Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forum MikroskopieTrends '14 – Mikroskopische Methoden in der Qualitätskontrolle

15.01.2015

Seit 2002 kommen beim Forum Mikroskopietrends jährlich Wissenschaftler und Entwickler zur Diskussion aktueller Mikroskopiekonzepte zusammen. Das Forum Mikroskopietrends ist eine etablierte Kontakt- und Diskussions-Plattform der deutschen Mikroskopieszene mit anerkannter hoher inhaltlicher Qualität. Es wird vom PhotonicNet, dem niedersächsischen Kompetenznetz für Optische Technologien, in Kooperation mit der Carl Zeiss Microscopy GmbH ausgerichtet.

Mikroskopische Methoden sind in der Qualitätskontrolle vieler Industriebereiche eine bekannte und häufig genutzte Technik. Während mikroskopische Systeme früher jedoch häufig ihren Anwendungsbereich in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen hatten, werden sie seit einiger Zeit immer häufiger zur produktionsbegleitenden Prüfung eingesetzt z.B. haben immer kleiner werdende Komponenten in der Automobilindustrie dazu geführt, dass die Sauberkeit von Bauteilen in flüssigkeitsführenden Bereichen eines Fahrzeugs bis in den mikroskopischen Bereich eine funktionskritische Größe darstellt.

Werden nicht ausreichend gereinigte Komponenten verbaut, führt dies sehr schnell zum Ausfall eines Fahrzeugs. In anderen Bereichen, wie der pharmazeutischen Industrie oder der Medizintechnik, führt eine nicht ausreichend gesicherte Produktqualität schnell zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen - im schlimmsten Fall zum Tod.

Lichtmikroskopische Systeme werden heute im gesamten Bereich der industriellen Qualitätssicherung eingesetzt. Digitale Mikroskope werden z.B. für einfachere Anwendungen wie eine optische Inspektion oder digitale Dokumentationsaufgaben eingesetzt. Mit komplexeren Messsystemen werden z.B. partikuläre Verunreinigungen geprüft. Bildgebende Messtechnik setzt sich aber auch immer mehr in Bereichen durch, die bisher durch andere Verfahren abgedeckt wurden: Z.B. ersetzen oder ergänzen optische Prüf- und Messverfahren in der Automobilindustrie taktile Messgeräte.

Das Mikroskopieforum stellte unter dem Titel „Mikroskopische Methoden in der Qualitätskontrolle“ die unterschiedlichen Anforderungen und deren Umsetzung dar.

Reinheit in der Medizintechnik bedeutet heute weit mehr als die Sterilität von Produkten. In der Konsequenz müssen Medizinprodukte auch u. a. auf partikuläre Reinheit untersucht werden. Es fehlen allerdings branchenspezifische Standards zur Überprüfung der partikulären Reinheit. Am Beispiel von Zahnimplantaten stellte Guido Kreck neue Ansätze zur partikulären Reinheits- und Reinigungsvalidierung vor.

Dr. Timo Bernthaler demonstrierte die Einsatzbeispiele der Mikroskopie für die automatisierte und quantitative Analyse aus dem Bereich der Materialforschung und Dienstleistung. Er zeigte, wie durch den Einsatz von motorisierten Mikroskopen in Verbindung mit spezifischen Softwarealgorithmen die Analyse von pulvertechnologischen Bauteilen zur Dimensions- und Fehlererfassung oder die Serienvermessung von Schweißnähten signifikant beschleunigt werden kann.

Über eine grundsätzliche Betrachtung der Möglichkeiten der optischen Messtechnik und damit verbunden deren Anwendung berichtete André Felgner von der Physikalisch-Technische Bundesanstalt. Er ging auf den Zusammenhang zwischen der optischer Intensitäts- (2D) und Topographieauflösung (3D) ein und spannte zum leichteren Verständnis einen Bogen in die Welt der taktilen Messtechnik. Dem Anwender wurden so Strategien vorgestellt, um die aufgabenspezifischen Messabläufe und die resultierenden Unsicherheiten zu erkennen, abzuschätzen und gegebenenfalls zu verkleinern.

Die Anwendung der optischen Kontrolle zur Bewertung von mikrostrukturierten Oberflächen im industriellen Umfeld war dann das Thema von Renke Scheuer und Thomas Müller.

Lokalisierung, Identifizierung und Quantifizierung sind die wesentlichen Aufgaben der Analytik im Bereich der Qualitätssicherung. Zur Beantwortung dieser Fragen werden analytische Techniken benötigt, die sowohl Elemente als auch molekulare Verbindungen mit hoher Empfindlichkeit nachweisen können. Die Messtechniken um die Fragen: Wo ist es? Was ist es? Wieviel ist es? stellte Dr. Birgit Hagenhoff in ihrem Vortrag Chemie in 3D sichtbar gemacht vor. Sie ging auf den Workflow und die Anwendung in der Qualitätssicherung für die Techniken (Optisch, SIMS, REM, XPS) ein.

Volumetrisch tomographische Messverfahren gehören mittlerweile zu den etablierten Diagnoseverfahren in der Medizin und den Lebenswissenschaften. In technischen Disziplinen bieten sie zunehmend die Möglichkeit einer nicht-destruktiven, schnellen und effizienten Qualitätskontrolle. Bei den optischen Tomographieverfahren wird die optische Kohärenztomographie, ein interferometrisch arbeitendes Verfahren, zunehmend für Messaufgaben eingesetzt. Für quantitative Messungen ist jedoch eine Kalibrierung zwingend erforderlich, die auf das Messprinzip und Messbereich der optischen Kohärenztomographie zugeschnitten ist. Erst hierdurch gelingt der Schritt von einem bildgebenden zu einem messenden Verfahren. In dem Beitrag von Dr. -Ing. Maik Rahlves wurden neue Phantome, Kalibrierkörper und Strategien für die optische Kohärenztomographie vorgestellt und evaluiert.

Dieses sind nur einige Anwendungsbeispiele für die sich rasch entwickelnde, moderne Lichtmikroskopie. Das jährlich stattfindende Forum Mikroskopietrends ermöglicht einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen. Ende 2015 ist das Forum in Göttingen geplant. Nähere Informationen finden Sie ab Herbst 2015 auf www.photonicnet.de.

Kontakt:

Dr.-Ing. Thomas Fahlbusch

PhotonicNet GmbH
Kompetenznetz Optische Technologien
Garbsener Landstrasse 10
D-30419 Hannover phone: ++49-(0)511-277-1640 fax: ++49-(0)511-277-1650
fahlbusch@photonicnet.de
www.photonicnet.de

Weitere Informationen:

http://www.photonicnet.de

Dr.-Ing. Thomas Fahlbusch | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Kongress Meditation und Wissenschaft
19.01.2018 | Universität Witten/Herdecke

nachricht LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen
18.01.2018 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie