Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das „ganz Große“ und das „ganz Kleine“ vereinen

23.09.2010
Internationale Konferenz „Quantum Field Theory and Gravity“ vom 28. September bis zum 1. Oktober 2010 auf dem Regensburger Campus

Die Allgemeine Relativitätstheorie, die untrennbar mit Albert Einstein verknüpft ist, hat trotz ihres Namens nicht unbedingt den Ruf, allgemein verständlich zu sein. Trotzdem hat sie durch ihre Beschreibung der Wechselwirkung zwischen Materie einerseits, und Raum und Zeit andererseits unser Wissen über das Universum und somit über das „ganz Große“ wesentlich erweitert.

Allerdings ist sie mit den Phänomenen der Quantentheorie, also mit dem Bereich des „ganz Kleinen“, nicht immer vereinbar. Die Quantentheorie scheint gar einigen Prinzipien zu widersprechen, die in der klassischen Physik als selbstverständlich angesehen werden.

Physiker und Mathematiker auf der ganzen Welt sind deshalb seit Jahren auf der Suche nach einem Modell, das zur vollständigen Beschreibung aller unbelebten Vorgänge der Natur dienen kann. Eine solche universelle Theorie würde die Quantentheorie und die Allgemeine Relativitätstheorie vereinen. In diesem Zusammenhang findet vom 28. September bis zum 1. Oktober 2010 die internationale Konferenz „Quantum Field Theory and Gravitiy. Conceptual and mathematical Advances in the Search for a unified Framework“ auf dem Campus der Universität Regensburg statt. Organisiert wird die Tagung gemeinsam von der Fakultät für Mathematik der Universität Regensburg und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Unterstützt wird sie zudem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Regensburger Universitätsstiftung Hans Vielberth, dem Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften, der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und der International Association of Mathematical Physics (IAMP).

Die in diesem Jahr stattfindende Konferenz ist die vierte Tagung einer Konferenzreihe, die 2002 von Prof. Dr. Jürgen Tolksdorf ins Leben gerufen wurde und schon zweimal in Blaubeuren (2003, 2005) und einmal in Leipzig (2007) stattfand. Das erklärte Ziel ist es, in einem regelmäßigen Turnus von zwei bis drei Jahren renommierte Physiker und Mathematiker zusammen zu bringen, um Grundfragen aus den Bereichen Teilchen- und Gravitationsphysik zu diskutieren. Dabei werden nicht nur etablierte Ansätze zur Entwicklung einer vereinheitlichten Beschreibung aller grundlegenden Wechselwirkungen erörtert, sondern auch alternative Ansätze, wie sie zum Beispiel am Lehrstuhl von Prof. Dr. Felix Finster in der Fakultät für Mathematik der Universität Regensburg verfolgt werden. Die verschiedenen Vorträge stellen somit einen repräsentativen Querschnitt verschiedener theoretischer Modelle dar, um eine gemeinsame Diskussionsgrundlage für alle Tagungsteilnehmer zu schaffen.

Darüber hinaus soll die diesjährige Konferenz Nachwuchswissenschaftlern im Bereich der mathematisch-physikalischen Grundlagenforschung die Möglichkeit bieten, weitreichende Einblicke in ein interessantes Forschungsfeld zu erlangen und gleichzeitig eigene Ideen schon frühzeitig mit etablierten Forschern zu diskutieren. Entsprechend sind etwa ein Drittel der Tagungsteilnehmer Nachwuchswissenschaftler, deren Teilnahme auch durch Stipendien der Leopoldina, sowie durch Mittel des Johannes-Kepler-Forschungszentrums für Mathematik an der Universität Regensburg oder der IAMP finanziert werden.

Forschung an der Fakultät für Mathematik der Universität Regensburg:
Mit dem Johannes-Kepler-Forschungszentrum für Mathematik haben sich die Regensburger Mathematiker schon seit längerer Zeit international positioniert. Flankiert wird das Zentrum durch eine DFG-Forschergruppe zum Thema „Algebraische Zykel und L-Funktionen“. Erst vor kurzem wurde zudem das Graduiertenkolleg „Curvature, Cycles and Cohomology. Geometric methods in analysis and arithmetic“ von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligt. Es wird im Oktober 2010 seine Arbeit aufnehmen und weitere Impulse für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Regensburger Campus liefern.
Ansprechpartner für Medienvertreter:
Prof. Dr. Felix Finster
Universität Regensburg
Fakultät für Mathematik
Tel.: 0941 943-2774
Felix.Finster@mathematik.uni-regensburg.de

Alexander Schlaak | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-regensburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Das Immunsystem in Extremsituationen
19.10.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm
19.10.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise