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Getreide, Gewürze, Kaffee – Quelle natürlicher Inhaltsstoffe

06.10.2011
- Verbraucher setzen auf natürliche Inhaltsstoffe bei Food, Pharma und Kosmetik
- Gewinnung, Wirkung, neue Produkte – Fokus von Wissenschaft und Wirtschaft
- Erstes Kooperationsforum gemeinsam mit der Gesundheitsregion Chiemgau am 20. Oktober 2011 im Kongresszentrum K1, Traunreut/Chiemgau

„Bio-“ oder „Öko“-Produkte treffen den Zeitgeist. Bioaktive Substanzen aus der Natur erfahren deshalb große Nachfrage beim Verbraucher. Hochwertige sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe haben ein breites Anwendungspotenzial und werden für funktionelle Nahrungsmittel, Medikamente oder Kosmetika verwendet.

Der Trend zu natürlichen Inhaltsstoffen beeinflusst somit Hersteller von Lebensmitteln wie auch Produzenten von Phytopharmaka und Naturkosmetik. Neben der Anwendung wird aber aufgrund des vielfältigen Angebotes der Natur auch die Grundlagenforschung kontinuierlich vorangetrieben. Sie beschäftigt sich z. B. mit weiteren bioaktiven Pflanzeninhaltsstoffen aus Getreide, Gewürzen oder geröstetem Kaffee und untersucht gezielt deren Wirkung auf den menschlichen Organismus und mögliche gesundheitsfördernde Effekte.

Das Kooperationsforum
Was versteht man eigentlich unter natürlichen Inhaltsstoffen, wie werden sie hergestellt und wohin geht der Trend? Experten aus dem Bereich natürliche und funktionelle Inhaltsstoffe diskutieren die aktuellen Entwicklungen und informieren über neue Produkte beim interdisziplinären Kooperationsforum „Natürliche Inhaltsstoffe – Ernährung, Gesundheit, Funktionalität“ am 20. Oktober 2011 in Traunreut im Chiemgau. Konzipiert und organisiert wird das Forum von der Bayern Innovativ GmbH in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderungs GmbH des Landkreises Traunstein und dem Regionalen Planungsverband Südostoberbayern sowie dem Cluster Ernährung.
Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft präsentieren aktuelle Forschungsvorhaben zur Gewinnung, Charakterisierung und Wirksamkeit neuer funktioneller Bestandteile. Sie skizzieren potenzielle Wertschöpfungsketten – vom Anbau wertstoffgebender Pflanzen über die Extraktion und Verarbeitung der Wirkstoffe bis hin zu neuen Produkten und deren kundengerechter Vermarktung.

Geschildert werden technische Verfahren zur Gewinnung nachhaltiger und natürlicher Rohstoffe, Methoden zur Aufklärung von Funktionalität und Wirkprinzipien von Inhaltsstoffen oder Produktstrategien mit Ausrichtung auf Gesundheit und Wohlbefinden.

Die Themenschwerpunkte – Gewinnung, Wirkung, Anwendung
Um natürliche Inhaltsstoffe aus Pflanzen für Anwendungen im Lebensmittel-, Arzneimittel- oder Kosmetikbereich verwenden zu können, müssen diese zuerst aus den Rohstoffen isoliert werden. Eine bedeutende Art der Gewinnung stellt die Extraktion mit überkritischem Kohlendioxid dar. Die Evonik Industries AG in Trostberg ist eines der weltweit führenden Unternehmen, das dieses Verfahren anwendet und ständig weiterentwickelt. Mit der Methode lassen sich Aroma- und Geschmacksstoffe sowie bioaktive Pflanzeninhaltsstoffe aus dem Rohstoff isolieren und für verschiedene Anwendungen bereitstellen. Vorteil des Verfahrens ist, dass es besonders schonend ist und auch keine Rückstände im Produkt verbleiben. Es lässt sich auf viele verschiedene Rohstoffe anwenden; neben Kaffee, Tee und Gewürzen auch auf Ingwer, Johannisbeeren, Nüsse sowie auf Algen und Shrimps.

Am Lehrstuhl für Lebensmittelchemie und molekulare Sensorik der Technischen Universität München untersuchen Prof. Thomas Hofmann und Dr. Roman Lang die Biofunktionalität wertgebender pflanzlicher Inhaltsstoffe, die eine gesundheitsfördernde Wirkung versprechen. Ein Beispiel sind Inhaltsstoffe des gerösteten Kaffees. In ihrer Studie zeigten sie, dass Kaffee einen gesundheitsfördernden Effekt hat, der auf antioxidativen und DNA-schützenden Substanzen beruht.

Die Intermed Discovery GmbH ist ein Unternehmen, das sich Methoden aus der Pharmaforschung zu Nutze macht, um neue bioaktive Substanzen und funktionelle Inhaltsstoffe zu finden, aus denen Pharmazeutika, Kosmetikprodukte oder funktionelle Lebensmittelinhaltsstoffe hergestellt werden können. Dabei greift das Unternehmen auf eine der weltweit größten Naturstoffbibliotheken zurück. Diese Bibliothek umfasst Pflanzen ebenso wie verschiedenste Mikroorganismen oder marine Lebewesen. Mit Hilfe einer Kombination aus Hochdurchsatzscreenings und Datenbankrecherche identifiziert sie biologisch aktive Naturstoffe. Auf diese Weise wurden mehr als 1.000 unterschiedliche bioaktive Substanzen isoliert und aus bisher noch unbekannten bzw. nicht genutzten Inhaltsstoffen neue spezifisch wirkende Produkte entwickelt.

Weitere Informationen
Aktuell sind mehr als 100 Teilnehmer und 17 Aussteller angemeldet; u. a. von Unternehmen wie Adelholzener Alpenquellen, Agilpharma, AKRAS Flavours, Alpenhain Käsespezialitäten, Amway, Bernhard Werner Nahrungsmittel, Bosch und Siemens Hausgeräte, B.R.A.I.N., Büchi Labortechnik, CCS Cell Culture Service, Cfm Oskar Tropitzsch, Denk Ingredients, DuPont, EDERNA, Finzelberg, Intermed Discovery, LEIMER, LipoFIT Analytic, Lonza, Mindel-Food, NateCO2, Nutritis, Picometrics, Phytolab, Phyton Biotech, Roquette, Thermo Fisher Scientific, vis vitalis, Wacker Chemie, dem Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT, der Technischen Universität München und den Universitäten Bayreuth und Dresden.

Die begleitende Fachausstellung zeigt Technologien, Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Anbau, Verarbeitung und Analytik, Herstellung und Anwendung von natürlichen Inhaltsstoffen in Food, Pharma und Kosmetik.

Am Vortag, 19. Oktober 2011, bietet das Rahmenprogramm den Teilnehmern des Kooperationsforums eine Führung durch die Dinzler Kaffeerösterei AG sowie anschließend die Besichtigung der Adelholzener Alpenquellen GmbH. Am Abend findet ein Empfang mit Get-together auf dem Landsitz Gut Ising statt.

Das Forum bietet somit eine ideale Plattform zum Erfahrungs- und Wissensaustausch und zur Erschließung neuer Kooperationen und Anwendungsfelder.

Dr. Petra Blumenroth | idw
Weitere Informationen:
http://www.bayern-innovativ.de/ingredients2011

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