Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herzkrank geboren - krank bis ins Erwachsenenalter?

19.03.2013
Therapie bis zur Herztransplantation

Kinder mit angeborenen Herzfehlern erreichen heute dank verbesserter diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten in 85-90% das Erwachsenealter.

Auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim vom 3.-6.4.2013 sind der Problematik von Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler (EMAH-Patienten) mehrere Beiträge gewidmet.

Die Themen reichen von der medikamentösen Therapie zur Verbesserung der Herzleistung über die elektrische Stimulation des Herzens bis hin zur Herztransplantation bei Versagen der konventionellen Therapiemaßnahmen.

Von medikamentöser Therapie bis zur Herztransplantation

Die Prävalenz angeborener Herzfehler beträgt etwas mehr als 1%; das bedeutet, dass etwa jedes 100. Kind mit einem Herzfehler geboren wird. Man kann heute davon ausgehen, dass auf Grund der verbesserten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten ca. 85-90% dieser Kinder das Erwachsenenalter erreichen; rund 30-40% davon benötigen auch dann noch eine dauerhafte ärztliche Betreuung.

Diesem sehr speziellen Thema sind auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim vom 3.-6.4.2013 mehrere Beiträge gewidmet.

Prof. Felix Berger vom Deutschen Herzzentrum Berlin referiert über das Herz-versagen, das bereits im Kindesalter eine Herztransplantation erforderlich machen kann. Die Überlebensraten nach Transplantation betrugen nach Angaben der ´International Society for Heart & Lung Transplantation´ (ISHLT) weltweit 60% nach 10 Jahren und 40-50% nach 20 Jahren; die Überlebenschancen sind jedoch in den letzten Jahren deutlich angestiegen und liegen heute in Europa bei 80-90% 3 Jahre nach Transplantation. Die Patienten müssen allerdings lebenslang mit Immunsuppressiva zur Verhinderung einer Abstoßung des Fremdorgans behandelt werden.

Bei kritisch kranken Patienten (z.B. bei fulminant verlaufender Herzmuskelentzündung) wird zur Überbrückung bis zur Herztransplantation eine künstliche Herzpumpe eingepflanzt, die im Falle einer Besserung der Herzfunktion sogar wieder entfernt werden kann. Behandlungsmöglichkeiten der Herzinsuffizienz, die vor einer Herztransplantation zum Einsatz kommen, stellen Frau Dr. Kindermann und Prof. Dr. Abdul-Khaliq, beide Homburg/Saar, vor.

So kann durch Medikamente, die die Herzleistung verbessern oder der Körperentwässerung dienen, das schwache Herz gestärkt werden. Ferner besteht in Einzelfällen die Möglichkeit, die Herzpumpleistung durch ein System mit Schrittmachelektroden zu erhöhen.

Eine Hochrisikosituation stellt die infektiöse Endokarditis (Herzinnenhautentzündung) bei Vorliegen eines Herzfehlers dar, wie Dr.Tutarel vom Royal Brompton Hospital, London, erklärt. Neben der antibiotischen Therapie sind chirurgische Maßnahmen bei ca. einem Drittel der Patienten notwendig, was mit einer Mortalität von 6% einhergeht. Auch in der Langzeitbeobachtung sind diese Patienten durch eine erhöhte Sterberate gefährdet.

Über eine weitere Risikokonstellation berichtet Prof. Kämmerer vom Deutschen Herzzentrum München. Manche Patienten mit angeborenem Herzfehler neigen zur Entwicklung eines Lungenhochdrucks, der die Belastbarkeit und Lebensqualität stark einschränken kann und unbehandelt sehr rasch zum Tod führen kann. Mit einer ausgefeilten und sehr teuren medikamentösen Therapie leben 4 Jahre nach Erstdiagnose noch ca. 80% der Patienten.

Prof. Dr. med. Angelika Lindinger | idw
Weitere Informationen:
http://www.kinderkardiologie.org/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

nachricht Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht
05.12.2016 | Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie