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Historische Karten im digitalen Kataster - Schwedische Landesaufnahme Pommerns im Web

21.10.2011
Wissenschaftler diskutieren vom 27. bis zum 28. Oktober 2011 während einer der Tagung an der Universität Greifswald über aktuelle Methoden für digitale Editionen historischer Karten und Texte.
Dabei werden Geographen und Historiker der Universitäten Greifswald und Rostock auch Ergebnisse des Projektes „Die Schwedische Landesaufnahme von Pommern 1692 – 1709. Eine GIS-gestützte Auswahledition des ersten deutschen Katasters im Internet“ vorstellen. Das Projekt läuft seit 2008 und steht kurz vor dem Abschluss. Es wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Die rund 40 Tagungsteilnehmer kommen aus Deutschland, den Niederlanden und der Slowakei.

Schon seit mehr als zehn Jahren wird in Greifswald an einer digitalen und im Internet frei zugänglichen Version der ca. 300 Jahre alten „Schwedischen Matrikelkarten“ gearbeitet. Der Gesamtbestand ist umfangreich, er umfasst ca. 1600 Karten (meist für jede Dorfgemarkung zwei Versionen) und ca. 65.000 Großseiten Text. Zusammen bilden diese das erste Kataster überhaupt auf deutschem Boden. Die Quelle ist einzigartig in Mitteleuropa. Allerdings wird die Herausgabe und Veröffentlichung des Gesamtwerkes noch länge Zeit in Anspruch nehmen. Im Rahmen des vierjährigen DFG-Projektes konnten wichtige Teile aufbereitet und öffentlich kostenfrei zugänglich gemacht werden.

Dabei ging es nicht nur darum, die Karten und Texte ins Internet zu stellen. Ziel war auch eine völlig neuartige, digitale wissenschaftliche Edition. Die besondere Herausforderung war dabei, Karten- und Textdaten so miteinander zu verzahnen, dass der Nutzer mit einem Mausklick zum Beispiel auf einen beliebigen Acker die komplett aufbereiteten Informationen zu dem Grundstück aufrufen kann. Dazu gehören dann auch Übersetzungen der schwedischen Texte ins Deutsche, Worterklärungen (Was war beispielsweise eigentlich ein „Heidereiter“?), Datenbankeinträge zur Größe und Qualität des Ackers (Beispiel: „Ein Stück, guter lehmig-humoser Boden, teils wenig sandig, liegt eben“), und vieles mehr.

Natürlich ist neben der Suche nach Orts-, Namens- und Sachbegriffen auch eine freie Textsuche möglich (Beispiel: Wo taucht der Begriff „Aal“, „Krüger“, „Pastor“ usw. auf). Um die Orientierung zu erleichtern, sind auch aktuelle Karten und Luftbilder hinterlegt.

Im Rahmen des DFG-Projektes wurden Methoden und Standards entwickelt, die nun für die Digitalisierung historischer Karten und Texte genutzt werden können. Dies ist ein Resultat einer beispielhaft guten Zusammenarbeit zwischen Rostocker Historikern (AG Prof. Kroll) und Greifswalder Geographen (AG Prof. Zölitz). Mit im Boot waren das Landesarchiv Greifswald (Dr. Schoebel) und die Historische Kommission für Pommern.

Historische Karten im digitalen Kataster
27./28. Oktober 2011
Vortragssaal der Universitätsbibliothek, Felix-Hausdorff-Straße 10, 17489 Greifswald
Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Reinhard Zölitz
Institut für Geographie und Geologie
Leitung AG Kartographie und GIS
Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 16, 17489 Greifswald
Telefon 03834 86-4523
zoelitz@uni-greifswald.de

Jan Meßerschmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.svea-pommern.de/
http://www.uni-greifswald.de/fileadmin/mp/6_informieren/Pressestelle/Aktuell/Dokumente_und_PDF/2011/Tagung_2011_Flyer_letzte_Fassung.pd

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