Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hat das Herzmedikament Digitalis ausgedient? Nürnberger Herztage hinterfragen Therapiekonzepte

13.01.2016

Wo steht die Herzmedizin heute? Wie können Herzerkrankungen am besten behandelt werden? Zu den 8. Nürnberger Herz-Tagen, die am 15./16. Januar 2016 im stattfinden, werden rund 600 Kardiologen aus der Region und ganz Deutschland erwartet. Führende Experten referieren zu kritischen Fragen ihres Fachgebiets. Hochaktuell ist zum Bespiel die Diskussion um das älteste Medikamente, mit dem die Herzschwäche behandelt wird: Digitalis. Die bundesweite Studie DIGIT-HF, an der auch die Medizinische Klinik 8, Schwerpunkt Kardiologie des Klinikums Nürnberg und Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg beteiligt ist, überprüft die Wirksamkeit der Digitalis-Therapie

Im Fokus der 8. Nürnberger Herz-Tage, die am 15./16. Januar 2016 im Germanischen Nationalmuseum stattfinden, stehen Themen, die der gesamten Medizin ihren Stempel aufdrücken: Die „Bing Lecture“ behandelt dieses Jahr das Thema: „Ethik und Ökonomie in der Medizin – wie passt das zusammen?“

Mit diesem Vortrag wird an den berühmten Kardiologen Richard Bing (1909 - 2010) erinnert, der in Nürnberg geboren wurde und aufwuchs, seine medizinische Karriere in den USA fortsetzte und als ein international anerkannter Kardiologe seiner Zeit galt.

Den Vortrag hält Professor Dr. Urban Wiesing, Medizinethiker an der Universität Tübingen. Die wissenschaftliche Leitung dieser Tagung hat Professor Dr. Matthias Pauschinger, Chefarzt der Medizinischen Klinik 8 - Kardiologie am Klinikum Nürnberg und Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg.

Bundesweite Studie DIGIT-HF überprüft Wirksamkeit der Digitalis-Therapie

Hochaktuell ist die Diskussion um das älteste Medikamente, mit dem die Herzschwäche behandelt wird: Digitalis, das ursprünglich aus dem Fingerhut gewonnen wurde. Jahrzehntelang setzt man darauf, dass es die Kraft des Herzmuskels stärkt, indem es die Aufnahme Calcium und Natrium in die Herzmuskelzelle beeinflusst.

„Seit Jahrzehnten sind Digitalispräparate für einen Teil der Patienten mit Herzschwäche sehr wichtige Medikamente, vor allem weil sie bei Nierenversagen gegeben werden können“, sagt Professor Pauschinger. „In den letzten Jahren sind sie wegen angeblich mangelnder Wirksamkeit und zusätzlicher Nebenwirkungen, die man in Studien gefunden hat, in Verruf geraten.“

Tatsache ist, dass es nur wenig wissenschaftlich gesicherte Ergebnisse zum Einsatz von Digitalis gibt. Seit August 2015 soll eine deutschlandweite klinische Studie (DIGIT-HF) mit 2.200 Teilnehmern, an der auch die Kardiologie des Klinikums Nürnberg beteiligt ist, für Klarheit sorgen.

Die Studie untersucht, ob der Wirkstoff Digitoxin bei einer schweren Herzschwäche das Leben verlängern und die Krankenhausbehandlung reduzieren kann. Bei den Nürnberger Herz-Tagen wird der Studienleiter Professor Dr. Johann Bauersachs, Medizinische Hochschule Hannover, eine Standortbestimmung vornehmen: „Ist die Digitalis-Therapie out?“.

Besser mit der Herzschwäche leben – Nürnberger CardioNet NORIS hilft Patienten

Herzschwäche ist in Deutschland eine der häufigsten Todesursachen. Jedes Jahr sterben fast 50.000 Menschen daran; die Zahl der Erkrankungen hat aufgrund des gestiegenen Lebensalters zugenommen. Rund 500.000 Patienten werden laut Deutschem Herzbericht jedes Jahr in Deutschland stationär wegen einer Herzschwäche behandelt.

„Neben den Fortschritten bei der medikamentösen Behandlung brauchen wir vor allem gute Versorgungsstrukturen, um diesen Menschen in der Klinik und zu Hause helfen zu können“, so Professor Pauschinger.

In Nürnberg wurde deshalb das CardioNet Noris vom Klinikum Nürnberg und dem Nürnberger Gesundheitsnetz Qualität & Effizienz als eine Initiative der Gesundheitsregion Bayern gegründet. Klinikärzte und niedergelassene Ärzte engagieren sich für rasche Hilfe im Notfall, bessere Information und Lebensqualität Zum Angebot des CardioNets gehören u.a. Ernährungsberatung, Sportgruppen und Informationsabende.

Journalisten sind herzlich zu den 8. Nürnberger Herztagen eingeladen! Interviewwünsche vorab und während der Tagung werden gerne realisiert. Bitte wenden Sie sich an die Pressestelle des Klinikums Nürnberg unter Tel. 0911/398-3628.

Die Tagung findet am 15./16. Januar ab 13 Uhr im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg statt und ist in deutscher Sprache. Die Bing Lecture „Ethik und Ökonomie in der Medizin – wie passt das zusammen?“ findet am Freitag, den 15.01., um 18 Uhr statt.

Weitere Informationen:

http://www.nuernberger-herztage.de/ - Programm der 8. Nürnberger Herztage
http://www.klinikum-nuernberg.de/DE/ueber_uns/Fachabteilungen_KN/kliniken/medizi... - medizinische Klinik 8, Schwerpunkt Kardiologie, im Klinikum Nürnberg, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität
http://www.digit-hf-de - Studie zur Wirksamkeit von Digitalis

Bernd Siegler | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Digitalis Herzmedikament Herzschwäche Kardiologie Ökonomie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht »Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung
19.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht MES-Special für Controller und Produktionsmanager in Hoffenheim sehr gut gebucht
04.09.2017 | gbo datacomp GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie