Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vom freien und vom unfreien Willen

15.10.2009
Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing und der Universität Bayreuth auf Schloss Thurnau
Willensfreiheit sei eine Illusion, sagen Hirnforscher. Kritiker halten ihnen Reduktionismus vor.

Die Diskussion über diese Streitfrage lässt kaum eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit dem Menschen beschäftigt, unberührt und inzwischen wird sie auch in einer breiten Öffentlichkeit teilweise heftig geführt.

Die Aufregung wird verständlich angesichts zum Teil einschneidender Konsequenzen, die sich für nicht wenige Politik- und Gesellschaftsbereiche bis hin zum persönlichen Lebensumfeld ergäben, wenn man nicht mehr – wie lange Zeit selbstverständlich – davon ausgehen könnte, eine geistig reife, psychisch gesunde und nicht unter äußerem Zwang stehende Person könne ihr Entscheiden und Handeln nach ihrem freien Willen steuern. Gäbe es noch eine Verantwortlichkeit für das eigene Tun wenn Willensfreiheit illusionär wäre?

Exemplarisch zugespitzt folgt daraus nicht nur für Juristen die Frage, ob dann das Schuldprinzip im Strafrecht noch aufrecht erhalten werden könnte. Kann eine Gesellschaft, die nicht in anarchischem Chaos enden will, aber darauf verzichten, Rechtsbrecher zur Verantwortung zu ziehen? Und wie könnte Verantwortlichkeit anders begründet werden als mit der Fähigkeit, nach freiem Willen zwischen verschiedenen Verhaltens- und Handlungsoptionen zu entscheiden? Welche Auswirkungen hätte es schließlich für die alltägliche Lebenspraxis, wenn es eine solche Freiheit nicht gäbe?

Nach Berichten über die grundlegenden Erkenntnisse der Hirnforschung und der Rezeption dieser Erkenntnisse in verschiedenen Wissenschafts- und Lebensbereichen werden diese und weitere damit zusammenhängende Fragen bei einer Tagung vom 30. Oktober bis 1. November in Thurnau von namhafte Experten aus verschiedenen Disziplinen diskutiert. Konkret wird gefragt: Was spricht anthropologisch – im Blick auf den Menschen als Individuum wie auch als Sozialwesen – für und was gegen die These, der freie Wille sei eine Illusion? Wie sieht die Psychoanalyse den menschlichen Willen? Wie stellt sich das Spannungsfeld zwischen dessen Freiheit und Unfreiheit für die Theologie dar, in der das Thema eine lange Tradition hat? Und wie schließlich sieht es damit in der alltäglichen Lebenspraxis aus? Dem allen vorangestellt ist eine Einführung in die „Hirnforschung – gestern und heute“.

Organisatoren der Tagung sind Dr. Christoph Meier, Evangelische Akademie Tutzing, und Professor Dr. Helmut Büttner von der Universität Bayreuth.

Anmeldungen sind bis zum 23. Oktober bei der Evangelischen Akademie Tutzing möglich. Die Tagungsorganisation ist telefonisch unter der Nummer 08158/251125 oder per E-Mail unter brosch@ev-akademie-tutzing.de erreichbar.

Frank Schmälzle | Universität Bayreuth
Weitere Informationen:
http://www.ev-akademie-tutzing.de

Weitere Berichte zu: Illusion Lebenspraxis Verantwortlichkeit Willensfreiheit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht
05.12.2016 | Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

nachricht Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel
02.12.2016 | Münchner Kreis

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften

Diabetesforschung: Neuer Mechanismus zur Regulation des Insulin-Stoffwechsels gefunden

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Was nach der Befruchtung im Zellkern passiert

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie