Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grippe-Kongress in Münster

15.09.2014

Experten diskutieren ab 21. September aktuelle Forschungsfragen

Grippeforscher aus 28 Ländern treffen sich vom 21. bis 23. September beim "4th International Influenza Meeting 2014" an der Universität Münster. Auf dem Programm stehen aktuelle Forschungsfragen, beispielsweise zum neuen Vogelgrippevirus in Asien, zur Immungenetik und zu neuen Behandlungsstrategien.

Zwei Menschen, gleich alt, gleich gesund – beide stecken sich mit Grippe an. Der eine wird schwer krank, bei dem anderen verläuft die Erkrankung sehr mild. Warum ist das so, welche Rolle spielen die Erbanlagen eines Menschen bei dem Verlauf einer Grippeinfektion?

Das ist eine der Fragen, mit der sich rund 290 Grippeforscher aus 28 Ländern bei einem internationalen Kongress an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) beschäftigen. Das "4th International Influenza Meeting 2014" findet vom 21. bis 23. September (Sonntag bis Dienstag) im münsterschen Schloss statt.

Das Thema Grippe bleibt aktuell und beschäftigt die Forscher, weil die Viren sich permanent verändern und neue Eigenschaften erwerben. Ein Konferenzthema ist ein neues Vogelgrippevirus in Asien. Dieser unter Wissenschaftlern "H7N9" genannte Virustyp ist laut Weltgesundheitsorganisation problematisch, weil er schwere Krankheitssymptome verursacht.

"Der Erreger stellt uns vor eine besondere Herausforderung. Weil er über Vögel verbreitet wird, bei den Tieren aber keine Symptome hervorruft, macht das die Eindämmung schwierig", erklärt Prof. Dr. Stephan Ludwig. Der Leiter des Instituts für Molekulare Virologie an der WWU ist als Koordinator des bundesweiten Grippe-Forschungsverbunds "FluResearchNet" Gastgeber des Kongresses.

Grippeforscher haben nicht nur die Krankheitserreger im Blick, sondern auch die Menschen. "Die menschlichen Gene, die mit der Immunabwehr zu tun haben, interessieren uns besonders. Schließlich entscheiden sie über den Krankheitsverlauf", erklärt Stephan Ludwig. Aus der Antwort auf die Frage, weshalb manche Menschen gegen eine Infektion besonders gut gerüstet sind, erhoffen sich die Wissenschaftler auch Hinweise für neue Behandlungsstrategien.

Neue Methoden der Grippebehandlung sind ein weiteres zentrales Thema der Konferenz. „Wir erleben derzeit einen Paradigmenwechsel. Während man bisher versuchte, das Virus mit Medikamenten direkt anzugreifen, verfolgen wir nun andere Strategien", so Stephan Ludwig. Grund seien die zunehmenden Resistenzen der Viren gegen verschiedene Wirkstoffe. Neue Behandlungsmethoden zielten auf Faktoren in menschlichen Körperzellen, welche das Virus zur Vermehrung benötigt. Ein weiterer Ansatz sei die Regulation der körpereigenen Immunantwort durch Medikamente.

Beim Influenza-Kongress in Münster sprechen international renommierte Grippeforscher. Darunter sind Prof. George Gao vom Institut für Mikrobiologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking, Experte auf dem Gebiet der Vogelgrippe-Forschung, und Prof. Paul Kellam von der Universität Cambridge, ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Virus- und Wirtsgenetik.

Veranstalter sind der bundesweite Grippe-Forschungsverbund "FluResearchNet" und die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen. Das "FluResearchNet" ist ein Forschungsverbund, der unter dem Dach der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen von Stephan Ludwig koordiniert wird. In dem Forschungsverbund bringen Virologen, Immunologen, Zellbiologen, Veterinär- und Humanmediziner von Universitäten und vom Robert-Koch-, Friedrich-Loeffler- und Paul-Ehrlich-Institut die gemeinsame Erforschung der Influenza-Viren voran.

Weitere Informationen:

http://campus.uni-muenster.de/influenzameeting2014.html Informationen zum Kongress
http://campus.uni-muenster.de/fluresnetstart.html FluResearchNet
http://www.zoonosen.net/Home.aspx Nationale Forschungsplattform für Zoonosen

Dr. Christina Heimken | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Einblicke ins menschliche Denken
17.08.2017 | Universität Potsdam

nachricht Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017
16.08.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten