Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Flugzeugfriedhöfe als Rohstoffquelle entdecken und nutzen - Aircraft Recycling Symposium

07.10.2013
Derzeit befinden sich etwa 25.000 Verkehrsflugzeuge weltweit in Betrieb, die jährlich über 2 Milliarden Fluggäste transportieren. Bis zum Jahr 2050 wird mit einer deutlichen Zunahme des Luftverkehrs gerechnet. Dieses Anwachsen wird eine Verdopplung der Flugzeuge mit sich bringen.

Doch was passiert, wenn diese ihre Aufgabe erfüllt haben? Wie können die in den Flugzeugen enthaltenen wertvollen Rohstoffe wiedergewonnen werden?

Erstmals werden sich Fachleute über die Recycling-Möglichkeiten von Flugzeugen austauschen. Das internationale Symposium, organisiert von der Hochschule Pforzheim, findet am 12. und 13. Dezember 2013 am Stuttgarter Flughafen statt.

Flugzeuge sind eine Fundgrube für wertvolle, zunehmend sich verknappenden und damit teurer werdenden Werkstoffe: In einem Verkehrsflugzeug befinden sich etwa 70 Tonnen Aluminiumlegierungen, Magnesium, Titan und hochwertige Stahlsorten in der Flugzeugstruktur. In den Turbinen kommen keramikbeschichtete Hochleistungswerkstoffe wie Nickel oder Titan zum Einsatz. Selbst das Fahrwerk enthält erhebliche Mengen Titan. Daneben werden Kunststoffe und in zunehmendem Maße Hochleistungsverbundwerkstoffe auf Basis von Kohlenstofffasern verwendet.

Die Nutzungszeit der Flugzeuge liegt bei etwa 30 Jahren. Dies bedeutet, dass in absehbarer Zeit jährlich über 400 Flugzeugen stillgelegt werden. Auf die nächsten 15 Jahre bezogen, fallen bei der Verschrottung allein der Verkehrsflugzeuge fast 500.000 Tonnen Werkstoffe zur Entsorgung an. Dabei ist die Stilllegung militärischer Luftfahrzeuge noch nicht berücksichtigt. Den Umsatz des sich daraus ergebenen Geschäftsfelds des Flugzeugrecyclings schätzen Fachleute auf mehrere hundert Millionen Euro.

Bislang ist die hochwertige Verwertung von Flugzeugen ein kaum bearbeitetes Feld. Typischerweise wurden die Flugzeuge bisher in Wüstengebieten wie in Arizona/USA „geparkt“ oder weiterverkauft, bis ein Start aus Sicherheitsgründen nicht mehr in Frage kam. Allein in Brasilien stehen derzeit etwa 150 ausgemusterte Flugzeuge, die entsorgt werden müssen. Seit 2005 gibt es erste Ansätze zur Demontage und Verwertung dieser ausgemusterten Großgeräte. Für eine geregelte Flugzeug-Verwertung fehlen jedoch derzeit weltweit sowohl Unternehmen als auch effiziente Strukturen. Auch verbindliche Standards oder ein-heitliche Techniken und Verfahren, der weltweit agierenden Luftfahrtindustrie, müssen noch entwickelt werden.

Hier setzt das Symposium der Hochschule Pforzheim an: Die Veranstaltung bietet weltweit erstmals ein technisch-wissenschaftlich ausgerichtetes Forum für Flugzeughersteller, -zulieferer und Entsorgungsunternehmen, die gemeinsam Strukturen, Verfahren und Dienstleistungen für die Verwertung von Flugzeugen entwickeln wollen. Neben Vertretern von Herstellern wie Boeing oder Dassault Aviation haben auch Entsorgungsunternehmen und Forschungspartner ihre Teilnahme bereits zugesagt. Als Mitveranstalter unterstützt die Fraunhofer-Gesellschaft diese Veranstaltung.

Das Symposium findet am 12. und 13. Dezember 2013 am Flughafen Stuttgart statt. Es werden etwa hundert internationale Teilnehmer erwartet. Den Vorsitz des ersten Aircraft Recycling Symposiums hat Professor. Dr. Jörg Woidasky inne. Jörg Woidasky ist seit 2012 Professor im Bereich der nachhaltigen Produktentwicklung an der Hochschule Pforzheim.

Vorher leitete er das europäische Forschungs- und Entwicklungsvorhaben „Clean Sky – Eco Design“ mit über zwanzig Industriepartnern und einem Forschungs- und Entwicklungsbudget von über 80 Millionen Euro. Im Rahmen des Projektes wurden umweltfreundliche Herstellungs- und Entsorgungsverfahren für die Luftfahrtindustrie entwickelt.

Sabine Laartz | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-pforzheim.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli
26.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS

nachricht Von Batterieforschung bis Optoelektronik
23.06.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

26.06.2017 | Messenachrichten

Sind Zeitreisen physikalisch möglich?

26.06.2017 | Physik Astronomie

Auf der Suche nach Hochtechnologiemetallen in Norddeutschland

26.06.2017 | Geowissenschaften