Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wo Feuer, Farne und Forschung aufeinandertreffen

21.02.2014
„Man muss das Große und Gute wollen“, beschrieb Alexander von Humboldt, Pionier der Tropenökologie, einst den Sinn seiner Forschung.

Das wollen die Wissenschaftler in München auch: Auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Tropenökologie vom 25. - 28.2.2014 wollen sie unter dem Titel „Tropische Ökosysteme - Zwischen Produktion und Schutz“ Möglichkeiten diskutieren, wie die verschiedenen Ansprüche an diese Lebensräume unter einen Hut gebracht werden können.

Durch die Ausrichtung der Tagung auf gesellschaftlich relevante Fragen, dürfte sie auch für Laien spannend sein. „Auch wenn die Tropen weit weg erscheinen, gehen uns die Prozesse dort alle etwas an“, so Prof. Bendix im NeFo-Interview.

Jörg Bendix kennt dieses Dilemma nur zu gut. Jahrzehntelang forschte der Professor für Geoökologie der Universität Marburg an einem echten Hotspot der Biodiversität: Den tropischen Bergregenwäldern Ecuadors. Reicher an Arten auf kleinem Raum ist nur noch der Malaiische Archipel von Indonesien.

Gleichzeitig ist die biologische Vielfalt an kaum einer anderen Stelle so bedroht wie dort. Denn die Bauern brandroden den Wald, um Weideflächen für Vieh zu gewinnen. „Doch schon nach wenigen Jahren überwuchert Adlerfarn die Weideflächen“, erzählt Prof. Bendix. Es wächst kein neues Weidegrün mehr und das nächste Waldstück fällt den Flammen zum Opfer. Ein Problem, das vielerorts in den Tropen auftritt und den Regenwaldverlust vorantreibt.

Die Forscher suchten also nach Möglichkeiten den Adlerfarn zu bekämpfen um den Druck auf die Bergregenwälder zu verringern. Bisherige landesübliche Maßnahmen, den Farn einfach abzubrennen, waren nur von kurzem Erfolg gekrönt. Denn die Hitze des Feuers, so fanden die Forscher heraus, stachelte das Wachstum der Farne sogar noch weiter an. In verschiedenen Farn-Bekämpfungsexperimenten entwickelten sie eine nachhaltigere Methode um dem „Problemfall Adlerfarn“ Herr werden zu können.

Wie diese Methode aussieht und viele andere wertvolle Erkenntnisse, Fragen und Ideen sollen nun auf der aktuell anstehenden Jahrestagung der Gesellschaft für Tropenökologie (GTÖ) vom 25. - 28.2.2014 in Freising/ München diskutiert werden. Unter dem Titel der diesjährigen Tagung „Tropische Ökosysteme - Zwischen Produktion und Schutz“ sollen hier Möglichkeiten diskutiert werden, wie die ökologischen, ökonomischen und sozialen Ansprüche an diese Lebensräume unter einen Hut gebracht werden könnten.

Wie komplex dabei die Fragestellungen der Tropenökologie sind - nämlich so komplex wie die Beziehungen innerhalb tropischer Ökosysteme – zeigt auch das Programm der diesjährigen GTÖ-Jahrestagung, einer der bedeutendsten und umfangreichsten Fachtagungen für Tropenökologie in Europa. Von den Pilzen und Ameisen bis zum Mahagonibaum, vom unberührten Bergregenwald bis zu Designer-Landschaften, von genetischen Analysen bis zur Satellitenerkundung, von der Datenaufnahme im Freiland bis zu Computermodellen, von ökologischen Auswirkungen des Klimawandels bis den Folgen der Regenwaldzerklüftung, von der Grundlagenforschung bis zur naturschutzfachlichen Praxis.

Gerade durch die verstärkte Ausrichtung der GTÖ auf gesellschaftlich relevante Fragestellungen hält die Tagung viele Themen bereit, die auch Laien faszinieren dürften. „Auch wenn die Tropen auf den ersten Blick sehr weit weg erscheinen, gehen uns die Prozesse dort alle etwas an“, so Bendix. Und letztlich erweitere es natürlich den Geist ganz ungemein, all diese faszinierenden Bilder und spirituellen Eindrücke tropischer Schönheit zu erleben.

→zum Artikel und Interview:
http://www.biodiversity.de/index.php/de/fuer-presse-medien/top-themen-biodiversitaet/4622-humboldt-nachfolger
→zur Tagungswebseite:
http://www.gtoe-conference.de/
Ansprechpartnerin:
Verena Müller
NeFo-Pressereferentin
Telefon: +49 341 235 1062 / Mobil: 0176 631 651 35
E-Mail: verena.mueller@ufz.de
Aktuelle Meldungen aus der Biodiversitätsforschung aller deutschen Institutionen finden Sie in unserem Presseportal www.biodiversity.de.

Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland (NeFo) ist eine Kommunikationsplattform für Wissenschaftler und Anwender von Wissen zur biologischen Vielfalt. Das Projekt wird im Rahmen von DIVERSITAS-Deutschland e.V. durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ein wichtiges Ziel ist es, die Forschung unterschiedlicher Disziplinen, die sich mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen zur Biodiversität befasst, stärker ins öffentliche Licht zu stellen und mit aktuellen relevanten Politikprozessen zu vernetzen. Hierzu stellen wir direkte Ansprechpartner für Fragen aus Medien, Politik und Öffentlichkeit bereit, arbeiten aktuelle Themen auf und vermitteln Experten. Projektpartner sind das Museum für Naturkunde Berlin und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ.

Verena Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.biodiversity.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung
26.07.2017 | Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften

nachricht Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln
26.07.2017 | Technische Hochschule Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Biomarker zeigen Aggressivität des Tumors an

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Schwere Infektionen bei Kindern auch in der Schweiz verbreitet

26.07.2017 | Medizin Gesundheit

Seltener Weizenfund in bronzezeitlicher Lunch-Box aus dem Schweizer Hochgebirge

26.07.2017 | Geowissenschaften