Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gen-Forschung: Ursachen für Übergewicht und Adipositas

04.02.2010
Übergewicht, Adipositas, Diabetes Typ 2 und weitere Erkrankungen des Stoffwechsels beruhen auf vielen Faktoren. Zu etwa 60 Prozent bestimmt das Erbgut, ob Menschen übergewichtig werden.

Weltweit suchen und erforschen Wissenschaftler beteiligte Gene, um neue Präventions- und Therapieansätze zu erhalten. Leipziger Forscher stellen beim 53. Symposion der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) aktuelle Erkenntnisse zum Thema "Volkskrankheit Übergewicht: Liegt die Ursache in den Genen?" vor. Die Fachtagung der Hormon-Experten findet vom 3. bis 6. März 2010 in Leipzig statt.

Wissenschaftler der Universität Leipzig unter der Leitung von Professor Dr. med. Michael Stumvoll, Direktor der Medizinischen Klinik III, untersuchen Bereiche im Gehirn, die mit Nahrungsaufnahme, Essverhalten und Übergewicht zusammenhängen. Das aktuelle Projekt knüpft an internationale Erkenntnisse aus der Genforschung an: An insgesamt 38.759 Personen konnte nachgewiesen werden, dass eine Variante im sogenannten FTO-Gen mit einem erhöhten Körpergewicht zusammenhängen. FTO steht für 'fat mass and obesity associated'. "Wir nehmen an, dass genetische Varianten wie die in FTO eher mit dem Essverhalten als mit dem Energieverbrauch zu tun haben", meint Professor Stumvoll.

Die Forscher untersuchen deshalb jetzt, wie solche genetischen Varianten und das Essverhalten zusammenhängen. Ideal wäre, wenn Kalorienaufnahme und Energieverbrauch gleich hoch sind. "Hunger" und "Sättigung" reguliert das Gehirn über Hormone und andere Botenstoffe. Menschen mit Veränderungen im FTO-Gen könnten deshalb im Schnitt mehr wiegen, weil bei ihnen - genetisch programmiert - ein anderes Ideal vorliegt: Mehr Kalorien aufnehmen als verbrauchen.

Weltweit wird nach Genen und Gen-Varianten gesucht, die mit Erkrankungen des Stoffwechsels in Zusammenhang stehen. Die Leipziger Arbeitsgruppe um Professor Stumvoll ist in diesem Bereich bereits seit längerem tätig: Sie untersuchten die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz auf Gene, die mit Adipositas, Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen zusammenhängen. Die sorbische Bevölkerung ist die einzige eigenständige Population in Mitteleuropa: Die heute lebenden rund 15 000 Sorben haben ihr Erbgut fast ausschließlich von wenigen Urahnen. Gene, die mit Erkrankungen in Verbindung stehen, lassen sich dadurch einfacher finden.

Einzelne Gen-Varianten oder Gene entscheiden jedoch nicht, wer tatsächlich übergewichtig wird: Erst durch die Kombination mit weiteren Genen und Umweltfaktoren wie Bewegungsmangel oder Überernährung kommt es zu einer starken Gewichtszunahme. Die komplexen Zusammenhänge sind bisher nicht vollständig erforscht. Über bisherige Erkenntnisse und zukünftige Forschungsprojekte berichtet Professor Michael Stumvoll bei der Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie am 3. März 2010 in Leipzig.

Terminhinweise:
Pressekonferenz anlässlich des 53. Symposions der DGE
Mittwoch, 3. März 2010, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Neuer Senatssaal der Universität Leipzig, Ritterstraße 26, 2. Etage, 04109 Leipzig
53. Symposion der DGE vom 3. bis 6. März 2010
Ort: Congress Center Leipzig (CCL)
Vortragsveranstaltung:
Populationsgenetik bei endokrinologischen Erkrankungen
Donnerstag, 4. März 2010, 10.15 bis 11.45 Uhr
Ort: Saal 1, Congress Center Leipzig
Kontakt für Journalisten:
Beate Schweizer
Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931 295, Fax: 0711 8931 167
Schweizer@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://www.endokrinologie.net
http://www.dge2010.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen
24.03.2017 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise