Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gleichgewicht, Hören und Sehen: Neues aus der internationalen Sinnesforschung zu Bändersynapsen

07.09.2017

„Ribbon Synapses Symposium“ in Göttingen: Internationale Experten tauschen sich über die Funktion der genauesten Schaltstellen unseres Nervensystems aus. Montag, 11. September 2017, bis Dienstag, 12. September 2017, MPI für experimentelle Medizin, Hermann-Rein-Straße 3, Göttingen

Gleichgewicht, Hören, Sehen – bei all diesen Funktionen kommt es darauf an, Sinnesinformationen möglichst schnell, präzise und zuverlässig weiterzuleiten. Dazu verfügen Sinneszellen in der Netzhaut des Auges und im Innenohr über ganz besondere Kontaktstellen zu nachgeschalteten Nervenzellen: die so genannten Bändersynapsen (englisch: „Ribbon Synapses“).


Akustische Signale werden von Haarsinneszellen (magenta) im Innenohr abgenommen und die Schallinformation über Bändersynapsen an die Fortsätze von Nervenzellen (grün) zum Gehirn weitergeleitet.

Quelle: Christian Vogl, Institut für Auditorische Neurowissenschaften, UMG


3D-Rekonstruktion einer elektronenmikroskopischen Abbildung einer typischen Bändersynapse aus den Fotorezeptoren des Auges.

Quelle: Benjamin Cooper, Molekulare Neurobiologie, Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin, Göttingen

Sie vermitteln den Informationsfluss der Sinne. Defekte dieser Kontaktstellen führen zu Sinnesbehinderungen, wie Schwerhörigkeit, Nachtblindheit oder gar Taubheit oder Blindheit. Welche molekularen Mechanismen der Geschwindigkeit und Präzision der Bändersynapsen zu Grunde liegen, wird weltweit intensiv untersucht.

Rund hundert Biologen, Mediziner und Physiker treffen sich seit dem Jahr 2005 zum bereits siebten Mal in Göttingen zum „Ribbon Synapses Symposium“, um ihre Forschungsergebnisse über Bändersynapsen auszutauschen. Das Symposium bringt internationale Seh- und Hörforscher zusammen.

Sie alle arbeiten die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Bändersynapsen von Auge und Ohr heraus und lernen und von der Forschung am jeweilig anderen System. Darüber hinaus ist die Tagung für Nachwuchswissenschaftler attraktiv. Neben Vorträgen etablierter Forscher wird die Forschung jüngerer Wissenschaftler in einer großen Zahl von Vorträgen und Postern präsentiert. Der Rahmen der Tagung bietet viele Möglichkeiten zum Austausch mit weltweit führenden Experten.

Das Ribbon Synapses Symposium 2017 findet statt von Montag, den 11. September 2107, bis Dienstag, den 12. September 2017, im Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen. Veranstalter sind der Göttinger Sonderforschungsbereich SFB 889 „Zelluläre Mechanismen der sensorischen Verarbeitung“ der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und der Sonderforschungsbereich SFB 894 „Ca2+-Signale: Molekulare Mechanismen und Integrative Funktionen" der Universität des Saarlands in Kooperation mit weiteren Forschungsverbünden. Als Fortbildungsveranstaltung der Ärztekammer Niedersachsen bietet die Tagung außerdem dem interessierten Augen- oder Ohrenarzt Einblicke in den gegenwärtigen Stand der Forschung.

Die wissenschaftliche Leitung dieses weltweit einzigartigen Symposiums haben Dr. Benjamin Cooper (Max Planck Institut für experimentelle Medizin, Göttingen), Ruth Heidelberger, M.D., Ph.D. (Universität Texas, USA), Prof. Dr. Frank Schmitz (Universität des Saarlandes, Homburg), Dr. Joshua Singer (Universität Maryland, USA) sowie Dr. Chad Grabner, Dr. Christian Vogl und Prof. Dr. Carolin Wichmann (Institut für Auditorische Neurowissenschaften der UMG).

Die Tagung wird durch Fördermittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (SFB 889 Göttingen, SFB 894, Universität des Saarlands Homburg, CNMPB Göttingen und Göttinger Graduiertenschule für Neurowissenschaften, Biophysik und Molekulare Biowissenschaften (GGNB), die Universitätsmedizin Göttingen und die Max-Planck-Gesellschaft unterstützt.

Im Nachgang der Tagung findet am Mittwoch, dem 13. September 2017, für den wissenschaftlichen Nachwuchs der hochkarätig besetzte Kurs „Fundamental Principles of Sensory Processing“ des Doktoranden-Programms „Sensory and Motor Neuroscience“ der GGNB statt.

Weitere Informationen zum Symposium: http://rss2017.uni-goettingen.de/

BILDUNTERSCHRIFTEN:
Haarsinneszellen des Innenohres und Bändersynapsen des Auges:
Akustische Signale werden von den Haarsinneszellen (magenta) im Innenohr abgenommen und die Schallinformation über Bändersynapsen an die Fortsätze von Nervenzellen (grün) zum Gehirn weitergeleitet. Quelle: Christian Vogl, Institut für Auditorische Neurowis-senschaften, UMG

Haarsinneszellen des Innenohres und Bändersynapsen des Auges:
3D-Rekonstruktion einer elektronenmikroskopischen Abbildung einer typischen Bändersynapse aus den Fotorezeptoren des Auges. Synaptische Vesikel (orange), die den Botenstoff enthalten, sind an das synaptische Band (rot) gebunden. Membrannnahe Vesikel (braun) stehen hierbei direkt zur Freisetzung bereit. Weitere Vesikel (grau) befinden sich auch in größerer Entfernung zur Synapse im Zellinneren. Quelle: Benjamin Cooper, Molekulare Neurobiologie, Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin, Göttingen

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Institut für Auditorische Neurowissenschaften und SFB 889, Göttingen
Prof. Dr. Carolin Wichmann
Telefon 0551 / 39-61128
carolin.wichmann@med.uni-goettingen.de

Dr. Jakob Neef
Telefon 0551 / 39-8970
jneef@gwdg.de

Stefan Weller | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.universitaetsmedizin-goettingen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit
24.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns

24.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen

24.04.2018 | Medizintechnik

RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics