Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

„Harmonie“ in Zahlen gefasst

21.05.2012
Mathematiker der Uni Jena laden zur Tagung „Modular Algebras“ ein (23.-25. Mai)
Schmetterlingsflügel oder Eiskristalle, Blütenstände oder Schneckenhäuser – in der Natur sind verschiedenste symmetrische Formen zu entdecken.

Auch in der Kunst spielen Symmetrien eine wichtige Rolle, denn symmetrische Objekte empfinden wir als besonders harmonisch. Doch symmetrische Formen, aus periodisch immer wiederkehrenden Strukturen, sind nicht nur ein ästhetisches Phänomen. Auch Mathematiker setzen sich intensiv mit Symmetrien auseinander. So zum Beispiel ab kommendem Mittwoch (23. Mai) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Vom 23. bis 25. Mai treffen sich hier rund 40 Symmetrie-Fachleute aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland zur Tagung „Modular Algebras“. Prof. Dr. Burkhard Külshammer und Prof. Dr. Oksana Yakimova vom Mathematischen Institut der Jenaer Universität haben gemeinsam mit ihrem Münchner Kollegen Prof. Dr. Gregor Kemper dazu in die Rosensäle (Fürstengraben 27) eingeladen. Die Tagung findet im Rahmen des Schwerpunktprogramms „Darstellungstheorie“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft statt, in der Forschungsgruppen verschiedener deutscher Universitäten zusammenarbeiten.

„In der Mathematik gilt ein Objekt als symmetrisch, wenn es sich durch Bewegungen des Raumes, etwa Spiegelungen oder Drehungen, in sich selbst überführen lässt“, erläutert Prof. Külshammer. „Für einfache zwei- oder dreidimensionale Objekte gibt es eine exakt definierte Anzahl möglicher Symmetrien“, so der Inhaber des Lehrstuhls für Algebra und Zahlentheorie. Im Falle eines Würfels (oder Ikosaeders) wären das 48 bzw. 120 Symmetrien. Weitaus komplizierter wird es, wenn die Mathematiker höher dimensionale Strukturen unter die Lupe nehmen. So wie Juniorprofessorin Yakimova, die sich mit Objekten befasst, die unendlich viele Symmetrien aufweisen.

Um solch komplexe Symmetrien konkreten Untersuchungen und Berechnungen zugänglich zu machen, stellen die Mathematiker diese in Form von Matrizen von Zahlen dar. Während der Jenaer Tagung wollen sich die Wissenschaftler über diese Darstellungsformen austauschen. „Auf dem Programm stehen verschiedene Übersichtsvorträge zu endlichen und unendlichen Symmetrien sowie zu sogenannten Invarianten – Dingen, die sich unter den Bewegungen des Raumes nicht verändern, wie zum Beispiel Abstände oder Winkel“, kündigt Prof. Külshammer an und betont, dass es sich um das erste Treffen dieser Art handelt. Zwar gehe es während der Jenaer Tagung ausschließlich um Grundlagenforschung. Doch lasse sich dieses mathematische Wissen in vielen Bereichen anwenden – von der Kristallographie bis zur Theorie der Elementarteilchen.

Weitere Informationen sind im Internet zu unter: http://modalg12.uni-jena.de/

Kontakt:
Prof. Dr. Burkhard Külshammer, Prof. Dr. Oksana Yakimova
Mathematisches Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 2, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 946161, 03641 / 946164
E-Mail: kuelshammer[at]uni-jena.de, oksana.yakimova[at]uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/
http://modalg12.uni-jena.de/

Weitere Berichte zu: Algebra Darstellungstheorie Mathematik Oksana Symmetrie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren
21.11.2017 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen
21.11.2017 | FH Aachen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie