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Folgt aus Industrie 4.0 automatisch Personalmanagement 4.0?

27.11.2014

Vernetzung lautete das Zauberwort! Allerdings bedeutet diese Vernetzung nicht netzwerken im eigentlichen Sinne, sondern charakterisiert eine moderne Produktion. Das Schlagwort Industrie 4.0 steht für diese Produktionsweise und für viele ist es die Produktion der Zukunft. Welches Personal benötigt eine Industrie 4.0, wie wird es weitergebildet und richtig eingesetzt?

Beim 6. Fachkongress Business meets Science an der Hochschule Pforzheim tauschten sich Personalverantwortliche aus Unternehmen mit Wissenschaftlern zum Thema Personalmanagement 4.0 aus. Der Einladung des Instituts für Personalforschung an der Hochschule Pforzheim folgten Mitte November 2014 knapp 100 Personalpraktiker.

Industrie 4.0 bedeutet, dass die einzelnen Standorte oder Produktionseinheiten miteinander über Computernetzwerke kommunizieren. Die hochgradig komplexen Strukturen, die diesen Prozessen zugrunde liegen, werden ebenfalls digital betreut und gewartet. Für Mitarbeiter bedeutet diese Art von Produktion neue Herausforderungen.

Kommunikation via Blogs oder Wikis, Konferenzen über Skype oder andere digitale Kanäle – die moderne Technik bestimmt auch das Miteinander in einem Unternehmen. Dabei stehen die Vorteile – beispielsweise die weltweite Zusammenarbeit an Projekten, schnelle Kommunikation oder digitale Wartung – manchen Problemen gegenüber. Wo findet der persönliche Austausch, die Wertschätzung des Mitarbeiters oder auch die kreative Pause statt?

Muss jahrzehntealtes Personalerwissen neu gedacht werden? Thomas Jennewein, SAP, und Professor Wolfgang Jäger stellten in ihrem gemeinsamen Vortrag Antworten des Personalmanagements auf die neuen Techniken in den Vordergrund. Einfache Tools, die aus einer digitalen Zusammenarbeit ein persönliche Arbeitstreffen werden lassen, zeigten, dass beides miteinander verbunden werden kann und muss: Persönliches Gespräch und neue Arbeitsformen.

Unter „Agilem Management“ versteht André Häussling, HR Pioneers GmbH, das Aufbrechen der Strukturen. Zusammen mit Professorin Cathrin Eireiner, Hochschule Pforzheim, plädierte der engagierte Geschäftsführer wie sich die Organisationsstruktur in einem Unternehmen verändert, wenn der Kunde in den Vordergrund rückt. Schnelle Produktionsprozesse bedingen ein neues Reaktionsverhalten bei den Mitarbeitern und nicht das Beharren auf gelernte Dienstwege.

„Industrie 4.0 verlangt von den Personalverantwortlichen neue Antworten“, erklärte Professor Dr. Stephan Fischer. Die Diskussion während der Tagung habe deutlich gezeigt, dass noch keine Standardprozesse existieren und der Beratungsbedarf hoch sei. „Das Thema ist neu und noch längst nicht bei allen angekommen.

Die Herausforderungen für das Personalmanagement sind aber immens und werden uns in der Zukunft sehr beschäftigten“, prognostizierte der Leiter des Instituts für Personalforschung an der Hochschule Pforzheim. Erstmals bot die Fachtagung neben den gemeinsamen Vorträgen von Wissenschaft und Wirtschaft sowie der Vorstellung von hervorragenden studentischen Abschlussarbeiten auch Workshops, in denen die diskutierten Themen vertieft wurden. Das Format von Business meets Science, Wissenschaft und Praxis stellen gemeinsam ein aktuelles Thema zur Diskussion, wird inzwischen bundesweit nachgefragt und trägt entscheidend zum Renommee des Instituts bei.


Weitere Informationen:

http://blog.hs-pforzheim.de/institut-personalforschung/

Sabine Laartz | Hochschule Pforzheim

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