Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Für bessere Luftqualität: Forscher informieren sich an der Saar-Uni über Gassensortechnik

26.03.2014

Gassensoren, künstliche Sinnesorgane, die auch kleinste Spuren von Schadstoffen und Gasen aller Art in der Luft aufspüren, sind Spezialgebiet des Messtechnikers Professor Andreas Schütze und seines Forscher-Teams an der Saar-Universität.

Vom 31. März bis 2. April kommen 23 internationale Nachwuchswissenschaftler verschiedener Disziplinen und führende Experten aus Firmen und Forschungseinrichtungen auf den Saarbrücker Campus, um sich über den Stand der Technik sowie zukünftige Möglichkeiten intelligenter Gassensorsysteme zu informieren und auszutauschen. Ziel ist, die Entwicklung neuer Messtechnologien für mehr Luftqualität und Umweltschutz voranzutreiben.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Netzwerks EuNetAir, in dem sich rund 100 Institutionen und Wissenschaftler weltweit zusammengeschlossen haben, um für bessere Luftqualität zu forschen.

Jeder achte Todesfall geht laut einer aktuellen Studie der Weltgesundheitsorganisation auf das Konto der Luftverschmutzung. Sieben Millionen Menschen, so die WHO, sind allein im Jahr 2012 weltweit an den Folgen verschmutzter Luft gestorben. Im Netzwerk „EuNetAir“ haben sich internationale Institutionen und Wissenschaftler verschiedener Fachdisziplinen zusammengeschlossen.

„Ziel ist es, die Entwicklung neuer Messtechnologien zur Kontrolle von Luftverschmutzung und für Umweltschutz voranzutreiben und den internationalen Austausch der Forscher auf diesem Gebiet zu fördern“, erklärt Professor Andreas Schütze, Gassensorexperte an der Saar-Uni. In mehreren Projekten entwickelt seine Arbeitsgruppe neuartige Gassensorsysteme, die zur Luftqualitätsüberwachung eingesetzt werden können. Hierbei arbeiten die Forscher mit Universitäten, Forschungsinstituten und Unternehmen weltweit zusammen.

Vom 31. März bis 2. April veranstaltet Schütze eine Weiterbildungsveranstaltung, bei der sich 23 Nachwuchswissenschaftler aus zehn Ländern – darunter Geologen, Biologen, Chemiker, Umwelttechniker – über die Leistungsfähigkeit moderner Gassensorsysteme und die neuesten Forschungsergebnisse informieren.

Führende Gassensorforscher geben hierzu Einblicke in ihre Forschungen: Außer den Saarbrücker Messetechnikern stellen Forschergruppen und Unternehmen aus Schweden, Italien, den USA, der Schweiz und Deutschland ihre aktuellen Ergebnisse und Projekte vor und demonstrieren ihre Sensorlösungen.

Zum einen geht es darum, aufzuzeigen, was Gassensoren leisten können. „Wir wollen zeigen, dass leistungsfähige, zuverlässige Messungen nicht unbedingt großen Aufwand bedeuten. Wir haben neuartige Sensorsysteme entwickelt, die zum Beispiel Schadstoffkonzentrationen in der Luft ähnlich empfindlich und genau messen können wie die Messgeräte, die derzeit zum Einsatz kommen, die gleichzeitig aber viel preiswerter und mobil einsetzbar sind“, erklärt Professor Schütze.

„Zum anderen ist es für uns wichtig, zu erfahren, was genau die Wissenschaftler anderer Disziplinen für ihre Arbeit brauchen – zum Beispiel um präzise Schadstoffverteilungen in Innenstädten messen und vorhersagen zu können – und wie wir mit unserer Forschung dazu beitragen können, die Sensortechnik gezielt für diese Anforderungen weiterzuentwickeln“, sagt er.

So könnten etwa Gassensoren künftig in Smartphones eingebaut werden und dort kontinuierlich und mobil Messdaten aufnehmen und zusammen mit GPS-Daten die Messwerte zu Luftqualität-Karten zusammensetzen. „Auch ist es möglich, durch den Einsatz der Gassensorik die Quelle zum Beispiel von Geruchs- oder Abgasbelästigung zu identifizieren und gezielt Gegenmaßnahmen zu ergreifen, etwa Schadstoffe chemisch zu binden“, erläutert Schütze.

Programm und weitere Informationen zur Veranstaltung: http://www.lmt.uni-saarland.de

Hintergrund:
EuNetAir (European Network on New Sensing Technologies for Air-Pollution Control and Environmental Sustainability) ist ein Netzwerk der COST (European Cooperation in Science and Research): Die COST ist eine internationale Initiative zur europäischen Zusammenarbeit im Bereich der wissenschaftlichen und technischen Forschung, bei der nationale Forschungsarbeiten koordiniert werden. Beteiligt an EuNetAir sind rund 100 Partnerinstitutionen aus der gesamten EU sowie außereuropäische Partner u.a. aus den USA, China und Australien. Chairman des Netzwerks ist Michele Penza, ENEA, Italien.
Die Saarbrücker Eurice GmbH verwaltet das Budget von EuNetAir (Grant holder) und unterstützt das Netzwerk bei der Organisation.
http://www.eunetair.it/

Pressefoto für den kostenlosen Gebrauch: http://www.uni-saarland.de/pressefotos

Kontakt:
Prof. Dr. Andreas Schütze, Lehrstuhl für Messtechnik:
Tel.: 0681/302 4663, E-Mail: schuetze@lmt.uni-saarland.de
Dr. Tilman Sauerwald: Tel. 0681/302 2256, E-Mail: t.sauerwald@lmt.uni-saarland.de

Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Telefoninterviews in Studioqualität sind über Rundfunk-Codec möglich (IP-Verbindung mit Direktanwahl oder über ARD-Sternpunkt 106813020001). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-64091 oder -2601).

Weitere Informationen:

http://www.eunetair.it/
http://www.uni-saarland.de/pressefotos
http://www.lmt.uni-saarland.de

Claudia Ehrlich | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW
08.12.2016 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops