Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsorientiert Lehren: Fachkonferenz am KIT

26.11.2013
Den Stellenwert von Studieninhalten verdeutlichen, Studierende für Forschungsfragen begeistern und sie mit Forschungskontexten vertraut machen – so lauten die meistgenannten Gründe für forschungsorientierte Lehre am KIT.

Dies ergab eine Online-Befragung des Lehrstuhls für Lehr- und Lernforschung unter Dozentinnen und Dozenten des KIT. Bildungsstrategien im nationalen und internationalen Kontext sowie deren Bedeutung für Universitäten sind am 5. und 6. Dezember 2013 auch Themen der internationalen Fachkonferenz „Epistemic and Learning Cultures at the University of the 21st Century“ am KIT.

Was bedeutet forschungsorientiert Lehren, wie bewerten Lehrende einzelne Maßnahmen und wie lassen sich diese in den Hochschulalltag integrieren? Hierzu erste Daten zu erfassen und allgemeine Tendenzen aufzuzeigen, war Ziel der Online-Befragung des Lehrstuhls für Lehr- und Lernforschung, an der sich 265 Dozentinnen und Dozenten des KIT beteiligten. Die Studie ist Teil des Projekts „KIT – LehreForschung“, welches das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Qualitätspakt Lehre fördert. Als „forschungsorientiert“ galten dabei nicht nur Laborexperimente oder wissenschaftliche Projektarbeiten, sondern beispielsweise auch Vorlesungen, die aktuelle Forschungthemen aufgreifen, oder das selbstständige Erarbeiten von Forschungszusammenhängen für Referate.

Knapp drei Viertel der Befragten gaben an, dass Forschungsbezüge den Studierenden die Bedeutung von Lehrinhalten verdeutlichten. Für mehr als 65 Prozent eignet sich forschungsnahe Lehre dazu, Studierende für wissenschaftliche Fragen zu begeistern und ihnen tieferliegende Zusammenhänge zu vermitteln. Rund 60 Prozent sprechen sich dafür aus, Forschungskomponenten in Vorlesungen einzubauen, damit Studierende die Inhalte leichter verstehen und motivierter mitarbeiten.

Trotz dieser Übereinstimmungen fielen die Angaben zum tatsächlichen Einsatz forschungsorientierter Elemente in der Lehre sehr unterschiedlich aus. Dies liege zum Teil in der Natur der Disziplinen begründet, sagt Ines Rohrdantz-Herrmann vom Lehrstuhl für Lehr- und Lernforschung des Instituts für Berufspädagogik und Allgemeine Pädagogik am KIT. Gemeinsam mit Professorin Ines Langemeyer, die mittlerweile an der Universität Tübingen lehrt, hat sie die Online-Studie erstellt. So führten beispielsweise Studierende in den Chemie- und Biowissenschaften selbstständig Laborexperimente und Feldversuche durch, in den Sozialwissenschaften seien Feldstudien und Umfragen die Regel.

Die Mathematik hingegen beruhe nur in eingeschränktem Maß auf beobachtbaren oder messbaren Tatsachen. Praktische Versuche seien daher in vielen Fällen nicht möglich und Forschungsfragen meist noch theoretischer als die Lehrinhalte. „Damit wird auch deutlich, dass gute Lehre nicht zwangsläufig stark forschungsorientiert ausgerichtet sein muss“, so die Berufspädagogin.

Über Bildungsstrategien im nationalen und internationalen Kontext sowie deren Bedeutung für die Universität als Ort zukunftsfähiger Wissensvermittlung diskutieren auf der Tagung „Epistemic and Learning Cultures at the University of the 21st Century“ Experten aus Erziehungswissenschaft, Soziologie, Psychologie, Hochschuldidaktik und Qualitätsmanagement. Die Konferenz findet in englischer Sprache statt.

Ausgewählte Programmpunkte sind:

Donnerstag, den 5. Dezember

13.45 Uhr: Anthropology of practice-oriented learning
Prof. Cathrine Hasse (University of Aarhus in Copenhagen)
14.45 Uhr: Learning cultures under conditions of Big Science
Prof. Michaela Pfadenhauer (KIT)
Freitag, den 6. Dezember
8.30 Uhr: Keynote: Epistemic and knowledge cultures
Prof. Karin Knorr Cetina (University of Chicago)
14.30 Uhr: Job-oriented university courses for educating vocational teachers: Academic discipline versus vocational science

Prof. Martin Fischer (KIT)

15.00 Uhr The scientification of work as a challenge to university education
Prof. Ines Langemeyer (Universtität Tübingen)
Link zum vollständigen Programm
http://lehr-lernforschung.org/?page_id=227
Weiterer Kontakt:
Lilith C. Paul, Volontärin, Tel.: +49 721 608-42897, Fax: +49 721 608-43658, E-Mail: l.c.paul@kit.edu

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Thematische Schwerpunkte der Forschung sind Energie, natürliche und gebaute Umwelt sowie Gesellschaft und Technik, von fundamentalen Fragen bis zur Anwendung. Mit rund 9000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter knapp 6000 in Wissenschaft und Lehre, sowie 24 000 Studierenden ist das KIT eine der größten Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Monika Landgraf | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu
http://lehr-lernforschung.org/?page_id=227

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen
20.01.2017 | Ernst-Abbe-Hochschule Jena

nachricht Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens
19.01.2017 | Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise