des Hasso-Plattner-Instituts für Softwaresystemtechnik (HPI) an der Universität Potsdam

Hans-Joachim Allgaier | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik
21.08.2017 | Universität Bern

nachricht DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz
21.08.2017 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Studie für Patienten mit Prostatakrebs: Einteilung in genomische Gruppen soll Therapie präzisieren

21.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Forscher entwickeln zweidimensionalen Kristall mit hoher Leitfähigkeit

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein neuer Indikator für marine Ökosystem-Veränderungen - der Dia/Dino-Index

21.08.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz