Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grenzenlose Qualität: Profiling für sichere Lebensmittel

10.09.2014

Der 43. Deutsche Lebensmittelchemikertag präsentiert neueste Analysemethoden für die Praxis.

Um Verbrechen aufzuklären, werden Profiler eingesetzt. Ihre Analyse-methoden führen in den meisten Fällen zur Identifikation der Täter. Bandenkriminalität, Fälschungen und Betrug sind Delikte, die sich ebenfalls im globalen Markt der Lebensmittelherstellung etabliert haben.

Auch auf diesem Gebiet sind Profiler aktiv: Lebensmittelchemiker erforschen und entwickeln neueste Analysetechniken, um Behörden und Laboren modernste Methoden an die Hand zu geben im Kampf gegen die Lebensmittelkriminalität.

Food Profiling liefert sichere Ergebnisse
Das in Lasagne verarbeitete Pferdefleisch aus dem Jahr 2013 ist einer der bekanntesten Betrugsfälle im Bereich der globalen Warenströme. „Wir sind in der Lage mittlerweile Fleisch von insgesamt neun unterschiedlichen Tierarten in verarbeiteten Lebensmitteln zu identifizieren“, so Dr. Jens Brockmeyer, Westfälische Wilhelms-Universität Münster. Er hat mit seiner Forschungsgruppe eine weitere Methode zur Authentizitätskontrolle von Fleisch und Fleischprodukten entwickelt, die schnelle und sichere Ergebnisse liefert und zum sofortigen Einsatz in Routinelaboratorien bestimmt ist. Informationen auf Lieferpapieren und Verpackungen sind damit überprüfbar.

Authentizitätsprüfung entlarvt Fälscher
Viele Lebensmittel legen heute Tausende von Kilometern durch die ganze Welt zurück, bevor sie in den Regalen der deutschen Supermärkte liegen. Für die Lebensmittelüberwachung bedeutet der weltweite Warenverkehr eine komplexe Detektivarbeit.

Der Lebensmittelchemiker Dr. Carsten Fauhl-Hassek, Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), hat mit seinen Kollegen Pionierarbeit geleistet: „Weine verschiedener Klimazonen besitzen individuelle Fingerabdrücke“, so Fauhl-Hassek. „Wir können erkennen, ob ein Weintanker aus Australien Zwischenstopp in Indien gemacht hat oder im Cabernet-Sauvignon aus Argentinien EU-Überschüsse verschnitten sind“.

Fauhl-Hassek hat in den letzten Jahren daran mitgearbeitet, eine EU-Weindatenbank zu etablieren, die mittlerweile einen „hohen Präventiv-Charakter“ hat. Da findige Betrüger immer wieder neue Wege gehen, arbeiten die „Profiler“ des BfR laufend an der Fortentwicklung der Analyse-Methoden.

Identitätsprüfung für Verbrauchersicherheit
Die Identitätsprüfung von Lebensmitteln ist essentiell, da Verfälschungen auch zu gesundheitlichen Risiken für den Verbraucher führen können. Auch die geographische Herkunft spielt dabei eine Rolle. Erdbeeren, Kartoffeln und Spargel werden ebenso regelmäßig auf ihre Herkunft und Risikopotentiale untersucht wie Pistazien. Der Fund von Aflatoxinen (Pilzgifte) in iranischen Pistazien hat zu einem sofortigen Einfuhrstopp geführt. Daraufhin wurden verpflichtende Einfuhruntersuchungen für iranische Pistazien etabliert, die die Täter mit Falschdeklarationen der Herkunft zu umgehen suchten.

Sichere Analysetechniken, die nachweisen, ob Milchpulver mit Melamin belastet ist, sind ein weiteres Beispiel für die Bedeutung und Notwendigkeit von Food-Fingerprinting. Die stetige Forschungsarbeit der Lebensmittelchemiker dient ebenso der Sicherheit der Verbraucher wie dem Schutz der hohen Qualitäts- und Produktionsstandards, die in Deutschland etabliert sind.

Zum Veranstalter
Um diese und weitere neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Entwicklungen zu diskutieren, treffen sich vom 22. bis 24. September 2014 in Gießen 500 hochrangige Lebensmittelchemiker von Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen, aus der privaten und amtlichen Lebensmittelüberwachung sowie aus der Industrie. Am Abend des ersten Veranstaltungstages wird Prof. Dr. Hubertus Brunn, Direktor des Landesbetriebs Hessisches Landeslabor, in einem öffentlichen Abendvortrag allen interessierten Verbraucherinnen und Verbrauchern einen Einblick in die Arbeiten der hessischen Lebensmittelüberwachung geben. Der Vortrag findet um 19.00 Uhr in der Aula der Universität Gießen statt.


Veranstalter des 43. Deutschen Lebensmittelchemikertages ist die Lebensmittelchemische Gesellschaft (LChG), die größte Fachgruppe innerhalb der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh). Die Lebensmittelchemie stellt eine forschungsstarke Disziplin dar, in der sowohl grundlagenorientierte Wissenschaft betrieben wird als auch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse genutzt werden, um praktikable Lösungen für die Herausforderungen des Verbraucherschutzes anbieten zu können.

Hier finden Sie das Programm der Tagung der LChG:
https://www.gdch.de/veranstaltungen/tagungen/tagungen-2014/43-lch-tag.html

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Frau Maren Mielck, Öffentlichkeitsarbeit GDCh
Tel.: +49 69 7917-327
Fax: +49 69 7917-1327
E-Mail: m.mielck@gdch.de

Weitere Informationen:

http://www.gdch.de

Dr. Renate Hoer | GDCh

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht
22.03.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

nachricht Über Raum, Zeit und Materie
22.03.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie