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Gefährliche Fehlprogrammierungen im Mutterleib - Perinatale Präventivmedizin gewinnt an Bedeutung

31.08.2009
Internationaler Leopoldina-Kongress in Greifswald beleuchtet aktuelle Forschungsergebnisse zu negativen Einflüssen in der Schwangerschaft

Das Forschungsgebiet über die Entstehungsgeschichte von Gesundheit und Krankheit im Mutterleib (Developmental Origins of Health and Disease/DOHaD) ist noch relativ jung und gewinnt doch rasant an Bedeutung.

In der so genannten Perinatalperiode werden entscheidende Weichen für die spätere Entwicklung des Kindes gelegt. Offensichtlich stärker als bislang angenommen. Vom 4. bis 6. September 2009 findet ein internationales Symposium zu dieser Problematik und unter wissenschaftliche Leitung der Professoren Marek Zygmunt (Greifswald), Hans-Georg Bender (Düsseldorf) und Wolfgang Künzel (Giessen) in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald statt.

Erwartet werden Wissenschaftler aus den USA, Kanada, Neuseeland, Norwegen, Großbritannien, Finnland, Belgien, den Niederlanden, Österreich und Deutschland. Das dreitägige Fachsymposium auf Initiative der Deutschen Akademie der Naturforscher "Leopoldina" (http://www.leopoldina-halle.de) wird in Kooperation mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Alfried Krupp Wissenschaftskolleg und der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universität Greifswald veranstaltet.

Die Weichen für die Zukunft der Neugeborenen werden bereits in der Gebärmutter (intrauterin) gestellt. Aufgrund der sich wandelnden gesellschaftlichen Lebensverhältnisse und der verschiedensten Einflüsse haben die Wissenschaftler in den letzten Jahren die wachsende Bedeutung von Fehlprogrammierungen bereits vor der Geburt registriert und vor den gravierenden Auswirkungen auf das Gesundheitswesen gewarnt. Faktoren wie Übergewicht, Infektionen, Herz-Kreislaufbelastungen, Stress sowie der Missbrauch von Suchtmitteln und Umweltschadstoffe sind immer häufiger der Grundstein für eine spätere Krankengeschichte der noch ungeborenen Kinder. Negative Einflüsse während dieser Wachstumsphasen in der Gebärmutter können zu erheblichen Langzeitschäden und strukturellen Veränderungen führen, die in die nächste Generation weiter gegeben werden.

"Diese weltweite Erfahrung führte zur Etablierung einer ganz neuen Geburts- und Entwicklungsmedizinischen Teildisziplin", erklärte Prof. Marek Zygmunt, Direktor der Universitätsfrauenklinik und zugleich Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Greifswald. "Das spezielle Fachgebiet wird seit einigen Jahren durch eine eigene Wissenschaftsgesellschaft, der International Society for Developmental Origins of Health and Disease (http://www.dohadsoc.org) vertreten. Da sich die Forschung in Deutschland noch in der Aufbruchphase befindet, freuen wir uns über die hochkarätige internationale Bestbesetzung auf der Greifswalder Tagung."

Der Kongress bringt die Experten aus verschiedenen medizinischen und naturwissenschaftlichen Forschungsgruppen zu einem regen Austausch zur inzwischen breit gefächerten "DOHaD"-Forschung zusammen. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt dabei in der wirksamen Vorsorge von Krankheiten mit perinatalem Ursprung.

Universitätsklinikum Greifswald
Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Ärztliche Direktor/Vorstandsvorsitzender
Prof. Dr. med. Marek Zygmunt
Wollweberstraße 1, 17475 Greifswald
T +49 3834 86-65 00
E frauenklinik@uni-greifswald.de

Constanze Steinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-greifswald.de
http://www.medizin.uni-greifswald.de/gyn/index.php?id=388

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