Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Getriebe im Mittelpunkt

28.01.2014
Die Getriebeentwicklung hat bereits in den letzten Jahren einen großen Beitrag zur CO2-Reduzierung geleistet. Doch es sind noch höhere Ziele gesetzt.

Das Getriebe spielt seit vielen Jahren eine zentrale Rolle, um Emissionen und den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren. „Zusammen mit der motorseitigen Optimierung durch die Fahrzeughersteller hat die Getriebebranche hier große Fortschritte erzielt“, erklärt Dr. Hans-Jörg Domian, Tagungsleiter beim internationalen Kongress „Getriebe in Fahrzeugen“.

Die Entwicklung gehe jedoch weiter. Die europäische Regelung setzte bezüglich des CO2-Ausstoßes sehr hohe Ziele: Ab 2021 darf der durchschnittliche Ausstoß einer Fahrzeugflotte an CO2 nicht mehr als 95 Gramm pro Kilometer betragen.

Trotz der großen Fortschritte der vergangenen Jahre befinden sich laut Domian heute noch viele Fahrzeughersteller bei einem Wert von rund 125 bis 130 Gramm CO2 pro Kilometer, einige Fahrzeughersteller liegen teilweise noch deutlich darüber. Es gibt weiterhin großen und dringenden Handlungsbedarf.

Die Getriebe liefern auch weiterhin einen wichtigen Beitrag, um die Emissionsziele zu erreichen. Dabei verfolgt die Getriebeentwicklung drei Richtungen: konventionelle Antriebe und Getriebe zu optimieren, Hybridantriebe einzuführen und weiterzuentwickeln sowie Elektro- und Plug-in-Hybridantriebe einzuführen.

Volker Heinz von BorgWarner ist Programmausschussmitglied des internationalen Kongress „Getriebe in Fahrzeugen“. Auch er ist der Meinung, dass in den letzten Jahren die Getriebeentwicklung einen großen Beitrag zur CO2-Reduzierung geleistet hat. Die aktuellen Fahrzeuge mit Doppelkupplungsgetrieben und modernen Stufenautomaten haben einen besseren Kraftstoffverbrauch als Fahrzeuge mit Handschaltgetrieben. Daher stehen laut Heinz derzeit neben weiteren Effizienzverbesserungen die Start/Stop-Fähigkeit durch den Einsatz von elektrischen Pumpen und Hydraulikspeichern im Fokus. Um die Kosten bei steigender Vielfalt und Komplexität im Rahmen zu halten, setzen Hersteller Baukasten mit hoher Modularität und Gleichteile um. Gerade bei Parallel-Hybriden für Milde- oder Voll-Hybride stehe das Getriebe im Mittelpunkt zur Verteilung der Leistung aus Verbrennungsmotor und E-Maschine.

Ein wichtiges Thema, um die Effizienz von Fahrzeugen zu steigern und den zukünftigen Anforderungen von Start/Stop- und Hybrid-Fahrzeugen gerecht zu werden, sei die Elektrifizierung von Komponenten. Gerade bei Start/Stop gäbe es eine große Bandbreite in Komfort und Funktionalität bei den Herstellern. Hier müsse das Getriebe seinen Beitrag leisten um bei abgeschaltetem Motor betriebsbereit zu sein. Der Einsatz von elektrischen Pumpen, Hydraulikspeichern oder elektrifizierten Aktuierungen leisten hierzu ihren Beitrag. „Um ein komfortables Motor-Start-Verhalten mit anschließender komfortabler Anfahrt zu erreichen, muss die Getriebeentwicklung eng mit der Motoren- und Fahrzeugentwicklung zusammenarbeiten“, so Heinz. Gerade bei der Entwicklung neuartiger Starter-Systemen wie permanent eingespurte Starter müsse die Getriebeentwicklung eine optimale Schnittstelle zwischen Starterritzel und Kurbelwelle schaffen. Eine große Herausforderung sei es, die Anzahl von Motor-Starts von bisher 30.000 bis 40.000 auf in Zukunft von über 800.000 bis zu über eine Millionen Zyklen bei Hybridfahrzeugen oder Fahrzeugen mit umfangreicher Start/Stop-Funktionalität zu steigern.

„Die Entwicklung konzentriert sich weiter auf effiziente Doppelkupplungs- und Stufenautomatikgetriebe mit acht bis zehn Gängen“, so Heinz. Da CVTs einen konzeptbedingten Wirkungsgradnachteil haben und der optimale Betrieb von Verbrennungsmotoren in den besten Betriebspunkten unumgänglich sei, steige die Gangzahl der Doppelkupplungs- und Stufenautomatikgetrieben in rein verbrennungsmotorisch betriebenen Fahrzeugen weiter ‒ von heute acht und neun zu zehn und mehr Gängen. Bei Hybriden Antriebssträngen werde sich eher eine Begrenzung der Gangzahl ergeben, da eine erhöhte elektrische Leistung Möglichkeiten des optimalen Betriebs durch Lastpunktanhebung biete.

Der starke Trend der Elektrifizierung von Komponenten wie Pumpen, Kupplungs- oder Gangsteller sei auch für Hybridfahrzeuge eine wichtige Basis. Mithilfe des Einsatzes von immer mehr elektrischen Komponenten und immer mehr Elektromotoren mit höheren elektrischen Leistungen fallen die Preise und die Systeme würden rentabler. Gerade bei Vollhybriden biete eine hohe elektrische Leistung den Vorteil des rein elektrischen Fahrens für Innenstadtbereiche in Großstädten, aber auch bei Sportwagen durch ein dynamisches Ansprechen der E-Maschinen gäbe es Vorteile bei der Entwicklung neuartiger Fahrzeugkonzepte. „Das Getriebe wird in Hybridfahrzeugen die zentrale Rolle der Verteilung der Antriebsleistung aus Verbrennungsmotor und E-Maschine einnehmen“, erklärt Heinz. „Natürlich werden auch in reinen E-Fahrzeugen mehrgängige Getriebe ein dynamisches Anfahren und den Betrieb in höheren Geschwindigkeiten bei einer optimalen Größe der E-Maschine ermöglichen.“

Diese und weitere Themen diskutieren Experten beim internationalen Kongress „Getriebe in Fahrzeugen“ am 23. und 24. Juni 2014 in Friedrichshafen. „Der Kongress hat sich zum international bedeutendsten Treffpunkt der Entscheider und Fachleute entwickelt – eine hervorragende Wissensdrehscheibe und Vernetzungsplattform“, bestätigt Domian. Aktuelle Informationen über die Getriebebranche und den Getriebekongress gibt es bei Twitter unter @Getriebe.

Anmeldung und Programm unter www.getriebekongress.de oder über das VDI Wissensforum Kundenzentrum, Postfach 10 11 39, 40002 Düsseldorf, E-Mail: wissensforum@vdi.de, Telefon: +49 211 6214-201, Telefax: -154.

Über das VDI Wissensforum
Das VDI Wissensforum mit Sitz in Düsseldorf gehört zur Unternehmensgruppe des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und ist seit mehr als 50 Jahren der führende Weiterbildungsspezialist für Ingenieure, für Fach- und Führungskräfte im technischen Umfeld. Es vermittelt das Wissen aus allen automobilrelevanten Technikdisziplinen und bietet eine umfassende Themenvielfalt rund um die Fahrzeugindustrie. Fragen zu aktuellen Antriebsaggregaten, zur Fahrzeugelektronik und Fahrerassistenzsystemen stehen im Fokus neben Themen wie Anforderungen zur Fahrzeugsicherheit, Komfortoptimierung oder auch Lösungen zur CO2-Reduktion und Nachhaltigkeit des Automobils. Das Unternehmen bietet eines der größten Automobilindustrie-Netzwerke mit weltmarktführenden Herstellern, Zulieferern und Dienstleistern sowie international renommierten Wissenschaftlern. Die Veranstaltungen des VDI Wissensforums sind unverzichtbar für die Automobilindustrie.

Jennifer Rittermeier | VDI Wissensforum GmbH
Weitere Informationen:
http://www.getriebekongress.de
http://www.vdi-wissensforum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal
18.08.2017 | Bergische Universität Wuppertal

nachricht Einblicke ins menschliche Denken
17.08.2017 | Universität Potsdam

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie