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Hautkrebs-Erkrankungen wie Melanome, helle Hautkrebse und bösartige Hauttumore sind heute die weltweit häufigsten Krebsformen.
Jeder Fünfzigste ist bereits davon betroffen, die Tendenz weiter steigend. Den Forschungsstand zum Thema erörtern und diskutieren ab heute, Dienstag, 1.200 Experten der Hautkrebsforschung beim 7. Hautkrebs-Weltkongress, der diesmal in Wien stattfindet.
Ein Schwerpunkt der Veranstaltung ist die genaue Früherkennung, die als wichtigster Faktor für gute Heilungschancen des Hautkrebses gilt. "Alle Formen können in einem sehr frühen Stadium erkannt werden, wenn mit entsprechender Expertise untersucht wird. Daher dürfte heute eigentlich niemand mehr an Hautkrebs sterben", betont der Kongress-Präsident Hubert Pehamberger von der Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie.
Neue Untersuchungsmethoden hätten in den letzten Jahren die Zielgenauigkeit der Diagnose entscheidend verbessert. Dazu zählt der Dermatologe das Auflichtmikroskop, mit dem pigmentierte Strukturen auch in tiefere Hautregionen untersucht werden können, oder den Einsatz digitaler Videokameras, die auch eine Fernbegutachtung von Spezialisten erlauben.
Die gefährlichste Form des Hautkrebses ist seine schwarze Ausprägung, das Melanom, bei dessen Entstehung die UV-Strahlung wesentlich beteiligt ist. Neue Studien belegen, dass Solarienbesuche das Erkrankungsrisiko erheblich steigern, wie auch ausgiebige Sonnenbäder in südlichen Ländern eine Gefahr darstellen. Gute Chancen zur Heilung dieser häufig tödlich verlaufenden Krankheit besteht nur in deren Frühphase. "Ist der Tumor noch kleiner als 0,75 Millimeter, so kann er in fast allen Fällen geheilt werden.
In späteren Stadien sinken die Überlebenschancen jedoch drastisch, da Melanome medizinisch kaum beherrschbar sind", so Pehamberger. Ein Grund für das Versagen von Chemotherapien oder biologischer Ansätze bei fortgeschrittenen Melanomen sei die Resistenz der Tumorzellen, aufgrund derer ein erwünschter Zelltod seltener ausgelöst werden könne als bei anderen Krebsformen.
Die Entschlüsselung der genetischen Veränderungen der Zelle bei der Melanom-Entstehung könnte den Weg zur einer zielgerichteten Gentherapie weisen, betont der Melanom-Forscher Meenhard Herlyn vom Wistar Institute in Philadelphia. "Da es so viele genetisch verschiedene Melanom-Subgruppen gibt, können nicht alle Patienten mit der gleichen Strategie behandelt werden. Vielmehr ist ein differenziertes und individualisiertes Vorgehen erforderlich", so Herlyn. Dieses Vorgehen bestehe darin, die meist verschiedenen nebeneinander auftretenden Melanome gleichzeitig durch Kombinationen von Inhibitoren anzugreifen, die je nach Patient individuell bestimmt werden müssen.
In Diskussion ist derzeit die Frage, ob eine systematische Screening-Untersuchung bestimmter Bevölkerungsgruppen Nutzen für die Vermeidung von Melanomfälle bringen kann. "Die auf dem Kongress präsentierten Ergebnisse sprechen für den Nutzen solcher Maßnahmen", so Pehamberger. Bei einem Pilotprojekt in Deutschland wurden etwa über 360.000 Menschen flächendeckend auf Hautkrebs untersucht. Dabei entdeckte man über 568 Melanome und 2.500 Fälle von hellem Hautkrebs in einem frühen Stadium, in dem die Heilungschancen noch sehr hoch sind. Aufgrund des Erfolges hat Deutschland das Screening-Programm derzeit für zunächst drei Jahre auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet.
Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.worldmelanoma2009.com
www.oegdv.at
www.wistar.org
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