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Gefangen in der Ionenfalle: Internationale Konferenz in Mainz

10.09.2014

120 Wissenschaftler treffen sich zur Diskussion über Ionenfallen-Forschung im Schloss Waldthausen – Öffentlicher Abendvortrag am 16. September

Vor 25 Jahren haben drei Wissenschaftler für die Entwicklung der Ionenfallentechnik den Nobelpreis für Physik erhalten, darunter der deutsche Physiker Wolfgang Paul, nach dem die Erfindung auch als Paul-Falle bezeichnet wird. So wurde der Grundstein gelegt, um einzelne Ionen (geladene Atome) einzufangen, über längere Zeit zu speichern und zu beobachten – eine grundlegende Voraussetzung für neue, zukunftsweisende Experimente in der Quantenphysik, aber auch darüber hinaus für viele weitere Anwendungen.

An der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) treffen sich vom 15. bis 19. September 2014 Wissenschaftler aus dem In- und Ausland, um die neuesten Entwicklungen auf diesem Gebiet zu diskutieren.

Die Beobachtung, Manipulation und Untersuchung einzelner Atome und Ionen ist ein wichtiges Forschungsfeld der Quantenphysik, die einen Grundpfeiler der modernen Physik darstellt. „Die Quantenphysik bietet uns zudem ungeheuer viele Anwendungsmöglichkeiten, angefangen von den hochpräzisen Atomuhren bis zu Quantencomputern, an denen zurzeit geforscht wird“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Schmidt-Kaler vom Institut für Physik der JGU. Er ist gemeinsam mit Prof. Dr. Klaus Blaum vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg Organisator der internationalen Konferenz.

Zur „Third European Conference on Trapped Ions” werden 120 Wissenschaftler am Veranstaltungsort im Schloss Waldthausen erwartet, die sich an den fünf Konferenztagen mit Präsentationen und Diskussionen über die aktuellen Themen der Ionenfallen-Forschung austauschen. In über 30 Referaten werden u.a. Präzisionsmessungen und fundamentale Physik, Quantenoptik, Quanteninformation, Fallentechnologie und Spektroskopie behandelt wie auch molekulare Ionen, chemische Reaktionen oder die Messungen mit Ionen in Speicherringen.

Die European Conference on Trapped Ions (ECTI) bringt nicht nur Quantenphysiker zusammen, sondern es nehmen auch Physiker aus anderen Fachgebieten wie der Atomphysik oder physikalischen Chemie teil. Wegen der Bedeutung von Ionenfallen für präzise Messungen zu den Grundkräften der Natur wird die Veranstaltung unter anderem auch von dem Exzellenzcluster „Precision Physics, Fundamental Interactions and Structure of Matter“ (PRISMA) der Universität Mainz unterstützt.

Bei einem öffentlichen Abendvortrag können sich interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer ein Bild von aktuellen Fragen der Physik machen: Der öffentliche Plenarvortrag (in Englisch) mit dem Titel „Physical units based on fundamental constants – changing with time?“ von Prof. Dr. Joachim Ullrich, Präsident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig, wird sich mit Möglichkeiten der Messung einer zeitlichen Veränderung von Naturkonstanten befassen. Dazu wird für Dienstag, 16. September um 20:30 Uhr im Schloss Waldthausen herzlich eingeladen.

Foto:
http://www.uni-mainz.de/bilder_presse/08_physik_quantum_mikro-ionenfalle.jpg
Mikro-Ionenfalle mit Segmentierung
Foto: QUANTUM Mainz, Ferdinand Schmidt-Kaler

Weitere Informationen:
Christine Best
Quanten-, Atom- und Neutronenphysik (QUANTUM)
Institut für Physik
Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU)
55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-22279
Fax +49 6131 39-25179
E-Mail: ecti2014@uni-mainz.de
http://www.quantum.physik.uni-mainz.de/

Weitere Links:
http://www.quantum.physik.uni-mainz.de/ecti2014_index.html.de

Petra Giegerich | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Atome Entwicklung Grundpfeiler Grundstein Ionen Ionenfalle JGU Manipulation Nobelpreis Physiker Quantenphysik

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