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Gespräche mit Hand und Fuß. International Conference on Conversation Analysis (ICCA10) vom 4.-8.7.2010 in Mannheim

02.07.2010
Die Untersuchung multimodaler Interaktion ist das Rahmenthema der International Conference on Conversation Analysis (ICCA10) http://www.icca10.org, die vom 4.-8.7.2010 an der Universität Mannheim stattfindet und vom Institut für Deutsche Sprache, Mannheim, (IDS) organisiert wird. Im Zentrum der Tagung steht die Analyse des Zusammenspiels unterschiedlicher Ausdrucksmittel in der Kommunikation (Sprache, Mimik, Gestik, Körperhaltung, Bewegung im Raum). Zur Tagung werden ca. 700 Sprach-, Kultur- und Sozialforscher aus der ganzen Welt erwartet.
Die digitale Videotechnologie verändert unser Verständnis von Sprache und Kommunikation. Unter der Lupe der Kamera wird das feine Gewebe des Zusammenspiels unterschiedlicher Ausdrucksmittel in der Kommunikation sichtbar. Während früher die Sprache oder die "nonverbale Kommunikation" einzelner Akteure isoliert betrachtet wurden, wendet sich der Blick nunmehr darauf, wie mehrere Gesprächsteilnehmer Sprache, Mimik, Gestik, Körperhaltung, Bewegung im Raum und den Umgang mit Objekten in der multimodalen Interaktion miteinander koordinieren. Neue Forschungen zeigen, wie durch die Koordination dieser vielfältigen Modalitäten der leiblichen Kommunikation im Gespräch Ziele verfolgt, Bedeutung hergestellt und Emotionen ausgedrückt werden.
Dieser Untersuchung multimodaler Interaktion ist das Rahmenthema der International Conference on Conversation Analysis (ICCA10) http://www.icca10.org gewidmet, die vom 4.-8.7.2010 an der Universität Mannheim stattfindet. Zur Tagung werden ca. 700 Sprach-, Kultur- und Sozialforscher aus der ganzen Welt erwartet, die in Vortrags-, Poster- und Workshop-Veranstaltungen neueste Forschungen zu Gesprächen und anderen Formen sozialer Interaktion vorstellen und diskutieren werden.
Für die Plenarvorträge der Tagung konnten die gegenwärtig weltweit führenden Forscher im Bereich der Erforschung der multimodalen Interaktion gewonnen werden. Charles Goodwin (Los Angeles) zeigt, wie das komplexe und genau getimte, simultane Zusammenspiel der unterschiedlichen Modalitäten einen Mehrwert erzeugt, den keine der einzelnen Modalitäten alleine bieten kann. Lorenza Mondada (Lyon) befasst sich damit, wie der uns umgebende Raum durch die Handlungen der Menschen Moment für Moment mit neuer und veränderlicher Bedeutung aufgeladen wird. In seinen Untersuchungen geht Jürgen Streeck (Austin) der Frage nach, wie die besondere Art und Weise, in der Interaktionsteilnehmer ihren Körper einsetzen, um geteilte Aufmerksamkeit herzustellen und Erfahrungen einen gemeinsamen Sinn zu verleihen, an die Besonderheit des Ortes, an dem sie sich befinden, angepasst ist. Alle auf der Tagung vorgestellten Forschungen beruhen auf Aufnahmen von Interaktionen in Alltag, Institutionen und Medien. So zeigen Christian Heath und Paul Luff (London) am Beispiel von Auktionen, wie der Auktionator ein komplexes soziales Ereignis mit vielen Beteiligten, die ganz unterschiedliche Rollen einnehmen, allein schon durch die Verwendung des Hammers strukturiert.

Die Tagung ICCA10 wird von Prof. Dr. Arnulf Deppermann, Prof. Dr. Thomas Spranz-Fogasy und Ahu Tanrisever (Abteilung Pragmatik des Instituts für Deutsche Sprache, Mannheim, http://www.ids-mannheim.de) organisiert. Das IDS ist die zentrale außeruniversitäre Einrichtung zur Erforschung und Dokumentation der deutschen Sprache in ihrem gegenwärtigen Gebrauch und in ihrer neueren Geschichte. Es gehört zur Leibniz-Gemeinschaft http://www.wgl.de.

Kontakt
Prof Dr. Arnulf Deppermann
Institut für Deutsche Sprache Tel.: +49 621 1581-309
R 5, 6-13 Fax: +49 621 1581-200
68161 Mannheim E-Mail: icca10@ids-mannheim.de

Dr. Annette Trabold | idw
Weitere Informationen:
http://www.icca10.org

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