Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Früherkennung bei Hautkrebs entscheidend

12.05.2009
Weltkongress diskutiert Diagnose und Behandlung der häufigsten Krebserkrankung

Hautkrebs-Erkrankungen wie Melanome, helle Hautkrebse und bösartige Hauttumore sind heute die weltweit häufigsten Krebsformen.

Jeder Fünfzigste ist bereits davon betroffen, die Tendenz weiter steigend. Den Forschungsstand zum Thema erörtern und diskutieren ab heute, Dienstag, 1.200 Experten der Hautkrebsforschung beim 7. Hautkrebs-Weltkongress, der diesmal in Wien stattfindet.

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung ist die genaue Früherkennung, die als wichtigster Faktor für gute Heilungschancen des Hautkrebses gilt. "Alle Formen können in einem sehr frühen Stadium erkannt werden, wenn mit entsprechender Expertise untersucht wird. Daher dürfte heute eigentlich niemand mehr an Hautkrebs sterben", betont der Kongress-Präsident Hubert Pehamberger von der Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie.

Neue Untersuchungsmethoden hätten in den letzten Jahren die Zielgenauigkeit der Diagnose entscheidend verbessert. Dazu zählt der Dermatologe das Auflichtmikroskop, mit dem pigmentierte Strukturen auch in tiefere Hautregionen untersucht werden können, oder den Einsatz digitaler Videokameras, die auch eine Fernbegutachtung von Spezialisten erlauben.

Die gefährlichste Form des Hautkrebses ist seine schwarze Ausprägung, das Melanom, bei dessen Entstehung die UV-Strahlung wesentlich beteiligt ist. Neue Studien belegen, dass Solarienbesuche das Erkrankungsrisiko erheblich steigern, wie auch ausgiebige Sonnenbäder in südlichen Ländern eine Gefahr darstellen. Gute Chancen zur Heilung dieser häufig tödlich verlaufenden Krankheit besteht nur in deren Frühphase. "Ist der Tumor noch kleiner als 0,75 Millimeter, so kann er in fast allen Fällen geheilt werden.

In späteren Stadien sinken die Überlebenschancen jedoch drastisch, da Melanome medizinisch kaum beherrschbar sind", so Pehamberger. Ein Grund für das Versagen von Chemotherapien oder biologischer Ansätze bei fortgeschrittenen Melanomen sei die Resistenz der Tumorzellen, aufgrund derer ein erwünschter Zelltod seltener ausgelöst werden könne als bei anderen Krebsformen.

Die Entschlüsselung der genetischen Veränderungen der Zelle bei der Melanom-Entstehung könnte den Weg zur einer zielgerichteten Gentherapie weisen, betont der Melanom-Forscher Meenhard Herlyn vom Wistar Institute in Philadelphia. "Da es so viele genetisch verschiedene Melanom-Subgruppen gibt, können nicht alle Patienten mit der gleichen Strategie behandelt werden. Vielmehr ist ein differenziertes und individualisiertes Vorgehen erforderlich", so Herlyn. Dieses Vorgehen bestehe darin, die meist verschiedenen nebeneinander auftretenden Melanome gleichzeitig durch Kombinationen von Inhibitoren anzugreifen, die je nach Patient individuell bestimmt werden müssen.

In Diskussion ist derzeit die Frage, ob eine systematische Screening-Untersuchung bestimmter Bevölkerungsgruppen Nutzen für die Vermeidung von Melanomfälle bringen kann. "Die auf dem Kongress präsentierten Ergebnisse sprechen für den Nutzen solcher Maßnahmen", so Pehamberger. Bei einem Pilotprojekt in Deutschland wurden etwa über 360.000 Menschen flächendeckend auf Hautkrebs untersucht. Dabei entdeckte man über 568 Melanome und 2.500 Fälle von hellem Hautkrebs in einem frühen Stadium, in dem die Heilungschancen noch sehr hoch sind. Aufgrund des Erfolges hat Deutschland das Screening-Programm derzeit für zunächst drei Jahre auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.worldmelanoma2009.com
http://www.oegdv.at
http://www.wistar.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Operatortheorie im Fokus
20.07.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0
18.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie