Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die ganze Welt in einer Armbanduhr

17.06.2010
Auftaktveranstaltung des Landesexzellenzclusters „Nano-Spintronics“

Als Eröffnungsveranstaltung des Landesexzellenzclusters „Nanospintronics“ findet vom 16. bis 18. Juni 2010 im Hotel „Vierjahreszeiten“ in Hamburg das Europäische Symposium „Nanospintronics“ mit 150 internationalen und nationalen Wissenschaftlern statt, die über neueste Erkenntnisse und Innovationen auf dem Gebiet der Nano-Spintronik diskutieren werden. Heute, am 17. Juni 2010, begrüßten der Präsident der Universität, Prof. Dr. Dieter Lenzen, und die Wissenschaftssenatorin der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Herlind Gundelach, die Gäste.

Die gesamte Musik und Literatur der Welt jederzeit abrufbar in einer Armbanduhr gespeichert, oder neuartige, schnelle und effiziente Computersysteme, die nicht mehr langwierig booten müssen, sondern mit denen man nach dem Einschalten sofort weiterarbeiten kann – möglich machen könnte dies die Nano-Spintronik: Die herkömmliche Halbleiterelektronik benutzt zur Datenübertragung und -verarbeitung nur die Ladung der Elektronen. Die Nano-Spintronik nutzt neben der Ladung der Elektronen auch deren Drehsinn, den sogenannten Spin. Dieser Elektronen-Spin ist eine quantenmechanische Eigenschaft und kann vereinfacht als Drehung der Elektronen um ihre eigene Achse verstanden werden. Der Spin kann zwei Orientierungen haben, da sich ein Elektron links oder rechts herum drehen kann. Diese Drehung erzeugt ein magnetisches Moment und daher kann man ein einzelnes Elektron stark vereinfacht als winzige Kompassnadel ansehen. Unter Zuhilfenahme dieses magnetischen Drehmoments könnten Spintronik-Bauteile pro Elektron mehr Informationen übertragen und verarbeiten. Außerdem wären neuartige Datenspeicher möglich, die ihre gespeicherten Informationen auch nach Abschalten noch beibehalten und beim Starten eines Computers den heute üblichen Startvorgang überflüssig machen würden.

Die für die Nanospintronik notwendigen Strukturen sind mindestens hunderttausend Mal kleiner als ein Millimeter und daher benötigt man sowohl für die Herstellung als auch für die Analyse dieser winzigen Strukturen modernste Methoden aus der Nanotechnologie. Im Rahmen des Landesexzellenzclusters „Nano-Spintronics“ werden verschiedene, sich ergänzende experimentelle Methoden zur Herstellung und Analyse zukunftsträchtiger nanoskaliger Systeme für Spintronik-Anwendungen kombiniert.

Der Landesexzellenzcluster „Nano-Spintronics“ veranstaltet das Europäische Symposium „Nanospintronics“ gemeinsam mit dem DFG-Sonderforschungsbereich 668 „Magnetismus vom Einzelatom zur Nanostruktur“ und der ERC-Forschergruppe „Furore“. Mit 20 Fachvorträgen von national und international sehr anerkannten Forschern und den daraus resultierenden Diskussionen wird das Hamburger Symposium mit dazu beitragen, neue grundlegende Ideen und Innovationen für die Nano-Spintronik anzuregen, vielversprechende Ansätze für deren Weiterentwicklung zu identifizieren und eine verstärkte Zusammenarbeit der internationalen Forschungsgruppen auf diesem Gebiet zu initiieren.

Dazu der Universitätspräsident, Prof. Dr. Dieter Lenzen: „Der Landesexzellenzcluster ‚NANO-SPINTRONICS‘ ergänzt in hervorragender Weise den an der Universität Hamburg vorhandenen Sonderforschungsbereich Nanomagnetismus sowie weitere international geförderte Exzellenzprogramme der EU und der National Science Foundation (USA). Er verbindet darüber hinaus die komplementären Fachkenntnisse von Arbeitsgruppen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und unterschiedlichen Forschungseinrichtungen der Universität Hamburg sowie außeruniversitärer Partner“.

Dr. Herlind Gundelach, Senatorin für Wissenschaft und Forschung: „Eine zielgerichtete Wissenschafts- und Forschungspolitik muss langfristig und strategisch aufgestellt werden. Dazu gehört auch der Mut, Schwerpunkte zu setzen. Mit der Landesexzellenzinitiative beschreiten wir diesen Weg. Die Forschungsvorhaben des Clusters ‚NANO-SPINTRONICS‘ haben in Hamburg einen wichtigen Anteil an der Sicherung wissenschaftlicher Exzellenz ebenso wie am Erhalt und der Schaffung hoch qualifizierter Arbeitsplätze. Nanoskalige Spintronik-Bauelemente werden zu einem Quantensprung in den Informations- und Kommunikationstechnologien führen und bieten ein enormes Entwicklungspotenzial.“

Die Landesexzellenzinitiative der Freien und Hansestadt Hamburg wurde im Januar 2009 ins Leben gerufen, um herausragende Hamburger Forschungsverbünde zielgerichtet zu fördern.

Für Rückfragen:

Dipl.-Chem. Heiko Fuchs
Universität Hamburg
Institut für Angewandte Physik
Sonderforschungsbereich 668
Tel.: 040-428 38-69 59
E-Mail: hfuchs@physnet.uni-hamburg.de

Birgit Kruse | idw
Weitere Informationen:
http://www.nanoscience.de/lexi

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer
24.11.2017 | Universität Paderborn

nachricht Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet
24.11.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie