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Größter Endoskopie-Kongress der Welt in Hamburg zeigt schonende Krebstherapie

05.11.2014

An diesem Wochenende ist Hamburg wieder Nabel der Endoskopie-Welt: 2.500 Experten aus mehr als 20 Ländern treffen sich am 7. und 8. November zum 22. Endo Club Nord – dem weltweit größten Endoskopie-Livekongress. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die endoskopische Entfernung früher bösartiger Tumore des Magen-Darm-Traktes: Diese minimalinvasiven, schonenden Verfahren ersparen Patienten häufig eine große Operation und erleichtern den Genesungsprozess.

Den Kern des Endo Club Nord bilden Live-Untersuchungen, übertragen aus den Asklepios Kliniken Barmbek und Altona sowie dem Universitätsklinikum Eppendorf. In den drei Kliniken sind bekannte Untersucher aus der ganzen Welt zu Gast. Gemeinsam mit den jeweiligen Endoskopieteams demonstrieren sie innovative, besonders aufwändige aber auch etablierte endoskopische Verfahren, die bei verschiedensten Krankheiten von der Speiseröhre bis zum Enddarm zum Einsatz kommen.

„Wir wollen den Teilnehmern mit insgesamt 40 Live-Fällen zeigen, was heute mit endoskopischen Techniken minimal invasiv alles möglich ist. Durch die Live-Übertagungen sind die teilnehmenden Kollegen im CCH in den kompletten Ablauf der Untersuchung eingebunden“, erläutert Privatdozent Dr. Siegbert Faiss den Nutzen der aufwändigen HD-Übertragung aus den Kliniken auf eine mehr als 30 Meter breite Leinwand. Faiss ist Chefarzt der Gastroenterologie & Interventionellen Endoskopie der Asklepios Klinik Barmbek und diesjähriger Kongresspräsident.

Japanischer Endoskopie-Pionier zu Gast
Gemeinsam mit seinen Kollegen Prof. Dr. Friedrich Hagenmüller, Chefarzt Gastroenterologie der Asklepios Klinik Altona und Prof. Dr. Thomas Rösch, Direktor der Klinik für Interdisziplinäre Endoskopie am UKE Hamburg, freut sich Dr. Faiss besonders auf einen Gast-Untersucher: Prof. Naohisa Yahagi von der Keio-Universität in Tokio. Prof. Yahagi gilt als Pionier einer speziellen Endoskopietechnik – der sogenannten Endoskopischen Submukosa-Dissektion (ESD). Mit der ESD können spezielle Frühformen bösartiger Tumoren so präzise und schonend entfernt werden, dass das betroffene Organ – z.B. die Speiseröhre, der Magen oder der Darm – erhalten bleiben kann. Eine aufwändige chirurgische Operation ist dann nicht mehr nötig. Dr. Faiss selbst hat diese Technik von Prof. Yahagi erlernt und führt seit einigen Jahren erfolgreich entsprechende Eingriffe in der Asklepios Klinik Barmbek durch.

Medizinisch steht neben der ESD die Therapie von Darmpolypen im Mittelpunkt. Diese Schleimhautausstülpungen selbst sind harmlos, da sich aus den sogenannten Adenomen jedoch Darmkrebs entwickeln kann, gilt die frühzeitige komplette Entfernung dieser Polypen als die effektivste Methode um Darmkrebs zu verhindern. Im Rahmen des Endo Club Nord werden neue Methoden aufgezeigt, die dank verbesserter Endoskoptechnik mit 300-Grad-Optiken und schärfstem HD-Zoom auch kleinste Krebsvorstufen auffindbar und behandelbar machen

„Zukunft der Ärzteschaft“ ergänzt das Programm
Ehrenpräsident des Endo Club Nord ist in diesem Jahr Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery. „In seiner Doppelfunktion als Präsident der Bundesärztekammer und aktiver Radiologe wird er Kongressteilnehmern seine Sichtweise über die Zukunft der Ärzteschaft in Deutschland erläutern“, kündigt Faiss an.

Mit diesen und weiteren Programmhöhepunkten unterstreicht der 22. Endo Club Nord, der in enger Kooperation mit dem in Hamburg ansässigen Endoskop-Weltmarktführer Olympus ausgerichtet wird, den Stellenwert Hamburgs als führende Endoskopie-Metropole Deutschlands. Die 1991 ins Leben gerufene Veranstaltung ist für Mediziner, Pflegepersonal und Studierende der weltweit größte Fortbildungskongress für Endoskopie und hat sich zu einer internationalen Institution für Spezialisten aus der ganzen Welt entwickelt.

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Dr.med. Franz Jürgen Schell | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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