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HPI-Innovationsschule verhilft zu nutzerfreundlicheren Angeboten

23.09.2011
Ein Staubsauger, der Schmutz in Gelee verwandelt, eine Packstation für Lebensmitteleinkäufe und ein Krankenhausbett, das Demenzkranke in der Notaufnahme beruhigt - so sehen einige von Unternehmen realisierte Projektergebnisse der HPI School of Design Thinking aus, die am Freitag, 23. September, in Potsdam vorgestellt worden sind.

Über 50 Unternehmensvertreter hatten sich versammelt, um über die Umsetzung der Innovationsideen auszutauschen, die seit 2007 in Projekten mit Europas erster Innovationsschule für Studenten entstanden sind.

"Mit Hilfe der Studenten konnten wir das Reinigungserlebnis für unsere Kunden mit Wasserfilter-Staubsaugern verbessern. Angefangen von der vereinfachten Montage bis hin zur Entsorgung des Schmutzwassers in Form von handlichem Gelee", so Reinhard Stücher, Entwicklungsleiter der Robert Thomas Metall- und Elektrowerke in Neunkirchen. Erste Produktinnovationen sind bereits ein halbes Jahr nach Projektabschluss mit der Innovationsschule in die Produktion der Wasserfilterstaubsauger eingeflossen.

"Wir lassen unsere Studenten an echten Fragen aus der Wirtschaft arbeiten", betonte HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel. Das Interesse von Unternehmen und Institutionen an der Innovationsmethode Design Thinking sei in den vergangenen Monaten erheblich gestiegen. "In den vergangenen vier Jahren haben wir bereits mit über 40 renommierten Großunternehmen wie Daimler, Metro oder Deka-Bank, aber auch mit mittelständischen Unternehmen wie Frankotyp Postalia oder Thomas und mit Ministerien, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen erfolgreich zusammengearbeitet", zieht Prof. Ulrich Weinberg, Leiter der HPI School of Design Thinking Zwischenbilanz.

Organisationen und Institutionen können ihre Fragestellungen an die Innovationsschule weitergeben. Dort werden Sie innerhalb von sechs oder zwölf Wochen von kleinen multidisziplinären Studententeams bearbeitet. Am Ende erhält der Projektpartner einen Prototyp als Ergebnis. Ein weltweit agierendes Handelsunternehmen hat beispielsweise auf der Basis der prototypischen Idee eine Abholstation für Lebensmittel gestaltet, die vorab im Internet bestellt werden. Ein solcher Ansatz wird zurzeit bei Hannover erprobt und soll auf weitere Städte in Deutschland ausgeweitet werden.

Hintergrund zur Ausbildung im Design Thinking
Das ein- oder optional zweisemestrige Zusatzstudium am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam-Babelsberg (S-Bahnhof Griebnitzsee) richtet sich an Studierende, die sich in der letzten Phase ihres Diplom-, Master- oder Promotions-Studiums befinden oder kürzlich ihr Bachelor-Studium beendet haben. Pro Semester werden höchstens 80 neue Studierende angenommen und in der nutzerzentrierten Innovationsmethode Design Thinking ausgebildet. Die Ausbildung erfordert zwei Präsenztage in Potsdam pro Woche. Der erfolgreiche Abschluss wird den kreativen Querdenkern mit einem Zertifikat bescheinigt. Dieses in Europa einzigartige Zusatzstudium wurde nach dem Modell, der im Silicon Valley bekannten, "d.school" der US-Eliteuniversität Stanford entwickelt.

Das amerikanische Schwesterinstitut und das Potsdamer HPI arbeiten auf verschiedenen Ebenen im Innovationsbereich zusammen. Revolutionär an der neuen akademischen Zusatzausbildung ist, dass sowohl die fünf bis sechs Studenten pro Lerngruppe als auch ihre Professoren und Dozenten jeweils aus ganz unterschiedlichen Disziplinen kommen. Den Design Thinking-Studenten stehen als Lehrende im kommenden Wintersemester 35 erfahrene Professoren, Doktoren und Assistenten aus verschiedenen Fachbereichen zur Seite. Das Kernteam der HPI D-School selbst besteht aus 14 Mitarbeitern.

Hans-Joachim Allgaier | idw
Weitere Informationen:
http://www.hpi.uni-potsdam.de/

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