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Grand-Slam-Sitzungen auf dem Chirurgenkongress: Chirurgen stellen sich kontroversen Themen

23.04.2012
Operationen an der Wirbelsäule nehmen zu: Eingriffe an versteiften Wirbeln vervierfachten sich innerhalb von fünf Jahren, Bandscheibenoperationen nahmen um 42 Prozent zu.

Ob diese Zahlen gerechtfertigt sind, diskutiert die Fachwelt kontrovers. Auch auf einer der vier „Grand Slam Sitzungen“ im Rahmen des 129.

Chirurgenkongresses stehen sich zwei Experten zu diesem Thema gegenüber. Vom 24. bis 27. April 2012 greift das neuartige Vortragskonzept täglich aktuelle und kontroverse Themen auf: Wer implantiert eine neue Herzklappe – Kardiologe oder Herzchirurg? Adipöse Patienten – sollen sie fasten oder operiert werden?

Die Kontrahenten haben 15 Minuten Zeit, mit Argumenten und rhetorischer Raffinesse zu überzeugen. Dann entscheidet das Publikum per Applausometer. Die DGCH ruft vor allem junge Chirurgen auf, die aktuellen Themen zu bewerten.
Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse empfehlen Ärzte jedem zehnten Patienten mit Rückenschmerzen eine Operation. Alternativ könnten Rückenschmerzen mit zahlreichen nicht operativen Verfahren behandelt werden. Wann ein chirurgischer Eingriff etwa bei einem Bandscheibenvorfall notwendig ist, müssen Ärzte individuell entscheiden. Auch die Entscheidung für oder gegen eine Operation bei stark übergewichtigen Menschen gilt es abzuwägen. Anhänger dieser Adipositaschirurgie berufen sich auf überzeugend wirkende Ergebnisse. Gegner kritisieren, dass die Befürworter das Risiko des Eingriffs unterschätzen. Unterschiedliche Ansichten bestehen auch hinsichtlich der Frage nach der Zuständigkeit für Eingriffe am Herzen.

Auf täglichen „Grand Slam Sitzungen“ während des Chirurgenkongresses stellen sich Experten diesen kontroversen Themen. In einer „rhetorischen Schlacht“ vermitteln die Vortragenden komplexe Sachverhalte verständlich und auf originelle Weise. Neben medizinischen stellt die DGCH auch gesundheits- und forschungspolitische Themen in den Fokus. Die Grand-Slam-Kontrahenten argumentieren für und wider die Privatisierung von Universitätskliniken und eine betriebswirtschaftliche Zusatzausbildung für Ärzte.
Mit dem neuen Vortragskonzept des Grand Slams will die DGCH den Nachwuchs mit aktuellen Themen begeistern. „Wie bei einem Poetry Slam werden die Experten ihre Meinung in kurzer Zeit unterhaltsam auf den Punkt bringen“, sagt Kongresspräsident Professor Dr. med. Markus W. Büchler. Welcher Kontrahent die schlagkräftigeren Argumente hat, entscheidet anschließend das Publikum. Täglich ehrt die DGCH den besten Vortrag der vier Experten mit einem iPad3. Aber auch die Zuschauer gehen nicht leer aus. Der Veranstalter verlost pro Sitzung einen Buchgutschein im Wert von 200 Euro. Für Medizinstudenten ist die Teilnahme am Chirurgenkongress kostenlos. Das Kongressprogramm und weitere Informationen finden Interessierte unter www.chirurgie2012.de.

Terminhinweise:
129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH)
24. bis 27. April 2012, ICC Berlin

Grand Slam - Forschung und Studien
Dienstag, 24. April 2012, 13.00 bis 14.30 Uhr, Saal 3, ICC Berlin

Grand Slam – Eingriffe am Herz und Gefäßsystem
Mittwoch, 25. April 2012, 13.00 bis 14.30 Uhr, Saal 3, ICC Berlin

Grand Slam – Übergewicht und Rückenschmerz
Donnerstag, 26. April 2012, 14.00 bis 15.30 Uhr, Saal 3, ICC Berlin

Grand Slam – Management
Freitag, 27. April 2012, 15.00 bis 16.30 Uhr, Saal 3, ICC Berlin

Die Kongress-Pressekonferenzen finden täglich von 11.30 bis 12.30 in Raum 42 des ICC Berlin statt. Das Programm mit den Themen und Referenten finden Sie hier unter http://www.chirurgie2012.de.

Ihr Kontakt für Rückfragen:

Christine Schoner/Christina Seddig
Pressestelle Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH)
Pf 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel: 0711 8931-573
Fax: 0711 8931-167
schoner@medizinkommunikation.org
seddig@medizinkommunikation.org

Anna Julia Voormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgch.de
http://www.chirurgie2012.de

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