Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochrangige deutsch-russische Sensor-Konferenz an der TU Ilmenau

04.07.2014

35 Ingenieurwissenschaftler von zwei der renommiertesten Universitäten Russlands nehmen ab dem 7. Juli in Ilmenau an der hochrangigen wissenschaftlichen Konferenz SENSE.ENABLE.SPITSE 2014 teil.

Vierzehn Tage lang werden die Forscher mit ihren deutschen Kollegen im Rahmen der strategischen SPITSE-Partnerschaft der Technischen Universität Ilmenau mit der Nationalen Forschungsuniversität Moskauer Energetisches Institut und der Staatlichen Elektrotechnischen Universität Sankt Petersburg über Sensorsysteme und Sensorsystemnetze diskutieren.


Professor Matthias Hein (hinten), Koordinator des SPITSE-Projekts, bei der wissenschaftlichen Arbeit

Foto: TU Ilmenau

Sensoren, Sensorsysteme und Sensorsystemnetze sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. An Smartphones mit Touchscreen und Lagesensor oder Parksysteme in Autos haben wir uns beispielsweise längst gewöhnt. In Zukunft werden Sensorsysteme und -netze für die verschiedensten Anwendungen noch wichtiger: Autos werden dank funkbasierter Sensorik fahrerlos manövrieren können.

Verkehrsflüsse lassen sich intelligent steuern und damit die Zahl von Unfällen und Staus verringern. Cloud computing wird den effektiven Betrieb höchstkomplexer Computeranwendungen unterstützen. Technische Assistenzsysteme werden ältere oder pflegebedürftige Menschen mit Essen und Trinken versorgen oder ihnen beim Wäschewaschen helfen. Und in der Biomedizin werden Sensorsysteme Brustkrebs diagnostizieren und Augenkrankheiten heilen.

Um solche Anwendungen entwickeln zu können, erkunden die russischen und deutschen Wissenschaftler auf der SPITZE-Konferenz Möglichkeiten für konkrete Forschungsvorhaben, und dies gleich in mehreren Bereichen:

• Biomedizinische Diagnostik
• Datenfusion, intelligente Verarbeitung großer Datenmengen (data mining)
• Drahtlose Sensornetzwerke
• Energieeffiziente Frontends, Drahtlose Energieübertragung
• Hochfrequenzantennen und Mikrowellenabtastung
• Neue Sensortechnologien und Bauelemente
• Software-Engineering eingebetteter Systeme

Dass es dem Ilmenauer SPITSE-Team um Professor Matthias Hein, Leiter des Fachgebiets Hochfrequenz- und Mikrowellentechnik, gelungen ist, die 35 russischen Professoren und Studierenden für das Symposium nach Ilmenau zu holen, ist angesichts der großen Unterschiede zwischen den Wissenschaftssystemen beider Länder und der aktuellen politischen Spannungen zwischen Deutschland und Russland ein großer Erfolg.

Während ihres zweiwöchigen Aufenthalts in Ilmenau werden die russischen Wissenschaftler die zentralen Forschungseinrichtungen und Forschungsaktivitäten der technischen Universität ebenso kennenlernen wie Thüringer Unternehmen und Forschungseinrichtungen, etwa das an der TU Ilmenau angesiedelte Thüringer Innovationszentrum Mobilität (ThIMo). Damit leistet das SPITSE-Symposium einen wichtigen Beitrag zur Internationalisierung der Thüringer Wirtschaft.

Ebenso trägt die Konferenz der von der Europäischen Union geforderten „intelligenten Spezialisierung“ von Forschungseinrichtungen Rechnung, die sich auch in einer entsprechenden Initiative des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Technologie widerspiegelt. Prof. Hein ist von den Chancen, die die Zusammenarbeit mit den russischen Universitäten bietet, überzeugt: „Die Kontakte eröffnen uns neue Möglichkeiten, bedeutende Forschungsförderungen in Deutschland, Russland und der Europäischen Union zu erhalten.“

Die Zusammenarbeit der TU Ilmenau mit den beiden Universitäten in Moskau und Sankt Petersburg reicht bis in die 1950-er Jahre zurück. Heute bestehen zwischen den drei Universitäten neben dem SPITSE-Projekt weitere Kooperationsverträge, nach denen in gemeinsamen deutsch-russischen Ingenieurfakultäten Studierende beider Seiten nach einem teils in Ilmenau und teils in Moskau oder St. Petersburg absolvierten Studium Doppel-Masterabschlüsse erwerben können.

Von 1998 bis zum Symposium erlangten über 100 Studentinnen und Studenten des Moskauer Energetischen Instituts sowie alleine seit 2013 drei Studierende der Elektrotechnischen Universität Sankt Petersburg einen Doppelmasterabschluss an der TU Ilmenau. Für die Studenten beider Länder verbessert ein solcher Abschluss die beruflichen Chancen in einem international agierenden Unternehmen erheblich.

Daher wird bei der SPITSE-Konferenz auch der deutsch-russische Austausch von Dozenten, Doktoranden und Studierenden auf den Weg gebracht und die internationale Ausrichtung der Partneruniversitäten durch neue Doppelabschlüsse gestärkt.

Die strategische SPITSE-Partnerschaft der TU Ilmenau mit dem Moskauer Energetischen Institut und der Elektrotechnischen Universität Sankt Petersburg wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) mit 580.000 Euro für drei Jahre gefördert. Unter 117 Antragstellern, die sich beim Bundesministerium für Bildung und Forschung für eine Förderung beworben hatten, wurde im vergangenen Jahr nur 18 Einrichtungen Mittel zuerkannt, darunter der TU Ilmenau für das SPITSE-Projekt. Das SENSE.ENABLE.SPITSE-Symposium 2014 war der Auftakt für eine Serie künftiger Konferenzen in St. Petersburg und Moskau.

Kontakt:
Klaus-Dieter Fritz
TU Ilmenau
Tel.: 03677 / 69-1219
E-Mail: klaus-dieter.fritz@tu-ilmenau.de

Bettina Wegner | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.tu-ilmenau.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung
27.06.2017 | Fraunhofer IISB

nachricht Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle
27.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Krümmung einen Schritt voraus

27.06.2017 | Informationstechnologie

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Überschwemmungen genau in den Blick nehmen

27.06.2017 | Informationstechnologie