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Wenn am Wochenende Fußball-Fans im Stadion mal wieder Feuerkörper entzündet haben, wenn die Anhänger gegnerischer Mannschaften schon am Bahnhof aufeinander losgegangen sind, wird regelmäßig der Ruf nach neuen Sicherheitskonzepten und einem härteren Durchgreifen der Polizei laut.
Dabei zeigt die Diskussion nach Ansicht von Professor Harald Lange, Inhaber des Lehrstuhls für Sportwissenschaft an der Universität Würzburg und Leiter des Instituts für Fankultur, vor allem eines: „Im Bereich der Fankultur gibt es mehr Fragen als Antworten. Wir verfügen über viel zu wenig wissenschaftlich abgesichertes Wissen.“ Weil überdies das verfügbare Wissen seiner Ansicht nach nur ausschnitthaft genutzt wird, verlaufe die Diskussion häufig „unsachlich, populistisch oder naiv-alltagstheoretisch“.
Das Wissensdefizit beheben
Was den Sportwissenschaftler besonders ärgert: Auf der Basis dieser Diskussionen werden häufig politische Beschlüsse gefasst von zum Teil beachtlicher gesellschaftlicher, aber auch juristischer Reich- und Tragweite. Schon allein aus diesem Grund hält es Lange für dringend erforderlich, dies Wissensdefizit zu beheben.
Aus diesem Grund richtet das Institut für Fankultur in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Sportwissenschaft der Universität Würzburg am 11. und 12. Januar 2013 das zweite interdisziplinäre Forschungskolloquium zu Fragen und Problemen der Fankultur aus. In mehr als 14 Vorträgen und Diskussionsrunden werden die Experten verschiedener Fachrichtungen Hintergründe, Probleme und Entwicklungsprognosen der Fankultur vorstellen und erörtern.
Themen und Dozenten
Phänomenologie und Bindungskraft des Fußballs (Harald Lange, Würzburg)
Geschichte der Fankultur (Rudolf Oswald, München)
Kommerzialisierung und kritische Gegenbewegungen (Peter Czoch, Berlin)
Juristische Fallstricke zum Umgang mit der Fankultur (AG Fananwälte)
Gruppendynamiken und Gruppenerleben (Gabriel Duttler, Würzburg)
Identifikation im Fußball (Sebastian Hess, Würzburg)
Fankultur als sozialpolitischer Indikator in internationaler Perspektive (James Dorsey, Singapur)
Fankultur und Wirtschaft (Tom Winterstein, Bayreuth)
Fans und Jugendkultur (Donato Melillo, Berlin)
Traditionen, Werte und Symbolik in der Fankultur (Steven Adam, Bochum)
Politik und Politisierung (Markus Kringel, Berlin)
Gewalt in Fankulturen (Peter Schüngel und Heinz Georg Lützenkirchen, Dortmund)
Diskurse und Kommunikation in der Fankultur (Boris Haigis, Würzburg)
Inszenierung und Dramaturgie in der Fankultur (Matthias Wissmeier, Würzburg)
Die Ergebnisse dieses Kolloquiums dienen als Basis eines Handbuchs, das das aktuell vorhandene Wissen zum Thema „Fankultur“ sammelt. Damit legt das Institut für Fankultur den Grundstock für weitergehende wissenschaftliche Studien in diesem neuen Forschungszweig.
Link
Institut für Fankultur: http://www.fankultur-institut.de/
Kontakt
Prof. Dr. Harald Lange, (0931) 31-80283,
harald.lange@uni-wuerzburg.de
Gabriel Duttler, (0931) 31-88910,
gabriel.duttler@uni-wuerzburg.de
Gunnar Bartsch | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.fankultur-institut.de/
www.uni-wuerzburg.de
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