Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer-Kongress »Urban Futures«: 2 Tage in der Stadt der Zukunft

25.11.2015

Einen Blick in die Zukunft erlaubt der Fraunhofer-Kongress »Urban Futures« am 25. und 26. November 2015 in Berlin. Wissenschaftler und Ingenieure, Politiker und Wirtschaftsexperten stellen dort neue Konzepte für intelligente und nachhaltige Stadtplanung vor. Sie soll dazu beitragen, die Metropolen in saubere und pulsierende Wirtschafts- und Lebensräume zu verwandeln.

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten. Tendenz steigend: Den Hochrechnungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit OECD zu Folge werden im Jahre 2050 rund 70 Prozent der Weltbevölkerung in den Metropolen wohnen – mehr als sieben Milliarden Menschen.

Das Wachstum ist eine enorme Herausforderung an Stadt- und Verkehrsplaner, Logistiker, Ver- und Entsorger. Dazu kommen die Klimaziele. Der CO2 Ausstoß muss gesenkt werden – in der EU um 20 Prozent bis zum Jahr 2020 und um 80 bis 95 Prozent bis zum Jahre 2050.

»Eine nachhaltige und CO2-neutrale Stadtentwicklung ist daher enorm wichtig. Diese wird aber nur gelingen, wenn wir Innovationsmanagement und Stadtplanung zusammenbringen – von energieeffizienten Bauweisen über elektrisch betriebene Verkehrsmittel, intelligente Leitsysteme, emissionsfreie Produktionsstätten bis hin zur Reinigung der Abwässer«, erklärt Steffen Braun, Leiter des Competence Center Urban Systems Engineering am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und Koordinator der Morgenstadt-Initiative. Diese wurde 2012 von Fraunhofer zusammen mit mehreren Partnern aus Industrie und Wissenschaft ins Leben gerufen.

Smart City – eine Stadt wie im Paradies

Ausgehend vom Zukunftsbild »Morgenstadt« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF haben die Experten Strategien entwickelt für eine nachhaltige und intelligente Stadtentwicklung. Das Ziel: die »Smart Social City«, der zentrale Lebens- und Wirtschaftsraum für das 21. Jahrhundert.

Die Idee, die dahintersteckt, klingt paradiesisch: In der Stadt der Zukunft sollen Menschen zur Schule gehen, arbeiten und ihre Freizeit genießen können, ohne dass dies die Umwelt belastet. Dabei steht den Bewohnern alles zur Verfügung, was sie zum Leben brauchen: sauberes Wasser, gesunde Nahrung, umweltfreundliche Energie, effiziente Verkehrskonzepte und gute Luft.

Um diese Vision Realität werden zu lassen, haben interdisziplinäre Forscherteams Konzepte entwickelt und den Einsatz innovativer Technologien erprobt. Im niederländischen Eindhoven entwickeln die Forscherinnen und Forscher Strategien für emissionsfreien Verkehr – künftig sollen nur noch Elektrobusse und -autos in der Innenstadt fahren dürfen.

In Chemnitz und Reutlingen wollen die Experten untersuchen, wie sich Besucherströme und Straßenverkehr mit einem intelligenten Sensornetzwerk erfassen lassen. Dabei hilft ein System – eine Art Fitness-Tracker für Metropolen –, das Verkehrs- und Stadtplanern in Zukunft helfen könnte, Staus zu vermeiden und bedarfsgerechte Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen.

Und in der norwegischen Stadt Stavanger ermittelte ein interdisziplinäres Team, inwieweit sich durch bessere Vernetzung der Unternehmen, Einwohner und Ärzte Energie einsparen und die medizinische Versorgung verbessern lässt. »Sowohl an den deutschen als auch an den europäischen Projekten sind Fraunhofer-Forscher maßgeblich beteiligt«, betont Braun.

Urban Futures in Berlin

Die Ergebnisse werden jetzt auf dem Kongress »Morgenstadt: Urban Futures« präsentiert. Führende internationale Experten stellen Handlungsfelder, Visionen und Lösungsansätze vor. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutieren Leitlinien für eine urbane Transformation und deren technische, wirtschaftliche und sozialen Auswirkungen.

Auf der Agenda stehen auch ein »Call for Ideas« sowie ein »Morgenstadt-Marktplatz«. Dort können die Kongress-Teilnehmer Ideen austauschen und neue Projekte diskutieren. »Der Strategieprozess in Deutschland ist weitgehend abgeschlossen, aber der Weg hin zur Realisierung der Stadt der Zukunft ist noch weit«, sagt Braun. In den kommenden fünf Jahren will er zusammen mit zahlreichen Innovationspartnern im Morgenstadt-Netzwerk neue Konzepte umsetzen.

Ansprechpartner:
Steffen Braun
Urban Systems Engineering
Fraunhofer IAO
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart
Telefon: +49 711 970-2022
E-Mail: sreffen.braun@web.de

Weitere Informationen:

https://www.iao.fraunhofer.de/lang-de/ueber-uns/presse-und-medien/1668-stadt-der...
http://www.urban-futures.de
http://www.morgenstadt.de
https://voicerepublic.com/users/Morgenstadt

Juliane Segedi | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz
24.01.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme
24.01.2017 | Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mikro-U-Boote für den Magen

24.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Echoortung - Lernen, den Raum zu hören

24.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

RWI/ISL-Containerumschlag-Index beendet das Jahr 2016 mit Rekordwert

24.01.2017 | Wirtschaft Finanzen