Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fachtagungen "Feldhase" und "Ökologische Renaturierung zusammen mit der Landwirtschaft"

16.03.2010
Dem Feldhasen geht es schlecht. Das kann die Werbung zu Ostern mit flauschigen Häschen nicht verbergen. Die intensivierte Landwirtschaft schadet dem Lebensraum von Wildtieren und -pflanzen. Auf der "Fachtagung Feldhase" wird der aktuelle Stand der Hasenforschung im deutschsprachigen Raum zusammengetragen.

Die Tagung findet am 20. März von 9:00 bis 18:30 Uhr im Gießhaus der Universität Kassel, Mönchebergstraße 5 statt. Sie wird organisiert vom Fachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung, Fachgebiet Ökologische Standort- und Vegetationskunde.

Die Ökologische Landwirtschaft trägt entscheidend dazu bei, den Lebensraum von Feldhasen zu verbessern. Neben den Zielkonflikten zwischen Landwirtschaft und Naturschutz ergibt sich unter veränderten sozio-ökonomischen Bedingungen eine Zusammenarbeit. Auf der Tagung "Ökologische Renaturierung zusammen mit der Landwirtschaft" am 18. März von 9:00 bis 20 Uhr werden im Gießhaus die naturschutzwirksamen Maßnahmen in der Landwirtschaft diskutiert. Eine Exkursion am 19. März bildet sowohl den Abschluss der Tagung "Ökologische Renaturierung zusammen mit der Landwirtschaft", als auch den Auftakt der "Fachtagung Feldhase".

Zurück zum Feldhasen
Seit Jahrzehnten steht der Feldhase im Mittelpunkt des Naturschutzes. Die Ursachen seines Rückgangs sind bisher nicht vollständig geklärt, doch kann die Forschung seit der letzten Tagung zum Feldhasen in Berlin 2001 zu vielen offenen Fragen Antworten liefern. Die Universität Kassel forscht im Rahmen eines großen Projekts an den Möglichkeiten der naturschutzfachlichen Verbesserung der Lebensbedingungen einzelner Tierarten. Der Feldhase dient, aufgrund seiner weiten Verbreitung und spezifischen Lebensraumansprüche, als Indikatorart für weitere Wildtiere mit ähnlichen Bedürfnissen. Die Grundannahme der Forschung ist, dass die Bedrohung des Feldhasen nicht - wie häufig angenommen - hauptsächlich von seinen natürlichen Fressfeinden wie dem Fuchs ausgeht, sondern die stark intensivierte Landwirtschaft ihm ungünstige Lebensbedingungen bereitet.

Der ausgewogene Speiseplan eines Feldhasen besteht aus einer abwechslungsreichen Ernährung aus Klee, Wildkräutern, Klatschmohn und Karotten. Da das Angebot an Wildkräutern in intensiv genutzten Agrarlandschaften dürftig ist, müssen Hasen auf eine reichhaltige Ernährung verzichten und weitgehend auf Weizenhalme, Raps und andere Kulturpflanzen zurückgreifen. Früher waren Landwirte verpflichtet, einen Teil der Ackerflächen brach fallen zu lassen, um Subventionen zu erhalten. Diese Flächen boten Wildtieren Rückzugsräume und Platz für Wildpflanzen. Heute wächst auf den ehemaligen Brachen vorwiegend Mais für die entstehenden Biogasanlagen. Daher fordert die Deutsche Wildtierstiftung, den Naturschutz in der Landwirtschaft gezielt zu honorieren.

Der ökologische Landbau, wie er seit 1998 in Frankenhausen betrieben wird, fördert den Hasen durch eine vielfältige Fruchtfolge, insbesondere durch den Kleegrasanbau. Mit Hilfe von Biotopverbesserungsmaßnahmen können zusätzlich die Lebensbedingungen des Feldhasen verbessert und die Population gesteigert werden, wie ein Forschungsvorhaben der Universität Kassel gezeigt hat.

Zum Hintergrund:
Vor der Umstellung auf Ökologische Landwirtschaft 1998 hat die Hessische Staatsdomäne Frankenhausen die typische Intensivierung der konventionellen Landwirtschaft aufgewiesen. Die Landwirtschaft war geprägt von ausgeräumten Ackerschlägen, tief in Ablagerungssteine eingeschnittenen Fließgewässern und überdüngten Feldern. Das von Universität Kassel geleitete E+E-Vorhaben "Die Integration von Naturschutzzielen in den ökologischen Landbau am Beispiel der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen", gefördert von dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), renaturierte die ausgeräumte Landschaft. In der Laufzeit von vier Jahren (2006-2009) wurden umfangreiche Sanierungen an Fließgewässern vorgenommen und auf Pestizide verzichtet, so dass eine vielfältige Fruchtfolge und standortangepasste Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten folgte.
Info
Prof. Dr. Gert Rosenthal
tel: (0561) 804-2350
e-mail: rosenthal@asl.uni-kassel.de
Universität Kassel
Fachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung
Fachgebiet Ökologische Standort- und Vegetationskunde
Dipl.-Biol. Johannes Lang
tel: (0561) 804-7289
e-mail johannes.lang@uni-kassel.de
Universität Kassel
Fachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung
Fachgebiet Ökologische Standort- und Vegetationskunde
Dr.-Ing. Jochen Godt
tel: (0561) 804-2278
e-mail jogodt@uni-kassel.de
Universität Kassel
Fachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung
Fachgebiet Ökologische Standort- und Vegetationskunde

Christine Mandel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de/presse/pm/anlagen/Hasentagung.pdf
http://www.uni-kassel.de/presse/pm/anlagen/Flyer_Renaturierungsoekologie.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens
19.01.2017 | Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)

nachricht Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule
18.01.2017 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie

Kieler Forscher koordiniert millionenschweres Verbundprojekt in der Entzündungsforschung

19.01.2017 | Förderungen Preise

Neue CRISPR-Methode enthüllt Genregulation einzelner Zellen

19.01.2017 | Biowissenschaften Chemie