Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herzrhythmus-Störungen: Nicht-medikamentöse Therapien wirken besser

06.10.2011
Vom 6. – 8. Oktober 2011 findet in Düsseldorf die Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) statt

Herzrhythmus-Störungen können höchst unangenehm und im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich sein. Neue Behandlungsmethoden bringen in vielen Fällen nicht nur eine Besserung, sondern sogar die Chance auf Heilung. Das berichtet Prof. Dr. J. Christoph Geller (Bad Berka), Präsident der Jahrestagung der Arbeitsgruppe Rhythmologie in Düsseldorf.

Katheterablation für viele Patienten die bessere Therapiealternative – hohe Erfolgsrate

Lange Zeit waren Medikamente (Antiarrhythmika) und Herzschrittmacher die einzigen Therapieoptionen zur Behandlung von Herzrhythmus-Störungen: Bei beschränkter Effektivität den oft erheblichen Nebenwirkungen einer dauerhaft erforderlichen medikamentösen antiarrhythmischen Therapie. Prof. Geller: „Heute steht die nicht-medikamentöse Therapie ganz im Vordergrund. Insbesondere die Katheterablation, das heißt die Verödung des für die Entstehung einer Herzrhythmusstörung verantwortlichen Areals im Bereich des Herzmuskels, stellt heutzutage für viele Patienten die bessere Therapiealternative dar.“

Mit dieser Behandlung können nicht nur regelmäßige Formen von Herzrhythmusstörungen mit einer sehr hohen Erfolgsrate angegangen werden, sondern auch komplexe Rhythmusstörungen, zum Beispiel Vorhofflimmern, die mit Abstand häufigste Form einer Herzrhythmusstörungen. Auch Kammer-Rhythmusstörungen, die insbesondere bei Patienten mit struktureller Herzerkrankung teilweise lebensbedrohlich sein können, lassen sich mittels Katheterablation erfolgreich behandeln.

„Die Erfolgsrate der Ablation ist im Vergleich zur medikamentösen antiarrhythmischen Therapie höher“, so Prof. Geller. „Nach erfolgreicher Katheterablation ist eine dauerhafte medikamentöse antiarrhythmische Therapie in der Regel nicht mehr erforderlich.“

Implantierbare Geräte gegen den plötzlichen Herztod

Eine bemerkenswerte Entwicklung hat auch die Therapie mit Hilfe implantierbare Aggregate (Defibrillatoren und so genannter Resynchronisations-Geräte) genommen. „Implantierbare Defibrillatoren sind die effektivste Methode zur Verhinderung des plötzlichen Herztodes“, so Prof. Geller. „Diese Geräte werden aufgrund sehr guter Studienergebnisse heutzutage oft bereits implantiert, bevor ein Patient ein solches bedrohliches Ereignis erleidet.“ Die Behandlung der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist durch die Resynchronisations-Therapie in den letzten Jahren revolutioniert worden. Neben der pathophysiologisch orientierten medikamentösen (herzentlastenden) Therapie ermöglicht diese spezielle Form der Schrittmachertherapie nicht nur eine bemerkenswerte Besserung der Beschwerden des Patienten, sondern führt auch zu einer Verbesserung der Überlebensrate.

Zu den Besonderheiten des Herzens gehört sein System der autonomen Erregungsbildung und Erregungsleitung. Dieses sorgt dafür, dass sich das Herz seinen Rhythmus mit Hilfe spezialisierter Muskelzellen nicht nur selbst generiert, sondern auch richtig koordiniert an die verschiedenen Bereiche des Organs weiterleitet. Nur so ist eine regelmäßige und funktionelle Pump-Arbeit möglich. Leider können in diesem System Fehler auftreten, die dazu führen, dass der physiologische Herzrhythmus im ganzen Organ oder in einzelnen Bereichen des Herzens gestört wird. Folgen können vielfältig sein. Ein zu schneller oder zu langsamer Puls ist ebenso möglich wie harmloses „Herzstolpern“, lebensgefährliche Kammertachykardien oder Vorhofflimmern, das zu deutlich erhöhtem Schlaganfallrisiko führt.

Kontakt:
Pressestelle der DGK
Achenbachstraße 43
40237 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 600692 - 51
Fax: 0211 / 600692 - 10
Prof. Dr. Eckart Fleck (Pressesprecher, Berlin)
E-Mail: fleck@dhzb.de
Christiane Limberg (Pressereferentin, Düsseldorf)
E-Mail: limberg@dgk.org
Während des Kongresses:
Kongress-Pressebüro: 0211 / 5209 - 1715
B & K Medien- und Kommunikationsberatung: 0211 / 2243;
mobil 0043-676-6356775
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine gemeinnützige wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7800 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe
23.02.2017 | Technische Hochschule Deggendorf

nachricht DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie