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Gesundheit am Arbeitsplatz durch nachhaltige Arbeitssysteme und respektvollen Umgang

22.02.2012 - 24.02.2012
Der Anteil der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz ist erheblich angestiegen. Das ließe sich durch nachhaltig gestaltete Arbeitssysteme und respektvollen Umgang vermeiden, so die Expertenmeinung beim Kongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft in Kassel.

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Wege zur gesunden, effizienten und sicheren Arbeit diskutieren rund 300 Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft auf dem 58. Frühjahrskongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft (GfA) vom 22. bis 24. Februar in Kassel. Prof. Dr. Oliver Sträter, Arbeits- und Organisationspsychologe an der Universität Kassel, richtet den Kongress in Kooperation mit der Volkwagen AG Werk Kassel für die GfA aus.


“Psychische Überlastung zu vermeiden, aber auch körperliche Beanspruchungen so zu gestalten, dass älter werdende Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen frühzeitig und nachhaltig unterstützt werden, ist die Aufgabe, der wir uns in Forschung und Unternehmen stellen,” so Prof. Dr.-Ing. Ralph Bruder, GfA-Präsident und Leiter des Instituts für Arbeitswissenschaft der TU Darmstadt im Pressegespräch zum GfA-Kongress mit Dr. Stefan Kreher, Leiter der Volkswagen Coaching GmbH, Niederlassung Kassel und Prof. Sträter.

„Derzeit sind mehr als 10 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage von Mitarbeitern und Führungskräften über alle Berufssparten psychischen Belastungen am Arbeitsplatz zuzuschreiben“, sagte Sträter. Seit Anfang 1990 sei eine Verdreifachung der psychischen Erkrankungen zu verzeichnen. Dabei sei die Dauer der Ausfalltage mit durchschnittlich 22,6 Tagen je Krankheitsfall, die psychisch erkrankte Mitarbeiter vom Arbeitsplatz fernbleiben, angestiegen. Diese Krankheitsdauer übersteige sogar die Anzahl der Ausfalltage aufgrund von Herz-Kreislauf- oder Muskel-Skelett-Erkrankungen, so Sträter weiter: „Moderne Arbeitswelten müssen daher eine weiterentwickelte Arbeitskultur und gute Führung etablieren.“

„Daneben bildet die Frage, wie Produktionsprozesse wirtschaftlich erfolgreich gestaltet werden und gleichzeitig Mitarbeiter gesund erhalten können einen Themenschwerpunkt der Arbeitswissenschaft“, sagte Prof. Bruder. Zu einer nachhaltigen Systemgestaltung gehörten viele Aspekte: die ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen wie die Führungs- und Mitarbeiterkultur im Unternehmen. Bruder weiter: „Nicht nur angesichts des vor uns liegenden demografischen Wandels befürworte ich altersgemischte Teams sehr. Sie können besonders erfolgreich sein durch ihre Mischung aus Erfahrung und Zuverlässigkeit einerseits, aktuellerem Technikwissen und höherer Belastbarkeit unter Zeitdruck andererseits.“ Aber: „Das beste Ergebnis entsteht, wenn allen Mitarbeitern Respekt entgegen gebracht wird, unabhängig vom Alter“, unterstrich Sträter.

Neben den psychischen Belastungen im Arbeitsalltag wirkten sich zunehmender Kostendruck und zunehmende Effizienzsteigerung auch auf körperliche Aspekte menschlicher Arbeit aus. Eine menschengerechte Gestaltung der Arbeitsprozesse ist laut Prof. Bruder damit ein wichtiger Aspekt einer nachhaltigen Produkt- und Produktionsgestaltung und Thema des GfA-Kongresses.

Die Arbeitsplatzgestaltung im Volkswagen Werk Kassel basiere auf Respekt, Vorsorge und Motivation, wie Dr. Stefan Kreher sagte: „Wir achten bereits bei der Ausbildung unserer Nachwuchskräfte auf diese Prinzipien, um schon so früh wie möglich psychischen und körperlichen Belastungen vorzubeugen. In Kooperation mit dem Gesundheitswesen bei uns am Standort bieten wir in unserem Weiterbildungsprogramm außerdem Maßnahmen an, in denen die Kollegen mit den möglichen Belastungen am Arbeitsplatz umzugehen lernen und geschult werden, sich selbst vor einer Überlastung zu schützen.“

Info

Prof. Dr. habil. Oliver Sträter
Universität Kassel
FB 15 Maschinenbau
Institut für Arbeitswissenschaft
Tel.: 0561/804-4210
E-Mail: gfa@uni-kassel.de

Prof. Dr.-Ing. Ralph Bruder
Gesellschaft für Arbeitswissenschaft e. V.
Tel.: 0231/124243
E-Mail: gfa@ifado.de

Dr. Stefan Kreher
Volkswagen Coaching GmbH, Niederlassung Kassel
Tel.: 0561/490-2427
E-Mail: vwcg.ndl-ks@volkswagen.de

Dr. Guido Rijkhoek | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-kassel.de

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